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Vier Tage Handball-WM in Polen: WR-Mitarbeiter berichtet von seinen Erlebnissen

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Von: Stefan Konklowsky, Maurice Morth

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Ein netter Plausch mit dem Handball-Weltmeister und ZDF-Experten Dominik Klein war für WR-Mitarbeiter Stefan Konklowsky (links) in Polen ohne Probleme drin.
Ein netter Plausch mit dem Handball-Weltmeister und ZDF-Experten Dominik Klein war für WR-Mitarbeiter Stefan Konklowsky (links) in Polen ohne Probleme drin. © Stefan Konklowsky

Am Anfang war es nur eine Idee unter Freunden. Am Ende waren es vier erlebnisreiche Tage im polnischen Kattowitz und Krakau.

Kattowitz/Krakau – Insgesamt sechs Handballspiele der Teams aus Deutschland, Katar, Serbien, Algerien, Chile, Montenegro, Polen und Saudi-Arabien sah ich im Rahmen der diesjährigen Handballweltmeisterschaft der Männer, die seit dem 11. Januar noch bis zum 29. Januar in Polen und Schweden ausgetragen wird. Was jeder Sportbegeisterte bei so einer Reise erleben kann, haben wir im folgenden Bericht zusammengefasst.

Live-Handball Teil eins

Höhepunkt aus sportlicher Sicht war natürlich der Besuch der beiden Spiele der deutschen Auswahl gegen Serbien (34:33) und Algerien (37:21), mit denen das Team von Bundestrainer Alfred Gislason souverän den Sprung in die Hauptrunde perfekt machte.

In der ultramodernen Sporthalle von Kattowitz durften sich Johannes Golla und Co. jeweils wie bei einem Heimspiel fühlen, denn selbst die stimmgewaltigen Fans aus Serbien hatten keine Chance, sich gegen den Support der DHB-Anhänger durchzusetzen.

Eine gelungene Symbiose zwischen Mannschaft und Fans, nach der die deutsche Fußballnationalmannschaft seit Jahren vergeblich auf der Suche ist.

Live-Handball Teil zwei

Wer kann von sich schon behaupten, ein Handballländerspiel zwischen Chile und Montenegro live gesehen zu haben? Auch das gehört zu den Erlebnissen einer WM, wobei sich die Akteure vor rund 300 Zuschauern in der knapp 15 000 Fans fassenden Arena in Krakau ziemlich allein vorgekommen sein dürften.

Zumindest den heißblütigen Anhängern vom Balkan war das egal, diese feierten am Ende lautstark den 35:33-Erfolg ihres Teams und den Einzug in die Zwischenrunde.

Den konnte auch der beste Chilene nicht verhindern – trotz seiner neun Tore an diesem Tag. Wer das war? Natürlich Erwin Feuchtmann, dessen Großvater in den 1930er-Jahren von Mannheim nach Chile auswanderte. Und auch Bruder Emil Ludwig war mit von der Partie.

Die Fans

Ob eine in schicke schwarz-rot-goldene Sakkos gekleidete Reisegruppe aus der Nähe von Magdeburg, das im kompletten Deutschland-Outfit angereiste ältere Ehepaar mit Geburtsjahr 1947 oder die perfekt geschminkten Freunde Kai und Fabian aus dem Ruhrgebiet – die Unterstützung des DHB-Teams zeigte sich in vielen Facetten.

„Wir sind Sonntag von Dortmund nach Kattowitz geflogen und morgen geht’s wieder heim“, war es für die beiden Handballer Ehrensache, ihre persönliche WM zu feiern.

Dass ich selbst allerdings mit dem Trainer des Fußball-Gruppenligisten SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund, Andreas Hartmann, einen weiteren Fan aus der Heimat in Kattowitz treffen sollte, gehörte dann doch ganz klar in die Kategorie „Überraschung“.

Überraschung: Auch Andreas Hartmann (links), Trainer des heimischen Fußball-Gruppenligisten SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund, weilte zum Handballschauen in Polen.
Überraschung: Auch Andreas Hartmann (links), Trainer des heimischen Fußball-Gruppenligisten SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund, weilte zum Handballschauen in Polen. © Stefan Konklowsky

Die Stimmung

Selbst wer aufmerksam durch Kattowitz und Krakau wanderte, musste schon mit der Lupe nach Hinweisen auf die gerade stattfindende Weltmeisterschaft suchen. Euphorie und Begeisterung sieht dann doch anders aus, was vielleicht aber auch daran liegt, dass die polnische Nationalmannschaft momentan nicht zur absoluten Weltspitze gehört.

Gänsehautfeeling verbreiteten allerdings rund 10 000 polnische Fans im entscheidenden Spiel ihrer Lieblinge gegen Saudi-Arabien in Kattowitz, als die Gastgeber sich mit einem 27:24-Erfolg den Einzug in die Hauptrunde sicherten.

Warum allerdings der für die Musikeinspielungen zuständige DJ während einer Auszeit des polnischen Teams den Song „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ anspielte, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben.

In der ultramodernen Halle von Kattowitz feierten rund 10 000 polnische Fans frenetisch ihr Nationalteam.
In der ultramodernen Halle von Kattowitz feierten rund 10 000 polnische Fans frenetisch ihr Nationalteam. © Stefan Konklowsky

Weitere Auffälligkeiten

Von der Fannähe der Handballer dürfen sich Akteure anderer Sportarten dann doch mal einiges abgucken. Nicht nur, dass nach Spielende von den Aktiven gerne Autogramm- und Selfiewünsche erfüllt wurden, auch der als Handballexperte für das ZDF anwesende ehemalige Weltmeister Dominik Klein unterschrieb jedes ihm hingehaltene Trikot und erfüllte jeden Wunsch nach einem Foto.

Und genauso wie nach den Spielen sich die Aktiven gegenseitig sportlich fair vom Gegner verabschiedeten, so war auch der Umgang der Fans untereinander vorbildlich. Begeisterung fürs eigene Team, respektvoll gegenüber dem Gegner. So macht Sport Spaß! (Stefan Konklowsky)

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