Feuerwerk der Turnkunst: „Dancefloor Destruction Crew“ im HNA-Interview

Breakdance: Zwischen Operngesang und Volksmusik

Beim Feuerwerk der Turnkunst auch in der Göttinger Lokhalle im kommenden Januar dabei: Breakdance mit der „DDC“. Foto: nh

Göttingen. Breakdance? Das gab’s doch in den 1980ern. Stimmt, das heißt aber nicht, dass Breakdance heutzutage keine Rolle mehr im Showbusiness spielt. Im Gegenteil, wie DDC, die „Dancefloor Destruction Crew“, nicht nur bei der kommenden IMAGINE 2016 Tournee des „Feuerwerk der Turnkunst“ zeigen. Breakdance ist absolut hip und befindet sich unvorstellbarerweise sogar auf Augenhöhe mit Stars wie Helene Fischer und Florian Silbereisen. Wie Breakdance, Volksmusik und Europas erfolgreichste Turnshow zusammenpassen? Marcel Geissler, geschäftsführender Gesellschafter, Manager und künstlerischer Leiter der Breakdancer DDC, hat es im Interview verraten.

Ihr sagt über Euch selbst, dass Ihr in Euren Shows scheinbare Gegensätze zusammenführt. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Marcel Geissler: „Wir stellen Breakdance anders dar, als man es aus den Anfängen heraus kennt. Früher standen die Tänzer im Halbkreis, und immer einer ging in die Mitte, um seine Moves zu zeigen. Wir haben uns schon früh von klassischen Chorografien verabschiedet und so genannte Partnermoves zu unserem Merkmal gemacht. Außerdem verbinden wir mit dem „Crossover“ Breakdance mit anderen Genres. In unseren aktuellen Shows und auch beim „Feuerwerk“ verknüpfen wir zum Beispiel Breakdance mit Swing oder auch mit Classic.“

Dabei habt Ihr schon zu Mozart und zu Operngesang getanzt. Aber auch Volksmusik zählt inzwischen zu den Genres, die Ihr in Eure Shows integriert. Wie seid Ihr auf diese Idee gekommen?

Geissler: „Als wir uns vor ein paar Jahren internationaler orientieren wollten, waren wir in Österreich bei einem Festival, wo der Produzent von Florian Silbereisen auf uns aufmerksam geworden ist. Der fand uns so gut, dass er uns unbedingt in Florians Show haben wollte. So kam es zu „Breakdance in Lederhosen“, und die Leute – auch die älteren Zuschauer – haben gejubelt. Dazu muss man sagen, dass sich Florians Show in einem Wandel befindet. Sie wird mehr auf die Jüngeren ausgerichtet, so wird auch das Publikum jünger. In diesen Wandel passen wir perfekt rein.“

Apropos hineinpassen: Warum passt Ihr so gut zu IMAGINE?

Geissler: „Wir vollziehen mit unseren Darbietungen einen Spagat zwischen zwei Extremen, die die Zuschauer nicht erwarten. Dabei enthält die eine Nummer viel Witz, die andere ist ernsthafter, so dass wir in zwei Rollen schlüpfen müssen. Das ist einerseits schwierig, weil es ein gewisses schauspielerisches Talent erfordert, aber auch unglaublich bereichernd. Wer Breakdance von früher kennt, kann sich das wahrscheinlich nicht vorstellen. Aber genau deshalb passen wir so gut zu IMAGINE.“

Vielleicht ist es auch so unvorstellbar, weil wir hier von einer Turnshow sprechen. Was genau hat Breakdance mit Turnen zu tun?

Geissler: „Beim Breakdance bedienen wir uns vieler Moves, die aus dem Turnen kommen. Sie bekommen zwar einen anderen Namen – so wird zum Beispiel die Thomasflanke zum Airflair – und beinhalten nicht die turnerische Perfektion, aber es sind eindeutig Turn-Elemente. Wir kommen alle – bis auf einen – nicht vom Turnen. Es ist auch keine Voraussetzung, kann aber für einzelne Moves ganz hilfreich sein.“

Wie lautet Eure Botschaft?

Geissler: „Wir wollen das Publikum einfach unterhalten und den Spaß am Tanzen vermitteln. Außerdem wollen wir zeigen, dass Breakdance inzwischen als Kunst anerkannt ist. Breakdance ist einfach unsere Überzeugung, und die wollen wir transportieren. Wie uns das vor zum Teil 10 000 Zuschauern gelingt, darauf sind auch wir sehr gespannt!“ (hw/nh)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.