Fußballturnier an der Konsole

Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cup: Titel geht an JSG Diemelsee/Upland, JSG Gemünden Dritter

Verdienter Lohn: Björn Zarges (Marktsekretariat der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, rechts) übergibt den Siegerscheck an Julian Kesting, Teamkapitän der JSG Diemelsee/Upland. Übergabe Siegerscheck, Bild mit großem Scheck, E-Soccer-Cup 2020/21
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Verdienter Lohn: Björn Zarges (Marktsekretariat der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, rechts) übergibt den Siegerscheck an Julian Kesting, Teamkapitän der JSG Diemelsee/Upland.

Der Titelträger beim Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cup steht fest: Am Finaltag setzten sich die Kicker der JSG Diemelsee/Upland beim Turnier an der Konsole mit 2:1 gegen den TSV Strothe durch. Rang drei ging an die JSG Gemünden, die im kleinen Finale gegen den SV Reddighausen ebenfalls mit 2:1 gewann.

Frankenberg - Die Bilanz des Turniers der Frankenberger Allgemeinen und der Waldeckischen Landeszeitung fiel positiv aus. Vor allem die Spieler waren von dem Angebot angetan, zumal sie in Corona-Zeiten seit mehr als drei Monaten nicht mehr auf die Sportplätze und in die Sporthallen dürfen. „Das war eine sehr coole Idee. Wir waren alle froh über das Turnier und haben gerne daran teilgenommen“, sagte zum Beispiel Janik Kroh vom SV Reddighausen, der sich eine Neuauflage wünscht. „Das war eine schöne Gelegenheit, dass man mit Freunden in Kontakt bleibt und ins Gespräch kommt. Das ist in Corona-Zeiten wichtig.“ Das sah auch sein Teamkollege Marlon Wolf so: „Wir haben ganz oft zusammen trainiert. Jeder hat vor seiner Playstation gesessen und wir konnten so viel zusammen erzählen.“

Andreas Leiboldt, Trainer der B-Junioren der JSG Gemünden ergänzte: „Die Jungs haben gemerkt, dass ihr Abschneiden verfolgt wird. Sie haben viel in den sozialen Medien gepostet und Aufmerksamkeit bekommen.“ Mit realem Fußball hätte E-Soccer zwar wenig zu tun, „aber in der Corona-Zeit war das besser, als gar nichts zu machen. So denken die Jungs wenigstens an Fußball.“

Auch Björn Zarges zog ein positives Fazit: „Das war eine tolle Aktion, die wir gerne unterstützt haben“, sagte der Bereichsleiter Marktsekretariat der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. „Wir können uns gut vorstellen, dass wir auch eine Neuauflage wieder unterstützen werden“, fügte er hinzu.

Die Sparkasse hat die Geldpreise, insgesamt 2700 Euro, zur Verfügung gestellt. Der Siegerverein kann sich über 800 Euro freuen, der Zweite über 600 Euro. Rang drei wurde mit 400 Euro honoriert, Rang vier mit 300. Die vier im Viertelfinale ausgeschiedenen Mannschaften erhalten jeweils 150 Euro. Willkommenes Geld in schweren Zeiten für die Vereine.

Auch Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke ist das Thema E-Soccer während der vergangenen Wochen nicht verborgen geblieben. „Ich habe das verfolgt, auch weil die Teams der SG Eder ja sehr erfolgreich beim E-Soccer unterwegs waren“, sagte der Schreufaer. „Der Verband hat das mit den Stay-At-Home-Cups auch schon zweimal angeboten und es wird gut angenommen.“ Für Schicke ist E-Soccer eine „gute Alternative, wenn man draußen nicht kann“.

Vereine dürften sich dem Trend nicht verschließen. „Man sollte mit der Zeit gehen und dem E-Sport eine Heimat bieten. Die Vereine sollten sich auch um diese Spieler kümmern.“

Das Finale

Ausgerechnet Steffen Tigges. Ein Nobody im Profikader von Borussia Dortmund hat das Finale des E-Soccer-Turniers zugunsten der JSG Diemelsee/Upland entschieden. Julian Kesting, Bastian Scholz, Justin Gerold und Miguel Dessel Garrido schlugen in einem spannenden Endspiel die Kicker des TSV Strothe mit 2:1. Die drei Finalspiele haben rund 100 Zuschauer über den Twitch-Kanal im Internet mitverfolgt. Eine Übertragung des Spiels um Rang drei war dagegen aufgrund von schwacher Internetverbindung nicht möglich.

Zurück zu Tigges. Den 22-jährigen Mittelstürmer kennen vermutlich noch nicht einmal alle Dortmund-Fans, denn er durfte erst viermal in der Bundesliga ran. Doch die vier jungen E-Soccer-Spieler aus dem Upland wussten im Finale um den Wert dieses U 23-Spielers. Tigges ist körperlich robust, groß, aber trotzdem beweglich und damit zweikampf- und kopfballstark. Genau diesen Spielertyp wollte Justin Gerold im Sturmzentrum seiner Mannschaft sehen.

