Auch Auflösung wird nicht ausgeschlossen

Vierte Liga: DFB denkt an Reform

Kassel. Dauerproblem Fußball-Regionalliga: Die vor zwei Jahren ins Leben gerufene neue vierte Klasse sorgte jetzt erneut für neue negative Schlagzeilen: Der Traditionsverein SSV Reutlingen meldete gestern Insolvenz an. Damit stehen die Schwaben als erster Absteiger in der Regionalliga Süd fest. Der Klub sitzt auf Verbindlichkeiten in Höhe von 4,06 Millionen Euro. Er will die Runde aber noch durchziehen.

Die Liga krankt, und der DFB reagiert. Bis Oktober soll eine Arbeitsgruppe Lösungsvorschläge erarbeiten, um die Situation zu verbessern, erklärte gestern DFB-Vize Rolf Hocke auf Anfrage. Nicht auszuschließen sei, dass die Regionalligen gänzlich abgeschafft und die Klubs auf die bestehenden Oberligen aufgeteilt würden. Überlegt werde aber auch, die Zahl der Staffeln (zurzeit drei) auf zwei zu verringern, so Hocke weiter.

Tatsächlich gibt es in der Regionalliga kaum einen Klub, der finanziell auf Rosen gebettet ist. Bereits im vergangenen Jahr war Viktoria Aschaffenburg freiwillig in die Hessenliga zurückgekehrt. Außerdem weigern sich immer wieder Oberliga-Meister, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen.

Zu den Klubs, denen es noch relativ gut geht, gehört der KSV Hessen. Die Löwen haben einen aktuellen Zuschauerschnitt von etwa 3600, liegen damit im Süden ganz oben. Zufrieden ist man aber nicht mit der Situation. Vereinschef Jens Rose hatte schon vor Monaten auf das Hauptdilemma hingewiesen: Es gibt einfach zu viele Reserveteams der Bundesligisten. Die zweiten Mannschaften - so Rose - seien so nötig wie ein Kropf am Hals. Reserveteams verdrängten Traditionsmannschaften mit der Folge, dass das Interesse schwinde.

Von Uli Brehme

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