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Glenn Trebing vor der Turn-WM: „Will das Team wieder besser unterstützen“

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Von: Björn Friedrichs

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Hebt er auch in Liverpool ab? Der Kasseler Turner Glenn Trebing liegt hier während seiner Boden-Übung bei der WM-Qualifikation in Rüsselsheim quer in der Luft. Am Wochenende startet die Turn-WM in England.
Hebt er auch in Liverpool ab? Der Kasseler Turner Glenn Trebing liegt hier während seiner Boden-Übung bei der WM-Qualifikation in Rüsselsheim quer in der Luft. Am Wochenende startet die Turn-WM in England. © Uwe Anspach/dpa

Das nächste Highlight wartet: Am kommenden Wochenende geht in Liverpool die Turn-Weltmeisterschaft los, ab Montag wird es dann auch für den Kasseler Glenn Trebing ernst.

Liverpool/Kassel – Für den Kasseler, der für den Turn-Klubb Hannover an die Geräte geht, ist es so etwas wie der Höhepunkt eines Jahres mit Aufs und Abs.

Bei den Finals in Berlin, also den Deutschen Meisterschaften, holte Trebing im Juni erst mit nur 0,1 Wertungspunkten Rückstand auf Platz zwei Bronze – seine erste Mehrkampf-Medaille überhaupt bei den Senioren. Dann legte der 22-Jährige noch Silber an seinem Paradegerät Barren nach.

Trebing hatte Verletzungspech bei der EM

Nicht ganz so optimal liefen dann die European Championships in München. Trebing trat wie berichtet mit einem Bandscheibenvorfall im Nacken und nur wenig Vorbereitung an, im Finale des Mannschaftswettkampfes hatte er dann großes Glück. Bei der Bodenübung knickte er mit dem Knie weg, die Bänder blieben aber ganz.

Und auch die Qualifikation für die WM war für den Nordhessen nicht von Beginn an sicher. Das erste Quali-Turnier verpasste er wegen einer Mandelentzündung, bis eine Woche vor dem zweiten Turnier in Rüsselsheim musste er noch Antibiotika nehmen. Trotzdem wurde der 22-Jährige in den deutschen Kader berufen, obwohl er mit sich selbst gar nicht hundertprozentig zufrieden war: „Den Boden habe ich ziemlich vergeigt, da hatte ich dann nur eine 11,6 statt einer guten 13er-Wertung. Auch die Ringe liefen nicht optimal“, sagt Trebing. Immerhin: Gesundheitlich hat er keine Probleme mehr, auch der Nacken und das Knie seien komplett verheilt.

Das Team musste umbesetzt werden

Seit dem Montag vor anderthalb Wochen bereitete sich Trebing mit der deutschen Mannschaft im Leistungszentrum Kienbaum auf die WM vor. Nach einem freien Wochenende ist der Flieger nach Liverpool am Mittwoch abgehoben – allerdings anders besetzt als ursprünglich geplant.
Lucas Kochan (Cottbus) und der als Reserveturner nominierte Nick Klessing (Halle) mussten aus gesundheitlichen Gründen aus Kienbaum abreisen. Pascal Brendel (Wetzlar) wurde von Cheftrainer Valeri Belenki nachnominiert, Milan Hosseini (Böckingen) ist neuer Reserveturner. Die beiden verstärken das Team um Lukas Dauser (Unterhaching), Nils Dunkel (Halle), Trebing und Andreas Toba (beide Hannover).

Der Blick geht auch schon in die Zukunft

Jetzt also Liverpool. Zum vierten Mal nach 1993 in Birmingham, 2009 in London und 2015 in Glasgow findet eine Turn-WM in Großbritannien statt. Austragungsort ist die M&S Bank Arena, wo 11 000 Zuschauer Platz finden. Eine Platzierung hat sich Trebing im deutschen Team nicht als Ziel gesetzt. Klar, die Konkurrenz bei der WM ist riesig. „Ich möchte möglichst ohne Fehler durch meine Übungen kommen und das Team wieder besser unterstützen als in München“, sagt der Kasseler.

Anspruch auf eine Top-Platzierung meldet er nicht an: „Ein Finale wäre schön, das ist aber weit weg. Mit dem Team wäre eine Top-Zwölf-Platzierung gut, das Finale der besten Acht wäre glücklich.“ Der Blick mit der Mannschaft ist auch schon nach vorne gerichtet. Die drei besten Teams dieser WM sind schon automatisch für die Olympischen Spiele 2024 in Paris qualifiziert, bei der WM im kommenden Jahr in Belgien gibt es neun weitere Plätze.

Von Björn Friedrichs

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