Ohrfeige für Sportgericht

Verbandsrichter kassieren Strafe gegen Hajduk Kassel - Punktabzug von vier Zählern

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Zoran Zeljko, Trainer von Hajduk Kassel, und Anwalt Christopher Posch.

Kassel/Grünberg. Nach der Massenschlägerei, die sich beim Spiel von Hajduk Kassel im November 2013 auf den Waldauer Wiesen ereignet hatte, erhält der Fußballclub eine deutlich geringere Strafe.

Das Verbandsgericht des hessischen Fußball-Verbandes im mittelhessischen Grünberg kassierte am Samstag ein Urteil des Kasseler Sportgerichts. „Hajduk ist kein Schlägerverein“, stellte der Vorsitzende Richter Halil Öztas fest.

Die Spieler hätten in Notwehr gehandelt, als sie von vier bewaffneten Albanern während des Spiels vom Spielfeldrand angegriffen worden sind.

Aktualisiert um 21 Uhr.

Weil sich wesentliche Feststellungen des Kasseler Sportgerichts nicht belegen ließen, fiel das Urteil deutlich milder aus: Statt eines Abzugs von 13 Punkten und Sperrungen von zwei Spielern (einmal für drei Jahre, einmal für 16 Spiele) sah das Verbandsgericht nur einen Abzug von vier Zählern als angemessen an. Zudem verhängte es eine Geldstrafe von 500 Euro.

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Die Richter urteilten, dass den beiden vom Kreisgericht beschuldigten Spielern Leon Palushay und Vincenzo Buongiorno nichts Belastendes nachzuweisen sei. Es habe sich klar um einen Angriff von Außenstehenden gehandelt, die dabei Schlagstöcke und Baseballschläger einsetzten. Ein Punktabzug sei aber dennoch nötig, weil es zu Tumulten der Fans gekommen war, die auch an der Schlägerei beteiligt waren. Für diese sei der Heimverein verantwortlich.

Weil Hajduk den Spielabbruch aber nicht zu verantworten habe, müsse das damalige Spiel gegen den SVH Kassel wiederholt werden. Bisher war es für den SVH gewertet worden.

Der Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch, der durch Fernseh-Dokumentationen bekannt ist, hatte in Grünberg  Hajduk vertreten. Anwalt und Vereinsvertreter zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Ergebnis der achtstündigen Berufungsverhandlung.

Von Bastian Ludwig

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