Ideen finden Anklang

Vereine äußern sich zu Plänen des Hessischen Fußball-Verbandes

Warten auf den Startschuss: Die Vereine im Werra-Meißner-Kreis warten sehnsüchtig darauf, wieder mit Ball auf dem Platz zu stehen.
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Warten auf den Startschuss: Die Vereine im Werra-Meißner-Kreis warten sehnsüchtig darauf, wieder mit Ball auf dem Platz zu stehen.

Noch rollt nach wie vor kein Ball auf den heimischen Sportplätzen. Doch die Hoffnung in Zeiten sinkender Inzidenzwerte ist groß, dass auch im Amateurbereich der Lieblingssport der Deutschen bald wieder aktiv ausgeübt werden kann.

Eschwege ‒ In der letzten Woche haben wir die Planungen des Hessischen Fußballverbandes (HFV) vorgestellt.

Ein angedachtes Szenario ist verbunden mit einem möglichen Saisonstart am 29. August mit sechswöchiger Vorlaufzeit für das gemeinsame Mannschaftstraining. Dazu kommen der Verzicht auf englische Wochen, veränderte Spielmodi für die kommende Saison und das Zulassen von Zuschauern. Über diese Ideen des HFV haben wir uns mit Vereinsvertretern und Trainern aus dem Kreis unterhalten, ebenso wie über die persönlichen Wünsche der Vereine für die Zukunft.

Stefan Stederoth, Teammanager SV Adler Weidenhausen: „Nach der langen Pause ist klar, dass wir eine entsprechende Vorbereitungsphase benötigen, um unser Leistungsniveau erreichen zu können. Letztes Jahr war das Programm sehr straff getaktet. Es ist daher wünschenswert, wenn eine Reduzierung stattfinden würde. Allerdings ist eine geografische Aufteilung in der Verbandsliga kaum möglich, wenn nur fünf osthessische Vereine dort beheimatet sind. Eine Option wäre sicherlich, eine Einfachrunde zu spielen mit anschließender Meisterschafts- und Abstiegsrunde. Unsere personellen Planungen sind schon sehr weit. Von daher hoffen wir, dass die Werte weiterhin sinken und wir endlich wieder auf den Trainingsplatz dürfen. Bevor das erste Testspiel absolviert werden kann, sollte sich ein gewisser Trainingsrythmus eingespielt haben.“

Jörg Immig, Trainer TSG Bad Sooden-Allendorf: „Alle Eventualitäten werden wir wohl nicht ausschließen können, sodass ein gewisses Restrisiko immer bleiben wird. Aber nach fast einem dreiviertel Jahr ohne Fußball sollte auch ein Stück Normalität zurückkehren. Ich gehe davon aus, dass bei einem Neustart vieles sehr holprig laufen wird – aufgrund der langen Pause – und so sind wir in der Planung der Vorbereitung entsprechend gefordert. Ich hoffe auch, dass der Start mit Zuschauern erfolgen kann, denn diese gehören zum Fußball einfach dazu. Für die Kreisoberliga gehe ich davon aus, dass in unserem Kreis das Modell mit zunächst zwei Gruppen auch in der kommenden Saison zum Tragen kommen dürfte.“

Florian Süss, Funktionär und Spieler SG Frieda/Schwebda/Aue: „Eine ungestörte und ausreichende Vorbereitung muss gewährleistet sein. Nach der langen Pause müssen die Spieler erst wieder fit werden, um Verletzungen zu vermeiden. Englische Wochen würde ich nicht als Problem sehen. Für die Kreisoberliga könnte ich mir sowohl eine Einfachrunde als auch eine Teilung mit anschließenden Playoffs gut vorstellen. Hauptsache, es wird eine sportliche Bewertungsgrundlage gefunden. Ein Start ohne Zuschauer ist für mich undenkbar, denn gerade die kleineren Vereine sind auf jede Einnahme angewiesen. Insgesamt warten wir alle sehnsüchtig darauf, dass der Ball endlich wieder rollen kann.“

