Deutliches Stimmungsbild bei Kreiskonferenz

Werra-Meißner-Kreis: Vereine für Saisonabbruch im Fußball

Da lief der Ball im Werra-Meißner-Kreis noch: Am 4. Oktober des vergangenen Jahres traf der TSV Wichmannshausen in der Kreisoberliga Qualifikationsgruppe 1 auf den Stadtrivalen SG Sontra. Ende Okober wurde die Saison 20/21 dann gestoppt und seitdem nicht wieder aufgenommen.
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Da lief der Ball im Werra-Meißner-Kreis noch: Am 4. Oktober des vergangenen Jahres traf der TSV Wichmannshausen in der Kreisoberliga Qualifikationsgruppe 1 auf den Stadtrivalen SG Sontra. Ende Okober wurde die Saison 20/21 dann gestoppt und seitdem nicht wieder aufgenommen.

Noch immer ist unklar, was mit der unterbrochenen Fußballsaison 20/21 im Werra-Meißner-Kreis passiert. Bei einer Digitalkonferenz wurde klar: die Vereine bevorzugen den Abbruch.

Eschwege – Annullierung oder Fortsetzung? Wie geht es mit der unterbrochenen Saison 20/21 im hessischen Amateurfußball weiter? Die Grundsatzentscheidung darüber will der Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) am kommenden Samstag, 27. März, fällen. Gefragt ist dabei einmal mehr auch die Meinung der Vereine, die Kreisfußballwart Holger Franke am Dienstagabend zur digitalen Kreiskonferenz lud.

Nach Abschluss der knapp zweistündigen Sitzung zeigte sich ein eindeutiges Stimmungsbild. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Welche Optionen standen zur Diskussion?

Vor dem Hintergrund der Bestrebungen des Verbandes, ein landesweit einheitliches Vorgehen für die Bereiche Männer-, Frauen- und Jugendfußball festlegen zu wollen, wurden zwei Szenarien diskutiert. Erstens: Beendigung der laufenden Saison bis 30. Juni mit Wertung der abgeschlossenen Vorrunde. Zweitens: Saisonabbruch und Annullierung aller bisherigen Ergebnisse, womit die Wertungsgrundlage zur Gänze entfällt und keine Auf- und Absteiger bestimmt werden.

Der Pokalspielbetrieb hingegen soll – soweit möglich – weitergeführt werden, da denkbar ist, diesen über den 30. Juni hinaus laufen zu lassen. Eingeflossen sind auch die aktuellsten Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz, laut derer ein möglicher Trainingsbeginn in Mannschaftsstärke frühestens zum 19. April erfolgen kann.

Welche Aspekte sind außerdem zu beachten?

Zusätzlich zu den aktuellen behördlichen Vorgaben (zum Beispiel die Freigabe der Sportanlagen), die den Ausgangspunkt aller weiteren Überlegungen bilden, müssen weitere Aspekte in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Dazu zählen, so Franke, vor allem auch die Möglichkeiten der Gewährung eines vierwöchigen Trainingsvorlaufs, die Überprüfung verfügbarer Ressourcen zur Umsetzung angepasster Hygienekonzepte sowie nicht zuletzt die Bereitschaft von Spielern, Trainern und Verantwortlichen das aktive Spielgeschehen überhaupt wieder aufnehmen zu wollen.

Wie gestaltete sich das Stimmungsbild?

Was sich schon vor der Konferenz abzeichnete, bestätigte sich im Laufe des Dienstagabends: Die Fußballvereine des Werra-Meißner-Kreises sprechen sich mehrheitlich für eine Annullierung der Saison aus. Auch die Argumente gleichen sich. „Wir haben es im letzten Jahr geschafft, unter schwierigen Bedingungen den Spielbetrieb mit allen Hygienemaßnahmen sicherzustellen. Jetzt aber liegen viele Unklarheiten vor. All’ dies lässt uns zu einem Saisonabbruch tendieren“, lautete beispielsweise die Position von Sven Zuber, der den Tenor des Kreisoberligisten SG Abterode/Eltmannshausen bereits im Vorfeld einreichte.

Matthias Achtner vm Kreisoberligisten SG Wehretal schloss sich dieser Meinung ebenso an wie Marcel Gros vom B-Ligisten SV Hörne: „Hoffnung besteht kaum, die Perspektive ist zu unklar“, ergänzten beide. Gros brachte überdies die Rolle der Arbeitgeber ein: „Einige unserer Spieler haben hier das Signal erhalten, doch bitte auf den Fußball zu verzichten. Viele Betriebe fürchten die Folgen möglicher Infektionen oder Quarantäneverordnungen“, so Gros.

Johannes Kollmann, Abteilungsleiter des aufstiegsambitionierten Kreisoberligisten VfL Wanfried hingegen zählt zur Minderheit der Befürworter einer Fortsetzung: „Die Jungs wollen spielen. Wir sollten versuchen, die Saison irgendwie zu beenden. Natürlich nur, sofern Rahmenbedingungen und Gefährdungslage passen.“

Wie geht es weiter?

„Euer Stimmungsbild wird meine Argumentationsgrundlage sein“, versicherte Kreisfußballwart Holger Franke und gab an, auch den einhelligen Wunsch nach einer erneuten Aufschiebung der finalen Entscheidung bis zur nächsten Bund-Länder-Konferenz in die Verbandsvorstandssitzung einbringen zu wollen. (Lea Hüther)

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