Erik Niederlücke, 15 Jahre

Volleyballtalent vom SSC Vellmar: Baumlang und ballverliebt

Stark am Netz: Im Alter von 15 Jahren darf der Kasseler Erik Niederlücke bei den Volleyballern des SSC Vellmar bereits Regionalliga-Luft schnuppern. Foto: Kostudis

Kassel. „Hin und wieder werde ich von den Leuten etwas älter geschätzt“, sagt Erik Niederlücke und lacht. Kein Wunder, der 15-Jährige hat eine Körperlänge von stolzen 2,04 Metern. Damit bringt der Kasseler naturgemäß beste Voraussetzungen für den Volleyballsport mit.

Derzeit spielt er in der Oberliga für die zweite Mannschaft des SSC Vellmar. Am Wochenende durfte Niederlücke aber erstmals bei den Herren in der Regionalliga ran. Da die Erste der Vellmarer aktuell von zahlreichen Verletzungen gebeutelt ist, wurde der 15-Jährige kurzerhand für das Spiel gegen Eintracht Wiesbaden aufgestellt.

Zwei Sätze stand der Außenangreifer auf dem Parkett, am Ende setzte es eine 1:3-Niederlage. Niederlücke war trotzdem zufrieden. „Ich war körperlich nicht ganz fit, aber es war ein guter Einstand“, sagt er. Zu großen Respekt vor seinen Mitspielern hatte er nicht: „Ich kenne die Spieler der Ersten ja schon aus dem Training.“

Der baumlange Kasseler spielte zunächst einige Jahre Fußball. Der Patenonkel seiner Schwester, Matthias Krüger, der einst mit dem TV Biedenkopf in der zweiten Volleyball-Bundesliga spielte, begeisterte ihn dann für den Volleyballsport. Es folgten erste Gehversuche im heimischen Garten.

Mit zehn Jahren kam Niederlücke zum SSC Vellmar. Roland Löber, Trainer beim SSC, erkannte das Talent des Kasselers früh. Im Sportzentrum der Ahnatal-Schule und im Verein begann Löber, den jungen Volleyballer zu fördern. Mit Erfolg: Vor zwei Wochen reiste Niederlücke nach Kienbaum nahe Berlin. Im Bundesleistungszentrum nahm der 15-Jährige an der Sichtungswoche der Deutschen Volleyball-Jugend teil – und ergatterte einen der begehrten Plätze im 22er-Kader der Junioren-Nationalmannschaft. „Ich habe mich unglaublich gefreut und war sehr stolz“, so Niederlücke. Nun will er sich in der deutschen Auswahl festbeißen.

Der 15-Jährige weiß, dass er dafür noch hart an sich arbeiten muss: „Technisch bin ich auf einem ordentlichen Niveau, auch meine Spielübersicht ist ganz gut. Jetzt muss noch mehr Masse und Sprungkraft her“, erklärt Niederlücke.

Ein großes Vorbild hat der junge Kasseler nicht. Aber er weiß, was einen guten Volleyballer ausmacht: „Du musst teamfähig sein und dich auch mal hinschmeißen.“ Sein nächstes Ziel ist ein Platz im Volleyball-Internat Frankfurt. „Und wer es dorthin schafft, für den muss das Ziel eigentlich die Erste Bundesliga sein“, sagt sein Mentor Roland Löber.

Zunächst muss Niederlücke am Samstag aber wieder in der Oberliga ran. Der Gegner: der ehemalige Verein des Patenonkels – der TV Biedenkopf.

Von Anton Kostudis

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