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Noch mehr Philipp Lahm wagen: Niklas Mell im KOL-Topspiel mit dem TSV beim SCN

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Von: Marvin Heinz

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Seit dieser Saison Kapitän beim TSV Wichmannshausen: Niklas Mell.
Seit dieser Saison Kapitän beim TSV Wichmannshausen: Niklas Mell. © Marvin Heinz

Das Topspiel der Woche in der Fußball-Kreisoberliga steigt morgen zwischen dem SCN und dem TSV Wichmannshausen. Niklas Mell ist beim Gast zum Führungsspieler gereift.

Wichmannshausen – Groß war die Freude im Lager des TSV Wichmannshausen. Innenverteidiger Niclas Dollinger köpfte die Mannen von Trainer Maikel Buchenau am Sonntagnachmittag beim VfL Wanfried in der Schlussminute zum 1:1-Remis. Die Spieler feierten den Punktgewinn und ihre Willensleistung in der Jubeltraube.

Mittendrin in der Freudenarie zu finden war Niklas Mell. Der Rechtsverteidiger ist seit dieser Spielzeit Mannschaftskapitän der Wichmannshäuser Auswahl. „So müssen wir auch in Niederhone kämpfen, um zu bestehen“, prophezeit Mell vor dem Kreisoberliga-Topspiel am morgigen Samstag (17 Uhr) beim Tabellenzweiten.

TSV Wichmannshausen mit viel Verletzungspech

Bei der Spitzenmannschaft um Torjäger Tim Schindewolf (zwölf Tore) hängen die Trauben hoch. Mit 15 Punkten aus 13 Spielen liegt das TSV-Team auf Platz zehn und hinkt den eigenen Erwartungen hinterher.

„Die Saison ging gut los“, erinnert sich Mell an das 2:2-Remis in Sontra sowie den 4:2-Heimsieg gegen Großalmerode. Aber dann holte das Verletzungspech seine Farben ein.

„Wenn einer zurückkommt, fällt der nächste aus. Tim Klöpfel fehlt uns mit einer Schulterverletzung die ganze Vorrunde. Er ist unser einziger richtiger Knipser, macht auf seiner Position viele Bälle fest und kurbelt das Spiel auf seine Weise an.“

Neben Klöpfel musste der KOL-Meister aus 2018 auch noch auf Führungsspieler Henrik Benz verzichten. Spielgestalter Valentin Stunz verließ seinen Heimatverein in der Sommerpause gen Weidenhausen.

Maikel Buchenau muss immer wieder improvisieren

Immer wieder musste Übungsleiter Buchenau improvisieren und neue Wege finden, um vor allem die kaum eingespielte Offensiv-Maschinerie anzukurbeln.

Dabei konnte er sich über engagierte Spieler aus der zweiten Reihe freuen. „Die aus der zweiten Mannschaft nachrücken, geben gleich Vollgas“, sagte Mell und stellt einen Atemzug später fest: „So fällt es gar nicht auf, dass sie aus der Zweiten nachrücken.“

Mell hat sich mittlerweile an seine Rolle als Spielführer gewöhnt. Auf und neben dem Platz nimmt der 24-Jährige Verantwortung. Zuverlässigkeit, Disziplin und Identifikation sind ihm wichtig.

„Einmal Giggel, immer Giggel“, sagt er, der sich seit der frühesten Kindheit dem TSV verschrieben hat. Nichtmal der Handball konnte den in Datterode aufgewachsenen Mell von diesem Pfad abbringen: „Mein Cousin Henrik Renke hat mich mal mit zum Handball genommen, aber das wollte ich dann doch nicht.“

Buchenau: „Er geht als Vorbild voran und hat eine loyale Einstellung“

Neben dem obligatorischen Mannschaftsessen kümmert sich Mell auch um das Aufwärmen. „Er hat seine Meinung, geht als Vorbild voran und hat eine absolute loyale und positive Einstellung. Er ist immer geradeaus“, so Buchenau über Mell, der mit Blick auf seine Trainingsbeteiligung und 990 von 1170 möglichen Spielminuten getrost als „Mister Zuverlässig“ bezeichnet werden darf.

Trotz seiner starken Leistung auf der rechten Seite sieht Buchenau noch Luft nach oben: „Er könnte noch mehr in die Philipp-Lahm-Rolle rutschen, mehr Einfluss auf das Spiel nehmen und auch mach mal was Verrücktes machen.“

Den 4:0-Heimerfolg vor zehn Tagen gegen die SG FSA sieht Mell als Maßstab für kommende Aufgaben. „Es war unser bestes Saisonspiel. Jeder hat viel Kampf in die Waagschale geworfen und wir haben als Team kompakt verteidigt. Eine ähnliche Leistung müssen wir in Niederhone abliefern.“ (Marvin Heinz)

Zur Person

Niklas Mell (24) ist in Datterode aufgewachsen. Mittlerweile wohnt er mit seiner Freundin in Röhrda. Sein Bruder Jonas (22) agiert als Linksaußen beim Handball-Bezirksoberligisten HSG Datterode/Röhrda/Sontra, während sein älterer Bruder Tobias (27) für die Zweite des TSV Netra aufläuft.

Sein Cousin Henrik Renke ist Bestandteil des Hessenliga-Kaders beim SVA. Sporadisch mischt Mell bei der Zweiten der HSG D/R/S mit. Außer im Tor ist er beim Handball-Bezirksligisten auf jeder Position zu finden. Mell studiert Maschinenbau und schreibt momentan seine Bachelor-Arbeit. Seine Hobbys sind Radfahren, Schwimmen und Bergsteigen.

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