Said Mosavi und Eric Haifl feiern Erfolge in luftiger Höhe

Ein erfolgreiches Paar: Untermann Said Mosavi und Eric Haifl von der TG Lispenhausen nahmen an den Deutschen Meisterschaften in der Sportakrobatik teil. Foto: Henkel

Rotenburg. Die beiden Sportakrobaten der TG Lispenhausen haben es schon bis zu den Deutschen Meisterschaften geschafft.

Es ist eine fließende Bewegung: Said Mosavis starke Arme stemmen Eric Haifl nach oben. Fast ausgestreckt sind sie, während Erics Arme angewinkelt sind. So verharren sie: Der Träger am Boden bewegungslos, der Getragene, fast waagerecht in der Luft liegend, nicht minder. „Das ist das Krokodil“, erklärt Tanja Klingenhöfer.

Said Mosavi und Eric Haifl sind Sportakrobaten, und Tanja Klingenhöfer trainiert bei der TG Lispenhausen das Sportlerpaar, das äußerlich sehr ungleich wirkt. Der kräftige Mosavi ist 18 Jahre als, der schmächtige Eric - er wiegt keine 30 Kilo - sieben Jahre jünger und gut und gerne zwei Köpfe kleiner. Doch zusammen sind die beiden ein Team, das sich aufeinander verlassen kann.

Das müssen sie auch: Denn bei den Balance- und Dynamikübungen der Sportakrobatik, aus denen sie ihre zweieinhalb Minuten lange Kür zusammenstellen, befindet sich Eric Haifl meist in der Luft, gehalten oder geworfen von den Händen seines Partners. „Als er ihn das erste Mal in die Luft geschleudert hat, konnte ich nicht hinschauen“, gesteht Silke Haifl, die Mutter des Elfjährigen. „Aber inzwischen geht es.“

Sportart nicht gekannt

So verschieden die Sportler, so unterschiedlich waren auch ihre Wege zur Sportakrobatik. „In meiner Heimat Afghanistan habe ich drei Jahre lang Geräteturnen trainiert“, erzählt Said Mosavi. „Bodenturnen - und am liebsten Sprünge.“ Mittlerweile lebt er in Eschwege. Dort wurde er Mitglied einer Showtanzgruppe - als einziger Junge. Bekannte erzählten ihm dann von der Sportakrobatik in Lispenhausen. „Die Sportart kannte ich gar nicht“, gestand der 18-Jährige, der kürzlich eine Ausbildung bei der Strabag in Bebra begonnen hat.

Eric Haifl, der in Bebra die 6. Klasse besucht, ging dagegen regelmäßig zum Kinderturnen bei der TGL. Dabei beobachtete er das Training der Sportakrobaten und beschloss: „Das will ich auch machen!“

Weiterhin ungewöhnlich ist, wie Tanja Klingenhöfer erzählt, dass zwei Jungen zu einem Akrobatenpaar werden. „Sie sind die einzigen in Hessen derzeit“, sagt sie. Alle anderen sind Mädchen- oder Mixed-Paare. Und erfolgreich sind Said und Eric obendrein. Bei den Hessenmeisterschaften wurden sie Zweite - und qualifizierten sich so für die Deutschen Meisterschaften, die „praktischerweise“, wie Tanja Klingenhöfer anmerkt, in Baunatal stattfanden.

„Ein bisschen nervös“

„Da waren die beiden ein bisschen nervös“, erinnert sie sich. „Da sind sie noch steigerungsfähig. Aber so ist das in der Sportakrobatik: Mal klappt was, mal eben nicht.“ Trainiert wird einmal in der Woche eineinhalb Stunden lang - „weniger als die meisten anderen Vereine“. Tanja Kingenhöfer ist nicht nur erfahrene Trainerin, sondern auch Bundeskampfrichterin. Sie trainiert in der TGL gemeinsam mit drei Übungshelfern 26 Aktive zwischen fünf und 22 Jahren. Die nationalen Titelkämpfe 2018 finden übrigens in Kiel statt - und Said und Eric haben sie im Visier.

Von Rainer Henkel

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