Drei Spiele in fünf Tagen

Was ist denn da los? Tschechiens Handballer bilden vorsorglich zwei Nationalteams

Neuer Coach der Tschechen ist Rastislav Trtik, einst Trainer der MT Melsungen.
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Neuer Coach der Tschechen: Rastislav Trtik, einst Trainer der MT Melsungen.

Einige Handball-Nationalmannschaften haben sich schon für die EM 2022 in der Slowakei und Ungarn qualifiziert – dazu gehört auch das deutsche Team. Und es gibt die Tschechen. Die Osteuropäer haben noch nicht einmal ein einziges Qualifikationsspiel absolviert.

Kassel – Einige Handball-Nationalmannschaften haben sich schon für die EM 2022 in der Slowakei und Ungarn qualifiziert – dazu gehört auch das deutsche Team. Und es gibt die Tschechen. Die Osteuropäer haben noch nicht einmal ein einziges Qualifikationsspiel absolviert. Sowohl im November als auch im Januar fielen ihre angesetzten Begegnungen aus, weil die Tschechen etliche Corona-Fälle hatten.

Sogar die WM-Teilnahme in Ägypten hatten sie kurzfristig absagen müssen. Jetzt müssen sie sich daran machen, die ersten Spiele nachzuholen – und stehen vor einem wahren Mammutprogramm. Es sind fünf Partien in drei Tagen: Am Mittwoch im 2000 Kilometer entfernten Moskau gegen Russland, Freitag in Brünn gegen die Färöer und am Sonntag an gleicher Stätte gegen die Ukraine. Was ist denn da los?

Der neue tschechische Nationalcoach Rastislav Trtik, der bis zum kommenden Sommer als Nachfolge der entlassenen Jan Filip und Daniel Kubes tätig ist, trifft sich am Sonntag mit dem ersten Teil des 21-köpfigen Kaders in Ostrau. Der Rest folgt dann am Montag.

Sind sämtliche Coronatests negativ, kann Trtik am Dienstag immerhin ein einziges Training mit seinem Team absolvieren. „Es ist eine riesige Herausforderung. Einige Spieler kenne ich nur vom Video, ich weiß nicht, wie sie charakterlich in unsere Mannschaft passen“, erklärt der frühere Melsunger Handball-Lehrer, der heute seinen 60. Geburtstag feiert. „Der Auftritt in Moskau wird eher ein Spiel zum Kennenlernen.“

Zumal diese Besetzung, zu der auch die Bundesliga-Profis Tomas Mrkva und Tomas Babak vom Bergischen HC sowie Stepan Zeman (HSC Coburg) gehören, zum letzten Mal am 22. Januar 2020 bei der Europameisterschaft in Wien gegen Deutschland zusammen auf einem Handball-Feld stand. Der vermeintliche Star im Aufgebot ist indes Rückraumschütze Stanislav Kasparek vom ungarischen Champions-League-Teilnehmer Pick Szeged.

Da Trtik nicht sicher sein kann, dass alle Spieler vor dem Eintritt in die Blase negative Coronatests vorweisen können, hat er vorsorglich noch ein zweites Team mit zwölf Akteuren gebildet, das sich 25 Kilometer von Ostrau entfernt einspielt. Darum kümmern sich ein paar Assistenten des 60-Jährigen.

Trtik selbst hat den ehemaligen Göppinger Torwart Martin Galia als Co-Trainer an seiner Seite. Damit sie im arg von Corona gebeutelten Tschechien keine unliebsame Überraschung erleben, trainieren sie in Ostrau in einer Halle, die pandemiebedingt zurzeit von keinem anderen Team genutzt werden darf. (Björn Mahr)

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