1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Nachspielzeit: Trauer und Terminnöte

Erstellt:

Kommentare

Hartmut Wenzel Sportredakteur Hersfeld
Hartmut Wenzel © Konopka

In dieser Wochenende-Kolumne geht es um den ehemaligen Frankfurter Fußballstar Jürgen Grabowski - und um das leidige Thema Corona.

Nicht nur die älteren Fans der Frankfurter Eintracht haben in der vergangenen Woche getrauert, als sie die Nachricht vom Tod von Jürgen Grabowski vernommen hatten. Schließlich war „Grabi“ ein Idol über Generationen hinweg. Eng mit dem Namen des Welt- und Europameisters sind einige unvergleichliche Spiele mit der Nationalelf verbunden. Zum Beispiel die Partie bei der WM ‘74 gegen Schweden, als er als Einwechselspieler zum Matchwinner wurde. Oder auch das Jahrhundertspiel 1970 gegen Italien (3:4), als er Schnellingers Ausgleich mit einer sagenhaften Flanke vorbereitete.

Zu seinen Ehren wird die Eintracht heute um 12 Uhr eine öffentliche Trauerfeier im Deutsche Bank Park abhalten, damit alle Fans Abschied nehmen können. Das Stadion am Riederwald – es ist der Ort, an dem Grabowski zur Legende wurde. Die Gedenkfeier soll live übertragen werden.

Ehemalige Teamkollegen wie zum Beispiel auch der Bad Hersfelder Thomas Rohrbach erinnern sich gern an ihren Mitspieler. In der Umkleidekabine saß er neben ihm. „Wir waren ein tolles Kollektiv, Grabowski war der Mittelpunkt der Mannschaft“, erzählt Rohrbach, der später Grabowski auch oft zu Hause in Wiesbaden-Biebrich besuchte. Zweimal wurde Rohrbach zusammen mit Grabowski DFB-Pokalsieger. Über den Clou nach dem Pokalsieg gegen den HSV freut er sich noch heute: „Grabowski hatte bei der Siegerehrung schon ein HSV-Trikot mit Campari-Schriftzug drauf. Das war die beste Werbung für Campari überhaupt. Alles hat gelacht.“ Auch Uwe Bein, Weltmeister von 1990, behält Grabowski in guter Erinnerung. Allerdings weniger über den Eintracht-Fußball, sondern vielmehr über das gemeinsame Hobby – Golfen.

Corona sorgt weiter für Wirbel im Kalender der Sportler. Zum Beispiel drohen den Handballern der Werra WHO auf der letzten Meile der Bezirksoberliga-Serie Terminnöte. Schließlich muss der bislang ungeschlagene Tabellenführer noch das letzte Spiel beim Zweiten FT Fulda sowie die beiden Nachholspiele zu Hause gegen Vulkan Vogelsberg und gegen den Hünfelder SV bestreiten. Und am 3. April muss die Runde definitiv beendet sein – eine Verlängerung gibt es diesmal nicht. Wochentagsspiele – wie im Fußball – sind für die Handballer die einzige Lösung.

Währenddessen stehen die Fußballer kurz vor dem Start der Punktrunde vor demselben Dilemma. Die Partie des SV Steinbach in der Hessenliga gegen Zeilsheim ist schon abgesagt – wegen Corona. Und der Abteilungsleiter eines A-Ligisten, der für heute ein Testspiel anberaumt hatte, klagte, dass der Gegner abgesagt habe – angeblich wegen 20 Coronafällen in seinen Reihen. Und die Inzidenzwerte steigen weiter. Das sind alles andere als rosige Aussichten. Trotzdem:

Schönes Wochenende

Von Hartmut Wenzel

Auch interessant

Kommentare