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Tischtennis: Der Trend geht klar zu Viererteams

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Der Vorstand des Tischtenniskreises Werra-Meißner mit (von links) Jugendwart Lukas Möckel, Sportwart Reiner Schröder und Kreiswart Thomas Freitag diskutiert die Vorschläge des HTTV.
Der Vorstand des Tischtenniskreises Werra-Meißner mit (von links) Jugendwart Lukas Möckel, Sportwart Reiner Schröder und Kreiswart Thomas Freitag diskutiert die Vorschläge des HTTV. © Siegfried Furchert

Viererteams im Tischtennis? Bald könnte das System überall Einzug erhalten.

Eschwege – Nicht nur über die in vielen Landesverbänden wegen Corona abgebrochene Saison 21/22 und wie man sie zum Beispiel mit dem HTTV-Projekt „Aufbruch im Werra-Meißner-Kreis“ auffängt wird in den Tischtennis-Kreisen und Vereinen diskutiert, seit Längerem auch schon darüber, ob der gesamte Spielbetrieb auf ein einheitliches System mit Vierer-Mannschaften umgestellt werden sollte.

In diese Diskussion haben sich jetzt der Deutsche Tischtennisbund und einige Landesverbände, darunter auch der Hessische Tischtennisverband, eingeklinkt und die Kreise und Vereine aufgefordert, Stellung zu nehmen und ihre Meinung zu Vierer-Teams mitzuteilen, die in eine Entscheidung des Verbandes mit einfließen soll.

Spielerzahl nimmt ab

Im Tischtenniskreis Werra-Meißner scheint der Trend wie in einigen weiteren nordhessischen Kreisen klar in Richtung Vierer-Mannschaften zu gehen. Der Kreisvorsitzende Thomas Freitag und Kreissportwart Reiner Schröder hatten sich bereits im Juni 2020 für Vierer-Teams ausgesprochen. Reiner Schröder: „Vierer-Teams sind angesichts der neuesten Entwicklungen eine absolute Notwendigkeit.“

Ihre wichtigsten Argumente: Der Rückgang der aktiven Mannschaften vor allem in den oberen Klassen ab Kreisliga, wo mit Sechserteams gespielt wurde, weil die Zahl der Aktiven ständig abnimmt. Die Pandemie, so der Vorstand, spiele dabei eine große Rolle. So war die Zahl der Sechsermannschaften im Spieljahr 2020/2021 im Werra-Meißner-Kreis um 20 Prozent zurückgegangen: Von 40 auf 32 Mannschaften. Auch die Zahl der aktiven Vereine ging von 33 auf 31 zurück, als der TV Hessisch Lichtenau und der TTV Uengsterode (Damen) zuletzt ihren Spielbetrieb sogar ganz einstellten.

Auch der Verband präsentiert Zahlen: So ist die Anzahl der Herren-Sechsermannschaften im HTTV von der Saison 2012 bis zur Saison 2021/2022 um 775 Teams zurückgegangen.

Aber: Im gleichen Zeitraum wurden 412 Herren-Vierermannschaften neu gemeldet. Der Kreisvorstand argumentiert: Vor allem kleinen Vereinen fällt es immer schwerer, wegen des Mitglieder-Rückgangs mehrere Sechser-Mannschaften aufzustellen und für die Punkterunde zu melden. Ein einheitlicher Trend zu Vierer-Mannschaften erleichtert auch den Klassenleitern die künftige Planung, weil mit mehr Meldungen alle Klassen voll besetzt werden können.

Der Kreisvorstand forderte die Vereine auf, über den Vorschlag zu diskutieren und dem Kreisvorstand ihre Meinung zur generellen Einführung von Vierer-Mannschaften mitzuteilen. Der Vorstand wird dann das Meinungsbild des Kreises an die Gremien des Verbandes weitergeben, die die endgültige Entscheidung treffen.

Die Gründe

Beim Deutschen Tischtennisbund, den Landesverbänden und zuletzt auch bei einem HTTV-Workshop wurde über den künftigen Spielbetrieb diskutiert und nach Lösungen gesucht.

Einerseits soll mit der Vereinheitlichung die noch immer im DTTB bestehende und öfter zu heftigen Diskussionen führende große Anzahl von Spielsystemen reduziert werden. Mit der Umstellung will man aber auch Aktive für den Sport begeistern, die das derzeitige Sechser-System abschreckte.

Kleineren und finanzschwachen Vereinen wird mit den Viererteams auch eine Brücke gebaut, denn dann brauchen sie beim Nachwuchs und den Erwachsenen nur noch ein Fahrzeug, um zu Spielen zu fahren.

Bei den stark gestiegenen Spritpreisen ein wichtiges Argument. Übrigens: In der 2. und 3. Kreisklasse des Kreises wurde in der vergangenen Saison bereits mit Vierer- oder Dreierteams gespielt und die Clubs haben gute Erfahrungen gemacht.

(Siegfried Furchert)

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