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„Das sind quasi alles meine Kinder“ - BSA-Trainer Jörg Immig im Interview

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Von: Marvin Heinz

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Dienstältester Trainer in der Fußball-Kreisoberliga: Jörg Immig von der TSG Bad Sooden-Allendorf.
Dienstältester Trainer in der Fußball-Kreisoberliga: Jörg Immig von der TSG Bad Sooden-Allendorf. © Ralf Walle

Heute gastiert die TSG Bad Sooden-Allendorf im Fußball-Kreisoberliga-Topspiel der Woche beim TSV Waldkappel. Wir sprachen vorab mit Trainer Jörg Immig.

Bad Sooden-Allendorf – Heute gastiert um 14:30 Uhr die TSG Bad Sooden-Allendorf im Kreisoberliga-Topspiel der Woche beim TSV Waldkappel. Vor dem Duell haben wir mit BSA-Trainer Jörg Immig, dem dienstältesten Trainer der Liga, gesprochen.

Jörg, du bist seit sieben Jahren Trainer bei der TSG Bad Sooden-Allendorf. Und somit der Christian Streich unter den Trainern in der Fußball-Kreisoberliga. Worin liegt deine Motivation?

Ich habe selbst in der ganzen Jugend in Bad Sooden-Allendorf gespielt, ehe ich nach einem Jahr im Seniorbereich nach Eschwege gewechselt bin. 2007 habe ich in Bad Sooden-Allendorf die Jugendarbeit übernommen, um meinem Heimatverein etwas zurückzugeben und um meinen Sohn Philipp zu fördern.

Den Jahrgang 1997, den ich ab der E-Jugend betreut habe, habe ich zu einem Großteil in den Herrenbereich gebracht. Mit diesem Jahrgang hatten ich und der Verein ein Riesenglück. Das sind alles quasi meine Kinder. Es ist schön, zu sehen ist, dass sich einige von diesen Spielern nun ebenfalls im Jugendbereich engagieren.

Apropos Training: Arbeitest du nun anders als zum Start im Jahr 2015?

Es hat sich schon gewandelt. Im Seniorenbereich hatte ich anfangs viele ältere Spieler, mit denen ich anders kommunizieren musste.

Die Methoden im Herrenfußball hinsichtlich der Lerninhalte sind nahezu gleich, trotzdem muss man probieren Abwechselung reinzubekommen, sodass kein Spannungsverlust und keine Langeweile zustande kommt. Mein Anspruch ist bis heute, dass ich mein Team auf einem hohen Niveau halten kann.

Mit welcher Zielsetzung hast du losgelegt?

Jedes Jahr einen Tabellenplatz hoch war bei der Übernahme des Traineramts meine Zielsetzung. Das haben wir bis ins Jahr 2019 und mit der Teilnahme an der Relegation realisieren können. In diesem Zuge haben wir uns als Mannschaft entwickelt und sind gereift.

2018 hast du einen Schlaganfall erlitten. Nur ein Jahr später konntest du mit deinem Team die Vizemeisterschaft feiern. Wie emotional war die Zeit für dich persönlich?

Sehr. Erst mal war es ein Riesenschlag. Nach dem Training im August ist es passiert. Fünf Wochen war ich außer Gefecht. Im Endeffekt kann ich dem lieben Gott danken, dass ich ohne langfristige Folgen davongekommen bin.

Es war wahnsinnig toll, dass meine Mannschaft im Anschluss so eine Saison gespielt hat. Die Vizemeisterschaft war das absolute Highlight meiner bisherigen Trainerlaufbahn.

Mit welchen Problemen hattet ihr im Anschluss zu kämpfen?

Corona hat uns durchgewirbelt. Vorschriften waren wichtiger wie Inhalte. Das war sehr aufreibend für Trainer und Spieler. Unser Prunkstück im Mittelfeld mit Sebastian Jilg, Sergej Hofert und Philipp Immig wurde gesprengt (Wechsel und berufliche Veränderungen, Anm. d. Red.). Wir suchen gefühlt noch jetzt die Mittelfeld-Balance.

Blicken wir auf die aktuelle Spielzeit. Ihr habt zuletzt mit einigen Niederlagen den Anschluss an die Tabellenspitze verloren. Wo drückt bei euch der Schuh?

Formschwankungen kenne ich von ein bis zwei Spielern, aber nicht von der kompletten Mannschaft. Wir haben in den letzten fünf Spielen schlecht performt und waren einige Minuten völlig konfus.

Was verlangst du von deinem Team in Waldkappel?

Im letzten Spiel gegen Eschenstruth haben wir uns gesteigert, waren aber nicht konstant genug. Ich erwarte ein gutes Spiel. Auf jeden Fall wollen wir gewinnen und den Abwärtsstrudel bremsen. (Marvin Heinz)

Zur Person

Jörg Immig (58), der aus Bad Sooden-Allendorf stammt, wurde in der Jugend bei der TSG BSA ausgebildet. Nach einem Jahr im Seniorenbereich wechselte er 1983 zur SV 07 Eschwege. Zuvor traf der Mittelfeldspieler im letzten Saisonspiel dreimal gegen die Kreisstädter. 1991 schloss sich Immig der aufstrebenden TSG Kammerbach an, ehe er 1995 seine Karriere bei der SV Hörne ausklingen ließ. Erst war er bei Hörne als Spielertrainer, dann als Trainer aktiv.

Seit 2007 betreute er Jugendmannschaften bei der TSG Bad Sooden-Allendorf. 2015 übernahm Immig das Traineramt des Seniorenteams von Friedhelm Krengel und Dieter Immig. Der gelernte Schreiner ist in der Qualitätssicherung bei einem großen Automobilkonzern tätig. Seine Kinder Christopher (34), Pascal (31) und Philipp (25) sind im Eigenheim in Kleinvach ausgewachsen. Alle drei sind fußballerisch auf und neben dem Platz aktiv. Seit 34 Jahren ist Immig verheiratet.

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