Dass jemand Vorteile bei diesem Spiel am Bildschirm hat, wenn er echten Fußball nicht nur selbst spielt, sondern auch eine Fußballdenke mitbringt, belegte schon das erste Duell in diesem Finale. Bastian Scholz hatte im Upland-Team vermutlich die unangenehmste Aufgabe zu lösen. Er musste gegen Lee Hartmann ran, der in diesem Turnier noch unbesiegt war. Aber wie agiert man im richtigen Fußball gegen scheinbar übermächtige Gegner? Genau, hinten gut stehen, das Zentrum dicht machen und selbst durch präzises Passspiel schnelle Konter fahren. Das gelang. Mit 2:1 nach Golden Goal behielt Scholz die Oberhand.

Tom Janus glich für Strothe aus – auch das Spiel gegen Julian Kesting war nichts für schwache Nerven. Kesting lag schon mit 2:0 vorne, ehe Janus doch noch zwei Treffer gelangen. In der Verlängerung gelang Janus sogar noch der Siegtreffer.

Das Spiel zwischen Justin Gerold und Julian Stiehl musste entscheiden. Gerold ging mit seinem Dortmunder Team mit dem Pausenpfiff (45.) in Führung. Doch nach dem Wechsel glich Stiehl mit seiner Tottenham-Elf durch Bale (61.) aus. Aber nur vier Minuten später kam der bereits erwähnte Tigges an den Ball – und der Sieg der JSG Diemelsee beim E-Soccer-Cup stand fest.

Das Spiel um Platz drei

Mit Rang drei hat die JSG Gemünden zum Abschluss des E-Soccer-Cups noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Im kleinen Finale setzte sich das Team knapp mit 2:1 gegen den SV Reddighausen durch und konnte sich über 400 Euro Preisgeld freuen. Reddighausen als Vierter kann sich mit 300 Euro trösten.

Das kleine Finale verlief wie erwartet knapp. Bitter für den SV Reddighausen: Nachdem das Team zuvor bis zum Viertelfinale meist das Glück auf seiner Seite hatte, fehlte es am Sonntag Mittag wie schon im Halbfinale. „Schade, dass wir die letzten beiden Spiele des Turniers mit 1:2 verloren haben“, sagte Teamkapitän Moritz Specht, der hinzufügte: „Wir hatten gute Gegner. Insgesamt war das ein super Turnier. Man hat sich gut reingefuchst und es hat viel Spaß gemacht.“ Es begann sogar gut für den SVR, denn Marlon Wolf hatte beim 3:1 gegen Finn Grosch den ersten Punkt geholt. „Insgesamt verdient“, befand Wolf. „Ich hatte das Ding gut im Griff.“ Der Reddighäuser ging mit 1:0 und 2:1 in Führung und entschied das Spiel kurz vor dem Ende mit einem Konter.

Ole Leon Brück gelang dann in Partie zwei gegen Janik Kroh der Ausgleich für die JSG. Der Gemündener gewann verdient und legte bis in die zweite Halbzeit eine 4:0-Führung vor. Kroh gab jedoch nicht auf, erzielte innerhalb von zehn Minuten zwei Tore und vergab in der 80. Minute den möglichen Anschlusstreffer. „Mein Gegner hat verdient gewonnen“, gestand Kroh ein.

Spiel drei musste also entscheiden und es trafen die beiden Teamkapitäne aufeinander. Moritz Specht ging in Führung, doch der Gemündener Marek Ullrich konterte schnell und legte eine 3:1-Führung vor. Specht versuchte alles, verkürzte auf 2:3 und setzte auf Offensive. Doch Ullrich nutzte einen Konter zur Entscheidung. „Wir hatten uns nach dem verlorenen ersten Spiel nicht mehr viel ausgerechnet“, sagte Ullrich. „Jetzt sind wir sehr glücklich, dass wir doch noch Platz drei erreicht haben.“

Mitgefiebert hat auch Andreas Leiboldt, der Trainer der B-Junioren der JSG Gemünden. „Ich freue mich für die Jungs. Sie haben Spaß gehabt.“ Das Preisgeld hätten sich die Jungs verdient – und die ganze Mannschaft soll davon profitieren. Das Quartett – Tjorven Sonneborn pausierte am Sonntag – erklärte, dass ein Teil des Preisgelds für eine Saisonabschlussfeier der B-Jugend-Mannschaft verwendet werden soll.

Beim E-Soccer-Cup Waldeck-Frankenberg treten 30 Teams aus dem gesamten Landkreis gegeneinander an.

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