Leichtathleten mit Bilanz und Ausblick

Trotz Pandemie überwiegt das Positive für Carolin Schäfer und Co.

Leichtathletik Siebenkampf Siebenkämpferin Carolin Schäfer
+
Hat Tokio fest auf dem Plan: Siebenkämpferin Carolin Schäfer

Abgebrochene Trainingslager, sportlicher Stillstand, zaghafte Rückkehr ins Training, erste Wettkämpfe im Sommer – und dann eine Restsaison mit bemerkenswerten Leistungen: Leichtathleten aus Nordhessen blicken auf die Freiluft-Saison in der Corona-Pandemie zurück und wagen einen Ausblick auf das Olympiajahr 2021.

Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt): Als „eine Achterbahnfahrt der Gefühle“ erlebte die 29-Jährige aus Bad Wildungen ihr Corona-Sportjahr. Nach der Olympia-Absage konzentrierte sich die Vizeweltmeisterin von 2017 auf die positiven Aspekte – auf den „Zeitgewinn mit meinem neuen Team“. Nach acht Jahren mit Jürgen Sammert war die Siebenkämpferin im Herbst 2019 in die Gruppe von Stefanie und Michael Kaul gewechselt, den Eltern von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul. In ihrem ersten Wettkampf siegte Carolin Schäfer vor Vanessa Grimm aus Hofgeismar.

Die bei der Deutschen Meisterschaft im August in Vater-stetten erzielten 6319 Punkte waren das drittbeste Siebenkampf-Ergebnis der Welt 2020. Die Olympia-Fünfte fühlt sich auch deshalb – mitten in einem großen Veränderungsprozess – im Blick auf den Wechsel bestätigt und sagt: „Ich blicke voller Optimismus und Vorfreude auf die Olympischen Spiele.“ Zu einer möglichen Hallensaison erklärt sie: „Für uns ist klar, dass wir kein Risiko eingehen möchten, um weder unser Trainingspensum noch den Olympiastart zu gefährden.“

Bastian Mrochen

Bastian Mrochen (LG Reinhardswald): Eine fast perfekt gelaufene Saison hat dem 18-Jährigen Platz drei in der DLV-Bestenliste in der U 20 über 5000 Meter eingebracht. Zudem steht Platz sieben über 3000 Meter in 8:35,73 Minuten. Im ersten Corona-Lockdown hatte der Liebenauer eine Verletzung auskuriert und sich auf seinen Wechsel an die Universität Wingate im US-amerikanischen North Carolina vorbereitet.

„Im College-Team haben wir elf Leute, die 5000 Meter unter 15 Minuten laufen können“, sagt der Psychologie-Student, der diese Schallmauer dann am 13. November in 14:41,92 Minuten erstmals knackte. 2021 soll der nächste große Schritt gelingen. Der Nordhesse visiert 14:30 Minuten an. Sollte Bastian Mrochen diese Zeit gelingen, könnte er vielleicht sogar die Qualifikation für die U-20-Europameisterschaft schaffen.

Vivian Groppe

Vivian Groppe (MT Melsungen): Um mehr als eine Sekunde hat sich das Sprinttalent aus Malsfeld-Beiseförth über die 200-Meter-Distanz im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Und das trotz des zwischenzeitlich improvisierten Trainings, zum Beispiel in der Fuldaaue – auf Feldwegen und Asphaltstraßen. „Wir haben in der Corona-Saison alle unsere Kreativität entdeckt“, meint die 16-Jährige, die in der Bestzeit von 24,51 Sekunden Dritte bei der U-18-DM geworden ist. „Es dort ins Finale zu schaffen und Bestzeit zu laufen – das war sehr cool“, berichtet die Gymnasiastin.

Ihr gelang damit in Deutschland die zweitbeste und in Europa die siebtbeste Zeit des Jahres der Sprinterinnen des Jahrgangs 2004. Ein weiteres Glanzlicht: noch vor dem 16. Geburtstag bei der Hessischen Meisterschaft der Frauen Gold abzuräumen. „Das war überwältigend“, sagt die Nachwuchskader-Athletin, die sich auch 2021 mehr auf die 200 als auf die 400 Meter konzentrieren will und die Norm von 24,20 Sekunden für die EM in Italien anvisiert: „Das zu schaffen wäre ein Traum.“ Bereits am 16. Januar in Dortmund will Vivian Groppe in neuer persönlicher Hallenbestzeit dicht an die 25 Sekunden heranlaufen. (Sebastian A. Reichert) 2 Archivfotos: Lothar Schattner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.