Kreisliga A 2

Unterhauner Fußballer reifen in der Entwicklung

Leonard Christen (Bildmitte) führt dem SV Unterhaun frisches und junges Blut zu. Links beobachtet sein Spielertrainer Fabian Kallée. Eine Szene aus Unterhauns Heimspiel gegen Niederaula/Kerspenhausen II.
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Leonard Christen (Bildmitte) führt dem SV Unterhaun frisches und junges Blut zu. Links beobachtet sein Spielertrainer Fabian Kallée. Eine Szene aus Unterhauns Heimspiel gegen Niederaula/Kerspenhausen II.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Kicker des SV Unterhaun haben nach dem ersten Teil der „Corona-Serie 2020/21 beste Voraussetzungen, um in die Kreisoberliga Nord aufzusteigen.

Hauneck - „Wir hatten uns vor dieser Saison das Ziel gesetzt, mal nicht hinterherzulaufen, sondern oben zu sein und in Schlagdistanz zu bleiben. Jetzt sind wir in dieser Position, in der 13 andere Mannschaften dieser Liga gerne wären“, sagt Fabian Kallée. „Wir müssen mehr tun. Das haben die Jungs absolut verinnerlicht“, lobt Unterhauns Spielertrainer seine Mannschaft. Die bisherige Bilanz seines Teams kann sich sehen lassen: acht Spiele, acht Siege, 28:6 Tore, 24 Punkte - Platz eins.

Kallée, lebende Torjäger-Legende und mittlerweile 40-jährig, ist im dritten Jahr in Unterhaun tätig. Er habe Lust darauf, Trainer beim Spitzenreiter der A-Liga aus den Kreisen Lauterbach/Hünfeld und Hersfeld zu sein. Der spielende Coach, der schon immer Fußball lebte und konsumierte, gibt ein Stück seiner Philosophie preis. „Ich arbeite dafür - und ich möchte, dass ihr euch darauf einlasst“, holte er seine Mannschaft ins Boot.

Anfangs spielte die noch mit Vierer-Kette, die aber längst zur Dreier-Kette wurde. Die neue Abwehrformation, die bei gegnerischem Ballbesitz zur Fünfer-Reihe wird, benötigt Geduld, bis Mechanismen greifen. Und Kallée wirft ein, dass er mit Unterhauns Kickern erst eineinhalb Jahre arbeite.

Zum Ende des Jahres 2020 stellt er fest, dass eine Entwicklung im System stattgefunden habe. „Dass jeder weiß, was er zu tun und wo er hinzulaufen hat. Das braucht Zeit. Auch in dieser Liga. „Jetzt sehen die Jungs, dass sie belohnt werden für ihre Arbeit.“

Der Trainer freut sich darüber, dass mittlerweile „eine gewisse Intensität in den Trainingseinheiten“ herrsche. „Das sind die Eckpfeiler“, bemerkt der Sohn des renommierten Ex-Trainers Norbert Kallée, der auch schon in Unterhaun tätig war und 2007 mit dem Verein in die damalige Bezirksoberliga (heutige Gruppenliga) aufstieg, zufrieden. Und wenn Kallée junior zufrieden ist, will das schon etwas heißen.

Der 40-Jährige macht klar, wo er ansetzte zu Beginn seines Jobs. Unterhauns Fußballer waren dafür bekannt in der jüngeren Vergangenheit, dass sie viele Tore schossen - aber auch viele kassierten. „Die Mannschaft hatte zum Beispiel ein Torverhältnis von 112:85“ - diese Diskrepanz wollte Kallée ändern.

Und es scheint, als sei der Spielertrainer an einem Etappenziel der Entwicklung angekommen. „Jetzt stellen wir die zweitbeste Defensive. Wir haben es geschafft, dass Spiele nicht mehr 6:4 oder 7:5 enden. Nach wie vor spielen wir nach vorn - aber aus einer guten Ordnung heraus.“

Nachdem seine Mannschaft in der vergangenen und abgebrochenen Runde nach dem Punkte-Koeffizient Zweite wurde und im Spieljahr zuvor Platz drei belegte, machte sich jetzt eine Reifung bemerkbar. „In all unseren acht Spielen der bisherigen Saison mussten wir nie mehr als zwei Tore schießen - weil wir defensiv gut arbeiten.“ Manchmal müsse auch das eine Tor, das man schießt, reichen, ergänzt Kallée. Was er seinem Team einbläute, gilt als Grundgesetz aller, die Fußball lehren und begreifen. „Langfristig wirst du nur Erfolg haben, wenn du defensiv gut arbeitest.“

Bisweilen freut er sich, wenn er sein Team kicken sieht. „Inzwischen ärgern sich die Spieler auch über Gegentore im Training.“ Der Trainer spürt die Bereitschaft, dass jeder beginne, defensiv zu denken. Und er weiß, dass sein Team am Etappenziel angelangt ist.

Von Walter Kell

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