Rubic Ghasemi-Nobakht bei den Fußball-Profis von Hannover 96 / Debüt beim 1:2 in Hoffenheim

Über Northeim in die Bundesliga

Rassiger Zweikampf: 96-Stürmer Rubic Ghasemi-Nobakht (li.) versucht, sich den Hoffenheimer Nationalspieler Andreas Beck vom Leib zu halten. Ein Tor gelang dem Ex-Northeimer bei seiner Bundesliga-Premiere (noch) nicht. Foto: Kaletta/gsd

Hannover/Göttingen. Vergangener Samstag, 16.33 Uhr, Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim: Anpfiff zur zweiten Halbzeit in der Fußball-Bundesliga zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Hannover 96 - mit Rubic Ghasemi-Nobakht! Als die „Roten“ bereits 0:2 zurückliegen, gibt der neue 96-Trainer Mirko Slomka dem ehemaligen Spieler des FC Eintracht Northeim eine Chance im Sturm. Doch für 96 reicht es nicht mehr, die 1:2-Pleite war das zehnte sieglose Spiel.

An Ghasemi-Nobakht (22) lag´s nicht. Vielmehr deutet sein Debüt in Hannovers Erstliga-Team einen kleinen Hoffnungsschimmer an, dass es bei aller Bedeutungslosigkeit des südniedersächsischen Fußballs doch „Ausreißer“ gibt. Denn nach seinem Bruder Sebastian Ghasemi-Nobakht (24), der für Zweitligist Greuther Fürth spielt, und Adriano Grimaldi (18), der schon bei Erstligist FSV Mainz 05 in den Blickpunkt rückte, ist der jüngere Ghasemi derzeit der dritte Kicker der Region, der es in den Top-Profibereich schaffte.

Gute Zeiten...

Rückblick. 3. Mai 2008: Eintracht Northeim tritt bei den Freien Turnern in Braunschweig an. Nach drei Minuten trifft Rubic Ghasemi-Nobakht zum 0:1 - der Auftakt zu einem sensationellen Spiel. Nach der Pause legt er erst richtig los: 1:2 (51.), 1:3 (56.), 1:4 (59.), 1:5 (66.) - Torschütze? Jeweils Ghasemi-Nobakht! Eine Sternstunde des flinken Stürmers zum Northeimer 5:1-Sieg. Der ist lange her...

Die Gegenwart heißt Abstiegskampf mit 96. „Dass ich jetzt spielen durfte, ist wunderbar“, sagt der Fitness-Freund, der seit zwei Jahren wieder in Hannover lebt, seit einem Jahr auch mit Freundin. Sein Gegenspieler in Hoffenheim war Nationalverteidiger Andreas Beck. „Ich hab’ das noch gar nicht realisiert“, sagt Ghasemi (nur 1,74 m groß) .

Und wie ergab sich die Nominierung? „Wir haben letzte Woche bei 96 Lauftests gemacht. Ich war der schnellste. Herr Slomka hat mich dann ins Profi-Team hochgeholt und ich hab’ wohl überzeugt“, schildert der Ex-Northeimer seinen „Aufstieg“. Übrigens: Über 100 Meter läuft er 10,58 Sekunden. Natürlich profitierte er auch vom Verletzungspech anderer. Aber egal.

...schlechte Zeiten

„Ich bin jetzt gut drauf, will meine Schnelligkeit nutzen“, hofft Ghasemi-Nobakht auf einen Einsatz gegen Bremen am kommenden Samstag. Dabei erlebte er auch schon schwere Zeiten: Nach dem Abschied aus Northeim (24 Tore in 27 Spielen) riss er sich beim Spiel der 96-Zweiten bei Cottbus II das Kreuzband, vergangenes Jahr erwischte ihn die Schweinegrippe. Der Stürmer: „Es waren nur Anzeichen, die Geschichte stimmt gar nicht.“

Mit dem Bundesliga-Debüt hat er sich sein großes Ziel verwirklicht. Und ist seinem Vater France (aus dem Iran) und Mutter Petra dankbar: „Jetzt kann ich meinen Eltern zurückgeben, was sie für mich getan haben.“ Kontakt zu seinen früheren Mitspielern hat Ghasemi-Nobakht nur noch wenig. „Nur zu Christian Splitt und Kevin Eckert.“ Natürlich soll es auch mit dem ersten Tor bald klappen. Ghasemi-Nobakht: „Das mache ich bestimmt!“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

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