Fahrplan nach Tokio steht

Kasseler Turner Glenn Trebing hat 2021 ein volles Programm auf dem Weg zu Olympia

Der Kasseler Turner Glenn Trebing turnt an den Ringen.
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Die Ringe zählen zwar nicht zu Glenn Trebings besten Geräten, trotzdem wird er sie weiter trainieren. So baut er für die Olympischen Spiele sowohl auf den Mehrkampf als auch auf seine Top-Geräte Pauschenpferd und Parallelbarren.

Der Terminkalender von Glenn Trebing wird im kommenden Jahr voll sein. Weltcups, Europameisterschaft, Deutsche Meisterschaft und natürlich die Olympischen Spiele in Tokio stehen an.

Kassel - Für diese Wettkämpfe möchte sich der 20-Jährige qualifizieren. Denn seit Ende November ist er im Olympia-Kader, der aus zwölf Turnern besteht. Aus diesem Kreis werden vier Athleten und ein Ersatzturner für Tokio ausgewählt.

Der Weg der deutschen Turnriege nach Tokio

Der erste Wettkampf im neuen Jahr ist der Weltcup Ende Februar in Cottbus, gefolgt von dem in Baku (Aserbaidschan) eine Woche später. Dort soll Trebing jeweils am Pauschenpferd starten, wie er unserer Zeitung am Telefon erzählte. Kurz darauf steht Mitte März der DTB-Pokal in Stuttgart auf dem Plan. Ein Mannschaftswettkampf, bei dem die Kader-Turner wohl alle einen Mehrkampf turnen werden. Genau einen Monat später findet die EM in Basel statt. „Es wäre gut, wenn ich mich dafür qualifiziere.“ Zwischen der Deutschen Meisterschaft Anfang Juni und Olympia Ende Juli steht noch das entscheidende Event an: die Olympia-Quali.

„Es sind viele Wettkämpfe, die jetzt noch kommen“, sagt der Turner aus Kassel, der mit dem Deutschen Mehrkampf-Meister von 2019, Andreas Toba, im Olympiastützpunkt Hannover trainiert. Normalerweise kenne er es nicht, dass er vor so einem wichtigen Ereignis so viele andere Wettkämpfe turnen müsse. Um Erfahrungen zu sammeln, nehme er aber alle gerne mit.

Zwischen den Wettbewerben sind monatliche Trainingslager im brandenburgischen Kienbaum geplant. Ob alle Lehrgänge und Veranstaltungen wirklich stattfinden können, hängt natürlich von der Corona-Lage ab. Trebing geht davon aus, dass die direkte Olympiavorbereitung sechs Wochen vor den Sommerspielen beginnt.

Konkurrenz um die Olympia-Tickets

Doch wer sind Trebings Konkurrenten um die Olympia-Tickets? Toba und Lukas Dauser sind, wenn sie gesund bleiben, so gut wie gesetzt für Tokio. Beide sind sehr gute Mehrkämpfer und bewiesen ihr Können zuletzt bei der Kader-Quali. Dazu kommt Marcel Nguyen, der wegen eines Knochenödems zuletzt ausfiel und ebenfalls ein starker Mehrkämpfer ist.

Somit bleiben nur noch ein bis zwei weitere Plätze für Tokio. Trebing kennt die Stärken und Schwächen seiner Kaderkollegen. Trotzdem: „Es ist schwierig, eine Vorstellung vom Olympia-Team zu haben, da es ja nur aus vier Turnern besteht.“ In Rio de Janeiro 2016 waren es noch Fünfer-Teams. Wenn Toba und Dauser in die Mannschaft kommen, sei es laut Trebing unwahrscheinlich, dass Bundestrainer Valeri Belenki noch einen weiteren Mehrkämpfer mitnähme.

Er tippt darauf, dass noch ein Boden- und Sprungspezialist ausgewählt wird. Ergänzend dazu bräuchte das Team noch einen Pferd- und Barrenspezialisten – Trebings beste Geräte. Sein stärkster Konkurrent ist der 23-jährige Nils Dunkel, der ähnliche Stärken hat. Bei der Kader-Quali hatte Dunkel die Nase am Pferd vorn, Trebing am Barren.

Trebings Trainingsplan

Trebing wird alle sechs Geräte weiter trainieren, aber auch versuchen, an seinen Top-Geräten, noch besser zu werden. „Damit ich da ein bisschen hervorsteche.“ Ein Achtungszeichen ist sein Schwierigkeitswert am Pauschenpferd: 6,1. Aktuell der höchste im Olympia-Kader. Als einer der wenigen Deutschen turnt er dort den sogenannten Sohn, eine einarmige Kreisflanke auf einer Pausche, die 0,5 Punkte wert ist.

Beim Kader-Wettkampf probierte er zum ersten Mal den Kolman am Reck, stürzte jedoch. Dort ist es sein Ziel, seine Flugelemente sicher zu hängen. Am Boden möchte er an seinen Landungen nach den Akrobahnen arbeiten.

Finale in der Deutschen Turn-Bundesliga

Der letzte Wettkampf dieses Jahr ist das Bundesliga-Finale am 19. Dezember gegen die TG Saar. Obwohl der TV Wetzgau, für den Trebing startet, in dieser Saison bereits einmal gegen sie verloren hat, sieht Trebing gute Chancen für einen Sieg. (Sandra Böhm)

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