Snowvolleyball in Willingen

Deutsche Meisterschaft im Snow-Volleyball: Paul Becker will Titel verteidigen

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Hoch zum Ball: Paul Becker fühlt sich im Schnee wohl und will mit seinem Team bei der Deutschen Meisterschaft in Willingen den Titel verteidigen. 

Willingen. Baggern und Pritschen im Schnee: Die besten deutschen Snow-Volleyball-Teams spielen am 9. und 10. März in Willingen am Fuße des Ettelsbergs um den zweiten Deutschen Meisterschafts-Titel.

Unter ihnen ist auch der Frankenberger Paul Becker, der als Titelverteidiger ins Rennen geht. Wir sprachen mit ihm über Volleyball im Schnee und die bevorstehende Beachvolleyballsaison.

Herr Becker, in Willingen sind Sie und Ihr Team klarer Favorit, oder?

Natürlich wollen wir den Titel verteidigen, aber die Konkurrenz schläft nicht. Wir haben uns mit den Wolf-Brüdern für die Meisterschaft gut verstärkt, aber es sind auch andere Teams mit Spielern der deutschen Tour gespickt. Und Drei gegen Drei auf Schnee hat noch keiner gespielt.

Sie sprechen es schon an: Aus einem Snow-Volleyball-Duo wird in Willingen erstmals ein Trio. War das eine gute Entscheidung?

Wir beäugen das Ganze sehr kritisch und sind mit der Dreierkonstellation nicht zufrieden. Das ist vom Beachvolleyball weit entfernt und ähnelt eher dem Hallenvolleyball.

Aber es wird so spannender für den Zuschauer, oder?

Das glaube ich nicht. Beim Spiel zu dritt wird’s nur noch harte Schläge geben, die Ballwechsel werden kürzer und brachialer und es wird nur noch geballert. Spektakuläre Ballwechsel wird’s dann kaum noch geben.

Haben Sie sich auf Willingen besonders vorbereitet?

Nein, wir trainieren wie bisher. Allerdings haben wir uns schon einmal mit den Wolf-Brüdern getroffen und werden auch nächste Woche etwas eher in Willingen anreisen, um dann noch mal auf Schnee zu testen.

Vom Sand in den Schnee - was ist dabei eigentlich der größte Unterschied?

Eigentlich ist’s nur die Temperatur. Bei Kälte ist es schwieriger, sich schnell zu bewegen. Dafür bewegt man sich auf gefrorenem Boden besser als im Sand. Und durch die Stollenschuhe ist man schneller unterwegs und kann höher springen.

Es wird also mit Fußballschuhen gespielt. Und wie sieht der Rest des Outfits aus?

Genau, und die haben Plastikstollen, denn Metallstollen sind verboten, weil man sich unterm Netz doch mal auf die Füße tritt. Und wir tragen Knieschoner, weil man sich hin und wieder aufs Eis schmeißt. Und natürlich Funktionsunterwäsche - das war’s auch schon. Auf Handschuhe verzichten wir, weil das vom Gefühl her doch etwas anderes ist.

Gibt’s Vorschriften fürs Spielfeld?

Es muss so viel Schnee liegen, dass man nicht auf den normalen Untergrund kommt. Also wie bei einer Skispiste, da fährst du auch nur so lang, bis noch alles vom Schnee bedeckt ist. Das Feld wird auch wie eine Skipiste präpariert.

Wie ist eigentlich die Atmosphäre am Rand?

Saucool. Das macht schon richtig Spaß. Die Leute stehen da, trinken einen Glühwein, sind in Skistimmung, feuern uns an und es läuft gute Musik. Deswegen spielen wir auch mit, wir haben da keinen finanziellen Vorteil, das ist eins der wenigen Events, an dem wir wirklich nur teilnehmen, weil’s so viel Spaß macht.

Warum sollte man sich die Meisterschaft in Willingen nicht entgehen lassen?

Weil hochklassiger Sport geboten wird, die Spieler ambitioniert und ehrgeizig sind, es aber trotzdem entspannter, lockerer und lustiger zugeht, weil es im Schnee einfach nicht um so viel geht. Der Spaß steht im Vordergrund.

Wie geht’s nach der Snow-Meisterschaft weiter?

Mit Eric Stadie trete ich Ende März bei der Worldtour in Kambodscha an und im April folgen zwei Turniere in Bangkok und Malaysia. Danach bereite ich mich mit Jonas auf die nationale Saison vor, bei der das Augenmerk darauf liegt, unter die Top-Drei zu kommen.

Was wird der Saison-Höhepunkt sein?

Schwierig zu sagen, das wird ein spannendes Jahr, vor allem wegen der Heimweltmeisterschaft in Hamburg, für die wir uns aber vermutlich nicht qualifizieren werden. Jonas und ich sind mit dem Verband nicht immer auf einem grünen Zweig, deswegen wird die Wahl bestimmt nicht auf uns fallen. Trotzdem wird das ein Highlight, weil ich schon eine Anfrage von einem Fernsehsender für eine Co-Moderation bekommen habe. Außerdem steht die Deutsche Meisterschaft in Timmendorf an, da wollen wir wieder mit um die Medaillen spielen.

Noch mal zurück zur WM: Wieso glauben Sie nicht an eine Teilnahme?

Wir sind nun mal nicht das beste Team in Deutschland, da sind mindestens zwei vor uns. Falls ein drittes Team nominiert werden sollte, hoffen wir schon, dass wir dabei sind, wir rechnen aber nicht damit. Klar ist das ein Lebenstraum, ich werde aber nicht zutiefst enttäuscht sein, wenn es nicht klappt.

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