Sportkreis-Fusion: Frankenbergs Sportkreisvorsitzender im HNA-Interview

Hält nichts von einer Fusion der Sportkreise: Bernhard Seitz während des Gesprächs in der HNA-Sportredaktion. Foto:  had

Frankenberg. Den Weg zur Fusion der Sportkreise in Hessen analog den politischen Kreisen hat das Präsidium des Landessportbunds Hessen mit einer Satzungsänderung im Herbst schon vorbereitet.

Dass diese auf dem Sportbundtag im September 2012 beschlossen wird, davon geht Bernhard Seitz aus. „Ich bin überzeugt davon, dass diese Reform eine große Mehrheit finden wird, auch bei meiner Gegenstimme“, erläutert der Vorsitzende des Sportkreises Frankenberg im HNA-Interview.

„Ich halte den Sportkreis Frankenberg allein für arbeitsfähig“, kontert Seitz und will sich in bevorstehenden Gesprächen mit den Waldeckern vehement für die Belange der Frankenberger einsetzen: „Eine feindliche Übernahme mache ich nicht mit“, sagt der 59-Jährige. Seine Crux: Kommt die Fusion, wie es nun aussieht, muss der Bottendorfer sie als Fusionsgegner auch noch umsetzen.

Herr Seitz, der Sportkreis Frankenberg als Gebilde hat seit Jahrzehnten gut funktioniert. Ist er gut aufgestellt?

Bernhard Seitz: Unser Sportkreis umfasst aktuell 125 Vereine mit rund 27 000 Mitgliedern. Die überwiegende Zahl sind Mehr-Spartenvereine. Das macht deutlich: Hier ist eine echte Substanz vorhanden. Und die Vereine haben eine lange Tradition: So gibt es in diesem Jahr allein acht Vereinsjubiläen zu feiern; das älteste ist das 125-jährige Bestehen des Schützenvereins Battenberg.

Was hat der Sportkreis unter anderem für Aufgaben?

Seitz: Eine unserer Aufgaben ist es, diesen Sport zu fördern. Wir sind auch ein Mittler zwischen den Vereinen und Landessportbund. Wir können die Vereine beraten, etwa bei Bauprojekten oder bei Renovierungsarbeiten.

Das Thema Fusion der Sportkreise war schon im vergangenen Jahr aktuell, allerdings galten bis zum Herbst andere Vorzeichen. Die Fusion wird nun also kommen?

Seitz: Mit der Satzungsänderung, die der Landessportbund auf den Weg gebracht hat, ja. Ich bin überzeugt davon, dass diese Beschlussvorlage eine große Mehrheit finden wird, auch bei meiner Gegenstimme. Ich halte auch einen Sportkreis Frankenberg in seiner gegenwärtigen Dimension für arbeitsfähig. Den neuen Kreis nach einem Zusammenschluss empfinde ich als zu groß. Ich bin nach wie vor gegen eine Fusion. Die Argumente sind bekannt, es gibt keine neuen dafür oder dagegen. Aber da sie nun kommen soll, werde ich sie als Sportkreisvorsitzender wohl umsetzen müssen.

Der Sportkreis Frankenberg hatte lange Gespräche über eine Fusion abgelehnt. Im vergangenen Sommer gab es ein Treffen in Harbshausen mit den Waldeckern und mit Vertretern des Landessportbunds. Wie geht es jetzt weiter?

Seitz: Für Anfang Februar ist mit den Waldeckern ein Gespräch vereinbart worden. Ich werde mit dem Vorstand versuchen, die Frankenberger Interessen und Wünsche dort zu äußern und zu wahren. Als ein Beispiel muss der Zeltpool, einen solchen haben die Waldecker nicht, weiter den Frankenberger Vereinen zur Verfügung stehen. Eine feindliche Übernahme mache ich nicht mit. Im übrigen bin ich überzeugt davon, dass die Fusionsgespräche auf Augenhöhe stattfinden werden.

Auf Waldecker Seite wird fleißig an der Zukunft gebastelt. Feurichs designierter Nachfolger Uwe Steuber steht, so hieß es, auch für den neuen Großkreis bereit. Fühlen Sie sich da nicht übergangen?

Seitz: Der Vorsitzende des neuen Großkreises wird einmal von einer Mitgliederversammlung bestimmt, und nicht von Herrn Feurich.

Wie sehen Sie ihre eigene Zukunft? Stünden Sie für den Vorsitz in einem Großkreis zur Verfügung?

Seitz: Im Juni wird in Röddenau der nächste reguläre Frankenberger Sportkreistag stattfinden. Werde ich dort vorgeschlagen, kandidiere ich wieder für den Vorsitz. Wenn es gewünscht wird, arbeite ich später einmal im Vorstand des neuen Großkreises mit, aber nicht als dessen Vorsitzender.

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