Vor Ort: Nationaler Nachwuchs der Sportakrobaten zu Gast in der Baunataler Rundsporthalle

Erst Cornflakes, dann Artistik

Sie hat den Plan: KSV-Tainerin Irina Klut. Foto: Fischer

baunatal. 200 Sportlerinnen und Sportler, zehn Landesverbände, 86 Starts, zwei Starterklassen: So liest sich die Bestenermittlung des Deutschen Sportakrobatikbundes in Zahlen. Wir waren vor Ort in der Baunataler Rundsporthalle, in der der KSV die Deutsche Meisterschaft des Nachwuchses ausgerichtet hat. Der Wecker klingelt

Es ist 6.50 Uhr. Emilia Brahams Wecker klingelt. Heute ist ein besonderer Tag für die Zehnjährige: Gemeinsam mit Zoey Liebchen wird die Sportakrobatin des KSV Baunatal heute bei der Bestenermittlung antreten. Bevor Trainerin Irina Klut sie zum Wettkampf abholt, wird erst mal gefrühstückt. „Ich habe Cornflakes gegessen“, sagt Emilia. Zoey schläft zehn Minuten länger als ihre Partnerin und isst Waffeln zum Frühstück. Die Nervosität kommt erst in der Halle. Gleich als zweites Damen-Paar sind die beiden um vor halb elf an der Reihe. Fleißige Heinzelmännchen

Bis es soweit ist, haben die fleißigen Helferinnen und Helfer der Sportakrobatik-Abteilung längst alles vorbereitet. „Die Matten haben wir schon am Donnerstagnachmittag aufgebaut“, sagt Pressereferentin Helga Stähling. In drei oder vier Vorstandssitzungen sei die Deutsche Meisterschaft Thema gewesen, damit nichts schief geht. Vom Sanitätsdienst über die Kampfgerichte bis zum Catering und der Dekoration ist an alles gedacht. 20 Helferinnen und Helfer des Vereins arbeiten Hand in Hand. auch Abteilungsjubiläum

Um 7.30 Uhr haben sich die ersten Helfer in der Rundsporthalle verabredet, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Die Feier zum 30-jährigen Abteilungsjubiläum am Vorabend ging zum Glück nur bis 22.30 Uhr, so dass alle frisch sind. Zeit für die Kür

Emilia und Zoey indes haben inzwischen auf der Vorbereitungsmatte im Nebenraum die letzten Absprachen getroffen, den Trainingsanzug ausgezogen. Dutt und Wettkampfanzug sitzen: 20 Minuten hat Trainerin Irina Klut gebraucht, um die Augen passend mit pink- und gelbfarbenem Lidschatten zu schminken. Annegret Belitzer, eine von insgesamt 20 Kampfrichterinnen ist bereit für den Auftritt der Lokalmatadoren und hat den Stift gezückt. Sie ist am Morgen aus Dortmund angereist, um heute im Kampfgericht dabei sein zu können. Emilia und Zoey werden über Lautsprecher angekündigt und treten an den Mattenrand. Musik an, volle Konzentration. Die Choreografie sitzt. Es gibt Punkte für Technik, Schwierigkeit und Artistik. Die beiden Mädchen sind mit ihrem Auftritt zufrieden, obwohl sie das Finale als Elfte ganz knapp verpassen. Aufnahmeknopf vergessen

Oben auf der Tribüne stellt Zoeys Mutter Daniela Liebchen fest, dass sie vergessen hat, den Aufnahmeknopf beim Smartphone zu drücken, um den besonderen Moment im Leben ihrer Tochter auf Video festzuhalten. „Zum Glück hat noch jemand gefilmt“, lacht sie erleichtert. „Ich habedie Daumen gedrückt für die Beiden, aber bei den spektakulären Figuren mache ich lieber die Augen zu“, verrät sie. Ein runder Wettkampf

Am Sonntagnachmittag um 14 Uhr ist alles vorbei. „Es ist geschafft und wir sind geschafft“, lacht Stähling nach getaner Arbeit. „Die Stimmung war toll, keiner hat sich verletzt.“ Nur sportlich hätte es etwas besser laufen können: Mit Christine Stapel und Sinem Askin ist das zweite Baunataler Paar nach Abzügen nur auf Rang 16 gelandet und hat damit das Finale bei den älteren Jahrgängen klar verpasst. Doch die Planungen für Wettkämpfe im kommenden Jahr laufen bereits - die Sportakrobaten des KSV Baunatal wollen sich wieder um eine Meisterschaft bewerben.

Von Carina Wagener

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