Triathlon

Ironman lockt heimische WM-Kandidaten - aber Qualifikation fraglich

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60 Kauf- und 300 Radkilometer pro Woche: Jan Stielow, der auf ein Trainingslager auf Mallorca verzichten muss. 

Noch steht das ganz große Ziel: Der Ironman auf Hawaii. Um dorthin zu gelangen, können sich die Triathleten bei der Europameisterschaft in Frankfurt (28. Juni) qualifizieren. Doch der Veranstaltung droht wie schon der Challenge Roth die Absage aufgrund der Corona-Pandemie. 

Die HNA hat bei den heimischen WM-Kandidaten nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen: Trotz der Unsicherheit setzen alle ihr Training fort.

Christian Jung

Sein Ziel heißt nach wie vor: die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Aber Christian Jung (SC Neuenstein) betont auch: „Wenn es nicht klappen sollte, ist das eines der geringsten Probleme.“ Seit dem 16. Dezember hat er bereits 2800 Kilometer auf dem Rad abgespult, 50 Kilometer ist er pro Woche gelaufen.

Wie gut der Ex-Neukirchener in Form ist, offenbarte er beim Halbmarathon in Frankfurt vom 8. März, den er in 1:22:00 Stunden lief. Probleme hat Jung allerdings mit dem Schwimmen. Da alle Hallenbäder geschlossen sind, übt der 39-Jährige zu Hause an Seilzügen und mit Terabändern. Um sich in der starken Altersklasse 40 durchzusetzen.

Marcel Krug

Eigentlich wollte sich Marcel Krug (CJD Oberurff) im April in China für die Weltmeisterschaft auf der Halbdistanz in Neuseeland qualifizieren. Nachdem jedoch sämtliche Rennen bis Mitte Juni abgesagt wurden, wackelt sowohl Krugs dritte Teilnahme bei einer 70.3-Weltmeisterschaft als auch ein erneuter Hawaii-Start (nach 2018).

Trotzdem betreibt der 19-fache Ironman weiter motiviert sein Training: „Für mich ist Triathlon eine Lebensaufgabe, unabhängig von einem bestimmten Wettkampf.“ Bis Ende April verzichtet der professionelle Trainer allerdings auf das Schwimmtraining wegen der kühlen Temperaturen. Laufen und Fahrradfahren wird aber wie gewohnt weiter betrieben. Natürlich statt mit Trainingsgruppe allein.

Jan Stielow

Zu Beginn des Jahres ist Jan Stielow zum CJD Oberurff gewechselt, um erstmals die Ironman-Langdistanz in Frankfurt in Angriff zu nehmen. Solange der 29-Jährige keine Benachrichtigung über eine Absage erhält, will er weiter trainieren: bis zu 60 Lauf- und 300 Radkilometer pro Woche. Die üblichen zwölf Kilometer Schwimmen entfallen wegen fehlender Trainingsmöglichkeiten.

Das wäre auf Mallorca anders gewesen. Auf der Ferieninsel war das zweite Trainingslager in diesen Tagen geplant. Kurzerhand wurden jedoch die Flüge storniert. Zum Leidwesen des enttäuschten Sportlers: „Ich habe mich drei Jahre auf dieses Rennen vorbereitet. Wollte unter zehn Stunden bleiben und mich vielleicht für Hawaii qualifizieren.“ Dieses Ziel muss nun eventuell auf nächstes Jahr verschoben werden.

Armin Weber

Auch Armin Weber (SC Neukirchen) hat Zweifel, dass sein erster Langdistanz-Start stattfindet. Eine Absage wäre für den Obergrenzebacher aus sportlicher Sicht frustrierend. Seit Anfang Dezember hat der Späteinsteiger nämlich seinen Lebensrhythmus auf den Ironman Frankfurt ausgerichtet. Mit der Unterstützung von Coach Marc Unger, dem zweifachen Altersklassen-Europameister (2013, 2015), sollte ein starkes Ergebnis erreicht werden.

Auch bei einem Ausfall des Rennens bleibt sein Ansporn groß: „Meine Frau fragt mich zwar, warum ich mir das noch antue, aber ich werde weitermachen.“ Das heißt 15 Stunden pro Woche in sein Hobby zu investieren. Im Schwimmen soll die Kraultechnik, die Weber erst mit 52 Jahren gelernt hat, im Freiwasser verfeinert werden.

Martin Huhndorf

Einen ganz individuellen Weg hat der ehemalige Ironman-Weltmeister der Alterklasse 40 (2017), Martin Huhndorf, gewählt. Als sein Saisonhöhepunkt in Hamburg (21. Juni) abgesagt wurde, stellte der Mardorfer sein Training um: „Ich nehme mir jetzt mehr Zeit für Spaß-Aktivitäten.“ Spaß bedeutet beim Vater einer zweijährigen Tochter: Die Umrundung des Edersees. Am vergangenen Wochenende fuhr er zunächst mit dem Rad zum See, um Verpflegung dorthin zu bringen. Am Folgetag nahm er die 50 Kilometer lange Distanz zu Fuß in Angriff.

Der fünffache Hawaii-Teilnehmer hofft, irgendwann auf die Insel im Zentralpazifik zurückzukehren. „Das ist einfach ein schönes Fleckchen Erde, mit dem ich viel Positives verbinde.“ Motivieren muss den Ingenieur also keiner, um sich auf eine weitere Ironman-Teilnahme vorzubereiten. Deshalb legt er nun auch keine Pause ein. Ganz im Gegenteil. Im Mai soll das Schwimmtraining im Silbersee forciert werden.

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