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Absolut magisch: Das Feuerwerk der Turnkunst begeistert in Kasseler Rothenbach-Halle

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Wahnsinnige Körperbeherrschung: Anna Liapunova, Anastasiia Premiakova und Nadia Kotliar bilden das Trio Bellissimo. Als wäre ein Spagat nicht schon genug, formieren die Ukrainerinnen ihre Körper zu Pyramiden.
Wahnsinnige Körperbeherrschung: Anna Liapunova, Anastasiia Premiakova und Nadia Kotliar bilden das Trio Bellissimo. Als wäre ein Spagat nicht schon genug, formieren die Ukrainerinnen ihre Körper zu Pyramiden. © Fischer, Andreas

Und plötzlich ist man in einer anderen Welt. Wer die Feuerwerk-der-Turnkunst-Show in der Kasseler Rothenbach-Halle gesehen hat, muss sich ähnlich gefühlt haben.

Kassel – Der Raum in grünes und blaues Licht getaucht, von Nebel und Waldgeräuschen wie dem Zirpen von Grillen und Vogelgezwitscher gefüllt. Eine mystische Atmosphäre, die einen nur erahnen lässt, was das Feuerwerk der Turnkunst mit seiner Spirit-Show an diesem Abend auf die Bühne bringt.

„Spirit. Das ist die Ausstrahlung, der Geist, der Charme, der durch das Turnen verbreitet wird“, sagt Elena Möller, Vizepräsidentin des Hessischen Turnverbands und verspricht nicht zu viel, als sie ergänzt, dass diese eine der emotionalsten und spektakulärsten Galas werden würde. Aber von vorn.

Feuerwerk der Turnkunst: Eintauchen in eine fiktive Welt

18 Auftritte, von Akrobatik bis Comedy. Manches versetzt einen in Staunen, anderes bringt einen zum Lachen. Wieder anderes übersäht den Körper mit kribbelnder Gänsehaut. Von dem über die gesamte Show hinweg erzählten Märchen über das goldene Wesen und seine Begegnung mit den wundersamen Waldbewohnern (Showteam) an die Hand genommen, taucht der Zuschauer ein in eine fiktive Welt. Das goldene Wesen wird von Charlotte Martin verkörpert, Partnerin des gebürtig aus Kassel stammenden Turners Lewis Trebing, der erstmals Teil des Feuerwerk-der-Turnkunst-Ensembles ist.

Gemeinsam führen sie mit dem Showteam nicht nur turnerisch als Bindeglied zwischen den einzelnen Acts durch den Abend, sondern beeindrucken als Duo LuC am Flying Pole auch mit unglaublicher Anmut. „Wir sind so frei wie der Wind, wir sind im Herzen noch Kind“, ertönt es dazu von der Turnkunst-Band „The Peppers“ – Sätze, die einen im Zusammenspiel mit der Vorstellung der beiden kurz den Alltag vergessen lassen. Absolut magisch, wie die Artisten es die gesamte Show über schaffen, den Zauber dieser Märchenwelt aufrechtzuerhalten.

Spirit-Show: Vom Publikum gibt es tosenden Applaus

Dabei einen Höhepunkt auszumachen, ist schwer. Wenn Florencia Aracama und Nicolás Busso (Duo Rings) an von der Decke hängenden Ringen durch die Luft fliegen oder drei Ukrainerinnen (Trio Bellissimo) ihre Körper bis zum Äußersten verbiegen und zu einer menschlichen Pyramide aufstellen, als wäre es das Leichteste der Welt, stockt einem regelmäßig der Atem.

Wahrscheinlich ist genau diese Leichtigkeit, die die Artisten auf das Publikum übertragen, das Besondere an diesem Abend – und das Gefühl, das bleibt, wenn der Applaus am Ende verstummt. Daran mangelt es auf den Tribünen der Rothenbach-Halle keineswegs – nicht selten von Jubelschreien begleitet.

Nicht nur Turnkunst: Mikhail Usov bringt die Zuschauer zum Lachen

Auch das Lachen kommt nicht zu kurz: Tritt Clown Mikhail Usov auf die Bühne, wird es erst ganz ruhig. Keine emotionale, dramatische Musik, die sonst den Raum füllt und den Boden beben lässt. Zieht er eine Plastiktüte nach der anderen aus der Tasche und lässt sie leicht wie eine Feder auf den Boden gleiten, geht ein raunendes Lachen durch die Reihen. Grund für die Erheiterung sind aber wohl weniger seine Aktionen an sich als vielmehr die unschuldige Mimik in seinem Gesicht, die ihm nicht zuletzt seine großen Kulleraugen verleiht.

In die Luft geschleuderte Schweden (Scandinavian Boards) und auf Trampolinen springende zeitweise als Zwerge, dann mit LEDs zum Leuchten gebrachte Artisten, machen den Spirit perfekt. (Lea-Sophie Mollus)

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