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Ärger um den Video-Assistenten und eine verlorene Wette

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Sascha Herrmann, Ressortleiter Sport Hersfelder Zeitung
Sascha Herrmann, Ressortleiter Sport © Nadine Maaz

Über den umstrittenen Video-Beweis, eine verlorene Wette und Hilfe für die Ukraine, schreibt unser Autor diesmal in der Wochenend-Kolumne.

Hersfeld-Rotenburg - Ich habe am vergangenen Sonntag das höchst attraktive Topspiel der zweiten Fußball-Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen (2:3) gesehen. Und ganz ehrlich: Ich habe mich aufgeregt. Nicht auszudenken, ich wäre Fan einer dieser beiden Mannschaften.

Ich habe mich aufgeregt um des Fußballs Willen. Zwei strittige Handelfmeter zugunsten Bremens nach Videobeweis, zwei nicht anerkannte Treffer für den HSV – einer ebenfalls nach Videobeweis. Am Ende entscheiden möglicherweise solche haarscharfen – nur schwer, oftmals aber gar nicht nachvollziehbaren – Regelauslegungen das äußerst spannende Aufstiegsrennen.

Und ich will – verdammt noch mal – spontan jubeln, falls mein Herzensklub mal ein Tor schießen sollte. Und nicht minutenlang darauf warten, bis der Kölner Keller „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt hat, und am Ende vielleicht ein Spieler den anderen doch zu böse angeschaut haben könnte. Ganz ehrlich: Das ist nicht mehr der Fußball, den ich liebe. Geht es Ihnen auch so?

Vielleicht haben Sie am Donnerstag unsere Geschichte über die Kreisschiedsrichter-Vereinigung gelesen. 40 Unparteiische haben seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren aufgehört. Nachwuchs zu finden, wird immer schwerer. Auch das Miteinander auf den Fußballplätzen soll in diesen schweren Zeiten rauer geworden sein. Das wird deutlich, wenn Gruppenliga-Schiedsrichter Noah Seitz aus Asbach sagt: „Als Schiedsrichter muss man ein dickes Fell haben.“ Immer schneller wird der Mann in Schwarz zum Schwarzen Peter und gerät ins Kreuzfeuer der Kritik. Wir sollten aber eines bedenken: Er entscheidet zwar auf dem Spielfeld – hat aber die Regeln nicht selbst gemacht. Und wie Noah Seitz richtigerweise sagt: „Ohne Schiri funktioniert Fußball ebenso wenig wie ohne Ball.“

So ganz allmählich wird es wieder ernst für die Amateurfußballer. Hessen- und Verbandsliga nehmen schon an diesem Wochenende den Spielbetrieb auf, und mit dem Viertelfinale im Kreispokal kehren auch die ersten Kicker bei uns in den Wettkampf-Modus zurück. In zwei Wochen geht es dann in der Gruppenliga weiter – am ersten April-Wochenende rollt der Fußball dann auch wieder auf Kreisebene.

Auf Kreisebene angekommen ist jetzt auch Ex-Nationalspieler Mario Basler. Also, ganz abgesehen von seinen nervigen Sprüchen jetzt mal. Dampfplauderer Basler ist bei Türkgücü Osnabrück eingestiegen – angeblich, weil er ein Squash-Match gegen ein Osnabrücker Vereinsmitglied verloren haben soll. Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Vielleicht sagt Ihnen der Name Stefan Porada noch etwas? Mitte und Ende der 90er-Jahre stürmte der ehemalige Torjäger für Hessen Kassel und den SC Neukirchen in der Regionalliga – Anfang des neuen Jahrtausends dann auch kurzzeitig für den SV Asbach in der Hessenliga. Das Spiel seines Lebens aber bestritt der 50-Jährige am vergangenen Wochenende. Mit einigen Freunden holte er kurz entschlossen 13 Menschen aus der Ukraine nach Kassel. Die Geschichte, die dahinter steckt, lesen Sie in der kommenden Woche bei uns.

Schönes Wochenende und bleiben Sie gesund!

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