Unser Spiel:

Elgershäuser erfüllen sich Traum von Bezirksoberliga-Meisterschaft nicht

Taktikbesprechung: Spielertrainer Thorsten Vockenroth (rechts) gibt Anweisungen.

Hoof. Ein Volleyballnetz ist quer durch die Schauenburghalle in Hoof gespannt. Links und rechts davon wärmen sich Spieler konzentriert auf. „Wir wollen uns selbst belohnen“, sagt Torben Ahrend.

Er und seine Kollegen streben die Krönung für eine herausragende Saison an. Die Bezirksoberliga-Volleyballer der TSG Elgershausen können Meister werden.

„Als Mannschaft mit dem kleinsten Kader der Liga“, sagt Spielertrainer Thorsten Vockenroth lachend. Acht von 16 Spielern hatten das Team vor der Saison verlassen. Niemand hatte damit gerechnet, dass die Elgos am letzten Spieltag oben stehen würden. „Wir haben heute eine doppelte Chance“, erklärt Vockenroth. Geht das erste Spiel gegen den Hünfelder SV verloren, genügt ein Sieg im Anschluss gegen den FSV Bergshausen. Doch dieser Traum wird sich nicht erfüllen. Die Zuschauer

Hoch hinaus: Die Elgershäuser Thomas Willisch (links) und Jan Schneegans versuchen, den Angriff des Hünfelders David Wehner abzuwehren. Fotos: Koch

Die Tribüne füllt sich langsam. „Wir haben Freunden und Familien Bescheid gesagt“, berichtet Ahrend. Vockenroths Frau Wiebke trifft ein – mit den beiden Kindern Aaron (4) und Theodor (1). Schon beim Frühstück war der Volleyball-Nachmittag Thema. Theodor trägt stolz einen Ball unterm Arm, Aaron tobt schon bald mit anderen Kindern auf den großen Matten am Spielfeldrand. Wiebke knipst Bilder fürs Familienalbum.

Die Anspannung bei allen ist groß. „Man überlegt auch, wie die Stimmung ist, wenn es nicht klappt“, gibt sie zu. Platz genommen haben inzwischen auch Rudi Knauer, Fritz Holzhauer und Karl Werner. Sie sind Gründungsmitglieder der Elgershäuser Volleyball-Abteilung.

„Seit 1967 haben wir nach den Turnübungsstunden regelmäßig Volleyball gespielt, seit 1980 gibt es die Abteilung“, erinnert sich Werner. Heute wollen die drei Herren eine Meisterschaft feiern. Das erste Spiel

Zunächst sieht es gut aus. Die Elgos gehen in Führung. Schließlich gewinnt Hünfeld den ersten Satz 30:28. Vockenroth beruhigt sein Team: „Als Mannschaft spielen wir gut, es sind die Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten müssen.“ Hünfeld gewinnt trotzdem mit 3:0 nach Sätzen. Die Pause

Taktikbesprechung: Spielertrainer Thorsten Vockenroth (rechts) gibt Anweisungen.

Durchatmen. Vockenroth nimmt Theodor auf den Arm. Die Spieler laden die Akkus auf, bedienen sich am Buffet. Bei allen steigt der Puls. Auch bei Anna Graf. Die 22-Jährige ist so etwas wie das Maskottchen der Elgos, hat in dieser Saison kein Spiel verpasst. „Nicht mal ein Testspiel“, sagt die Hobby-Spielerin.

Sie ist auch beim zweiten Spiel ganz nah dran, sitzt auf der Spielerbank, feuert an. Matchball im vierten Satz. Bergshausen wehrt ab, erzwingt den Entscheidungssatz. Um 19.35 Uhr steht fest: Elgershausen feiert heute keine Meisterschaft, verliert stattdessen den fünften Satz 19:21. Die Stimmung ist gedämpft. „So eng hat wohl noch nie jemand die Meisterschaft hergegeben“, sagt Vockenroth. „Bergshausen war heiß. Die hatten nichts zu verlieren.“ Das Nachspiel

Die Elgos sitzen dennoch zusammen und leeren das Bier-Fass, das eigentlich für die Meisterfeier bestimmt war. Im Fall des Titelgewinns hätte Ahrend seine Mitspieler in den nächsten Tagen zum Essen eingeladen. „Ich kann ganz passabel kochen“, sagt der Spieler, der schon an der TV-Fernsehsendung The Taste teilnahm.

Stattdessen wird jetzt Pizza bestellt. Die Enttäuschung ist groß, obwohl die Mannschaft mit dem wohl kleinsten Kader der Liga auch ohne den Titel viel erreicht hat. Darin sind sich Wiebke, Anna und die Gründungsmitglieder einig.

Von Carina Wagener

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