Vor Ort: Beim Sichtungstag „Kinder-Olympiade“ der Turn-Talentschule Nordhessen auf dem Sensenstein

Keiner geht ohne Muskelkater

Kräftemessen am Reck: Mika Schmid (an der Stange) muss jetzt zeigen, was in ihm steckt. Hans Matzner, Leiter der Turn-Talentschule Nordhessen, notiert die Anzahl der Wiederholungen, die später mithilfe eines Punktesystems ausgewertet werden. Zwei Fotos: Fischer

kassel. Der Jüngste ist dreieinhalb, der Älteste acht. Am nächsten Tag werden vermutlich alle Teilnehmer der Kinder-Olympiade auf dem Sensenstein Muskelkater haben. Zum zweiten Mal hatte die Turn-Talentschule (TTS) Nordhessen am Freitag Jungen zum Talentsichtungstag eingeladen, die Mädchen waren am Samstag in Wellerode dran.

Neuling macht es voR

Noch nicht lange bei den Turnern dabei ist Davis Bausch aus dem niedersächsischen Staufenberg. Erst seit November, also gerade einmal drei Monaten, turnt der Siebenjährige. Seitdem ist er hellauf begeistert und kriegt einfach nicht genug von den Turnübungen, wie seine Mutter Sina Bausch sagt: „Die Wohnzimmerwände haben schon ziemlich gelitten unter seinen Handstandversuchen.“

Fünfmal pro Woche hat Davis die letzten Monate trainiert, seine Fortschritte seither sind beachtlich. „Bei manchen Übungen wusste ich zuerst gar nicht, wie das gehen soll“, erzählt er von den ersten Begegnungen mit Seil, Reck und Barren. „Und der Muskelkater ist echt heftig“, sprudelt es weiter aus ihm heraus.

Zwillinge als Vorbilder

Die 15-jährigen Zwillinge Glenn und Lewis Trebing sind zurzeit der ganze Stolz der nordhessischen Turner. Mit ihren, zuletzt sogar internationalen Erfolgen dienen sie als Vorbild und Motivation für den noch jüngeren Nachwuchs. Bei der Kinder-Olympiade besetzen sie einen Teil der aufgebauten Stationen und protokollieren die Leistungen der Teilnehmer. Besonders gefürchtet bei den Kindern wie Felix Krägelius aus Kassel ist das hängende Seil. Lewis Trebings Demonstration von zehn Griffen am senkrechten Seil ohne Hilfe der Füße macht ordentlich Eindruck bei den Kleinen. Unterschiede noch groß

Bei fast jeder Station ist zu beobachten, wie groß die Unterschiede bei den Jungen sind, obwohl höchstens ein paar Jahre dazwischenliegen. „Von einigen bin ich sehr positiv überrascht“, meint Stefanie Sendler, Nachwuchstrainerin in der TTS. „Manche sind vom Körperbau einfach noch nicht so weit, andere haben eher mit der Konzentration zu kämpfen“, sagt sie weiter. Hans Matzner, der Leiter der TTS, macht klare Ansagen, um seine Gruppe bei der Stange zu halten. Ein großes Lob für herausragende zwölf Klimmzüge eines Siebenjährigen hat er trotzdem übrig. „Es geht vielmehr darum, sein Körpergefühl zu stärken, als zu beweisen, wie stark man ist“, ordnet der Lehrer-Trainer am Kasseler Goethegymnasium ein. „Wenn die Kinder ein Bewusstsein für ihren Körper entwickeln, ist das sowohl pädagogisch als auch sportlich wertvoll“, erklärt Matzner.

Am Samstag fand in Wellerode unter Aufsicht der Trainerinnen Shirin Branke und Carolin Feichtinger der Sichtungstag der Mädchen statt. Auch Rainer Weishaar, Landestrainer im weiblichen Geräteturnen, sah den 45 teilnehmenden Mädchen zu.

Von Gregory Dauber

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