Feuerwerk der Turnkunst fasziniert 3300 Zuschauer

Da spritzt das Wasser in der Riesen-Badewanne: Artem Ghazarian und Viktoria Gnatiuk mit ihrer besonderen Form der Akrobatik in der Wasserschüssel – fast wie beim „Nasse-T-Shirt-Wettbewerb“. Alle Fotos: Hubert Jelinek/gsd

Herr Stanke ist so etwas wie das Faktotum beim 29. Feuerwerk. Als Hausmeister schlurft er mit seinem grauen Kittel durch die Show, ist um Ordnung und Sauberkeit bemüht.

Herr Stanke ist 2016 der „running gag“ von Europas größter Turn-Show. Comedy pur ist seine Einlage als verhinderter Teppichklopfer. Wie er versucht, die Auslegeware mit Leiter über die Teppichklopfstange (= Reck) zu hieven – einfach urkomisch und gelungen!

Wie auch so manche andere Nummern bei der „Imagine“-Tour, die dem englischen Wortsinn nach mit der Vorstellungskraft spielt. Bestes Beispiel: Der „Wall Clown“ Tobias Wegner. Sein Part auf einem 3 x 3 x 3 Meter großen Würfel mit LED-Wänden ist faszinierend. Sein Tun wird per Videokamera auf die Würfelwände übertragen – doch die Perspektive ist um 90 Grad gedreht, was zu verblüffenden Effekten führt. Liegt er im Original auf dem Boden, steht der „Wand-Clown“ in der Projektion an der imaginären Würfelwand.

Eine Welt-Neuheit: Die Akrobatik von „Feuerwerk“-Urgestein Artem Ghazarian und Viktoria Gnatiuk kurz vor der Pause in der halbkugelartigen Wasserschüssel. Es spritzt und plätschert nur so umher in der Riesen-Badewanne bei der glitschigen Handstandakrobatik. Eigentlich Zeit für Herrn Stanke, hinterher aufzuwischen…

Den Part der Lokalmatadorin übernimmt Lea Hinz, erstmals mit Live-Musik von „Foxos“ begleitet. Vom TSV Obernjesa ausgehend hat sie längst die Bühnen der Welt erobert – beim „Feuerwerk“ in roten Strapsen mit ihrem Luftring in schwindelerregender Höhe. Kurz unter dem Hallendach ist auch der Chinese Bo Li zuhause. Auf mehr als sieben Meter hohen, steckbaren und schwingenden Stäben zeigt er atemberaubende Handstandartistik – ist aber seilgesichert. Zu verwegen sind seine Kunststücke. Wie auch die seiner Landsleute von der „Troupe Yunnan“. Sie fliegen Trampolin-unterstützt zwischen vier Stangen umher und durch Hulla-Hoop-Reifen, Kollisionen bleiben glücklicherweise aus.

Begeisternde Chinesen

Zwei weitere Chinesen faszinieren ebenso: Miao Changwei tanzt Spitzen-Ballett auf den Schultern und dem Kopf ihres Partners Lin Deng: Anmut und Grazie gepaart mit unglaublicher Kraft und Körperkontrolle. Den Kraft-/Athletik-Part verkörpern unter anderem Pierre Büchner und Timo Gödeke und die Turner und Turnerinnen des Feuerwerk-Showteams am doppelten Stufenbarren und dreifachen Reck.

Klar, für jeden wieder was dabei bei der Imagine-Tour als Einstimmung auf das Turnfest Ende Juni in Göttingen. Standing Ovations der 3300 Zuschauer am Dienstagabend. Gab’s lange nicht. Mit „2gether“ geht’s 2017 weiter, vom 24. bis 26. Januar in der Lokhalle.

Feuerwerk der Turnkunst

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