Studenten wollen Kinder für Sport begeistern

Initiatoren und Förderer des Projekts „ballstars“: (von links) Dr. Andreas Albert und Philip Julius vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Uni Kassel, Dr. Gerhard König (Geschäftsführer Wingas), Axel Geerken (Vorstand MT Melsungen), Prof. Dr. Volker Scheid (Direktor Institut für Sport und Sportwissenschaft). Foto:  Schachtschneider

Kassel. Das Sportinstitut der Uni Kassel hat ein außergewöhnliches Projekt gestartet. Es nennt sich "ballstars". Die Idee: Kinder sollen für Ballsport begeistert werden.

Die alarmierenden Studien sind hinlänglich bekannt: Das Interesse von Kindern an Sport und Bewegung geht immer mehr zurück. Diesem Phänomen tritt das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Uni Kassel mit der Initiative „ballstars“ entgegen. Finanziell unterstützt werden die Wissenschaftler unter anderem von Handball-Bundesligist MT Melsungen und dem Kasseler Gashandelsunternehmen Wingas. Hier sind Fakten zu „ballstars“:

1. Das Projekt: Es handelt sich nicht um Talentförderung. „Wir wollen den Kindern den Umgang mit dem Ball näherbringen“, sagt Dr. Andreas Albert, der am Sportinstitut für die Ballsportausbildung verantwortlich ist. Fußball, Handball, Basketball, Volleyball. Es gehe nicht um Spezialisierung, sondern um Spielfähigkeit und um das soziale Miteinander im Sport, erläutert Albert. 30 Studierende sind für das Projekt ein Jahr lang geschult worden. Zwölf von ihnen fahren in die Grundschulen und setzen das Gelernte um.

2. Das Konzept: An erster Stelle steht der Spaß. „Die Kinder sollen einfach ins Spielen kommen“, sagt Projektleiter Philip Julius. Das Konzept von „ballstars“ sieht vor, die reinen technischen Abläufe hinten anzustellen. Anders ausgedrückt: Die jungen Sportler dürfen erst einmal machen. Dass dabei etwa der Spannschuss im Fußball und der Sprungwurf im Handball noch nicht korrekt ausgeführt werden, spiele keine Rolle, sagt Julius. Die Weiterentwicklung komme von ganz allein: „Die Erfahrung zeigt: Die Kinder fordern irgendwann selbst, etwas Neues zu lernen.“

3. Die Förderer: Haupt-Geldgeber für die Initiative sind die MT Melsungen und Wingas. Insgesamt handelt es sich um eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich. Sport käme heute eher zu kurz, sagt Wingas-Geschäftsführer Dr. Gerhard König: „Bei „ballstars“ handelt es sich um ein nachhaltiges Projekt. Deswegen sind wir mit an Bord.“ MT-Vorstand Axel Geerken verweist außerdem auf die gesellschaftliche Verantwortung. „Wir als Verein wollen mehr sein als nur Spitzensport.“ Die Initiative zu unterstützen sei auch eine Antwort auf die Frage gewesen: Wie kann sich die MT in der Region zusätzlich einbringen?

4. Die Schulen: Fünf Grundschulen profitieren bereits von der Initiative. Zum Beispiel die Grundschule Guxhagen. „Das Projekt wird super angenommen“, sagt Thomas Sünder. Der Sportlehrer nennt ein Beispiel: 39 Schüler seien im vergangenen Herbst eingeschult worden. Davon hätten sich 27 für die AG beworben. „ballstars“ sei ein zusätzlicher Baustein im Schulalltag und laufe parallel zum Sportunterricht, erklärt Sünder. Auf die Grundschulen kommen keine Kosten zu. Im Raum Nordhessen gibt es aktuell zehn „ballstars“-Gruppen.

5. Der Kontakt: Das Projekt soll wachsen - sowohl was die teilnehmenden Schulen als auch die Förderer anbelangt. „Wir reden hier von ganz Nordhessen“, sagt Philip Julius, über den der Kontakt läuft.

julius@ballstars.de

 

Tel. 0561/804-5236

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