Thomas Hesse, Trainer SG Sontra: „Eine Vorbereitungszeit von sechs Wochen ist absolut erforderlich, bevor wir den Spielbetrieb wieder aufnehmen können. Spiele unter der Woche sind gerade im unteren Amateurbereich für viele Vereine ein Problem, da die Akteure oft in Wechselschicht arbeiten oder unter der Woche auswärts beschäftigt sind. Das würde die Chancengleichheit deutlich reduzieren. Von einer Teilung der Liga bis hin zu vier Vierergruppen kann ich mir vieles als Modus für die kommende Saison vorstellen. Es sollte so geplant werden, dass die Belastung für die Akteure durch zu viele Spielansetzungen in kurzer Zeit berücksichtigt wird, um die Verletzungsgefahr so gut es geht zu minimieren.“

Hendrik Stöber, Spartenleiter TSV Waldkappel: „Ich glaube, der Zeitpunkt für den Saisonstart ist durchaus realistisch gewählt, auch wenn ich mir natürlich einen früheren Beginn wünschen würde. Ich freue mich, dass der HFV auch mit Zuschauern plant. Nicht nur, weil wir diese als Einnahmequelle benötigen, sondern weil sie einfach zum Fußball dazugehören. Englische Wochen wären für uns kein Problem, solange diese sich auf einem überschaubaren Niveau bewegen würden. In der Planung sind wir bereits weit, was die neue Saison angeht, und auch die Vorfreude bei allen ist groß. Von daher warten wir alle im Klub sehnsüchtig auf den Startschuss.“

Andreas Pleyer, Spartenleiter SC Niederhone: „Sechs Wochen Vorbereitungszeit sind das Minimum, um gut vorbereitet starten zu können. Der im letzten Jahr für die Kreisoberliga gefundene Modus war aus meiner Sicht hochinteressant und könnte erneut Anwendung finden. Wie die Zusammensetzung der Gruppen aussehen kann ist sicherlich ein Thema, über das man im Vorfeld noch mal diskutieren kann. Zuschauer gehören auf jeden Fall dazu und im Zeichen steigender Impfzahlen und sinkender Inzidenzwerte bin ich optimistisch, dass es keinen Grund geben wird, ohne Zuschauer den Spielbetrieb anlaufen zu lassen. Auch wenn durch die lange Pause eventuell der ein oder andere ältere Fußballer zukünftig nicht mehr aktiv sein wird, werden wir erneut zwei Mannschaften ins Rennen schicken und weiterhin verstärkt auf den Nachwuchs setzen. Wir freuen uns jedenfalls sehr, wenn der Ball dann endlich wieder rollt.“

Matthias Achtner, SG Wehretal: „Eine ausreichende Vorbereitungszeit ist gerade nach der langen Pause auf jeden Fall notwendig, um die Grundvoraussetzungen bei den Spielern zu schaffen und sich im Wettkampf messen zu können. Als Modus für die Kreisoberliga würde ich das Modell der vergangenen Saison favorisieren. Allerdings sollten die Gruppen ausgelost werden, da aus meiner Sicht im letzten Jahr die Leistungsstärke zu ungleichmäßig zwischen beiden Gruppen verteilt war. Im Anschluss an die Gruppenphase sollte dann eine Auf- beziehungsweise Abstiegsrunde gespielt werden. Spiele am Freitagabend sind grundsätzlich denkbar, zumal das den Spielplan etwas entlasten würde. Ohne Zuschauer ist Fußball nicht vorstellbar, das würde uns finanziell überfordern. Wir freuen uns auf das, was kommt. Alle Spieler haben für die kommende Serie zugesagt und ich bin guter Dinge, dass wir auch den ein oder anderen Neuzugang für die SG Wehretal verpflichten werden.“ (Stefan Konklowsky)

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