Krimi und Kurznachrichten

Unser Spiel: Volleyballer des SV Kaufungen sorgen für Spannung

Einschwören vor dem Spiel: Spielertrainer Uli Nagel, Torsten Kohlhaase (verdeckt), Thorsten Weise, Matthias Woede, Fabian Hohm, Dennis Gundlach, Karsten Wagner, Hartmut Meske und Jan Brückner. Alle Fotos: Schachtschneider  

Nieste. Der Tag beginnt mit einem Smiley, das die Zunge rausstreckt: Auf zwölf Handys ploppt um 8.57 Uhr die Nachricht auf: „Wir sind berühmt“. Thorsten

Weise hat die gemeinsame WhatsApp-Gruppe der Bezirksliga-Volleyballer des SV Kaufungen als Erster bestückt - nach einem Blick in den Sportteil der HNA. Dort lacht die gesamte Mannschaft fröhlich von einem Foto. Die Volleyballer sind das zweite Team, das wir anlässlich der neuen Serie „Unser Spiel“ an einem Spieltag begleiten. Und zwar zum Lokalderby beim Tuspo Nieste.

Das Vorspiel 

Maskottchen der Kaufunger: Elvira Lubowitzki.

Bevor das Topspiel beim Spitzenreiter Tuspo Nieste beginnt, entdecken die neun anwesenden Kaufunger erst mal ihre weibliche Seite: Sie beziehen die Damenumkleide in der Kreisschulsporthalle Nieste. „Macht nichts, wir Männer sind da locker“, scherzt Jan Brückner. Die dezente Schweißnote in der Luft lädt dazu ein, schnell mit dem Einspielen zu beginnen. Weise und Matthias Woede hadern allerdings erstmal mit den Tücken der Bürokratie. Sie müssen die Passnummern in den Spielberichtsboden eintragen. „Hat jemand einen Kugelschreiber?“, fragt Woede. Schiedsrichter Simon Scheld vom TSV Herleshausen ist ebenfalls auf der Suche: nach einer Trillerpfeife. Beides findet Woede kurz darauf in seiner Tasche.

Dann wird’s ernst: Spielertrainer Uli Nagel holt die Mannschaft noch einmal in der Damenumkleide zusammen. Er schwört sie ein. Mit ruhigem, aber bestimmtem Tonfall. „Es ist das entscheidende Spiel auf dem Weg zur Meisterschaft. Wir werden alles geben. Jeder setzt sich für den anderen ein.“ Heute geht es um was. Das weiß auch Elvira Lubowitzki. „Unser Maskottchen“, erklärt Nagel augenzwinkernd. Die 50-Jährige, Nachbarin von Mittelblocker Hartmut Meske, hat bis auf ein Spiel alle Partien der Kaufunger verfolgt. „Ich tippe auf ein 3:1.“

Das Spiel 

Tragen die Aufstellung ein: Thorsten Weise (links) und Matthias Woede.

Entwickelt sich zu einem wahren Krimi. Die Bezirksliga ist zwar die unterste von acht Spielklassen, doch ein temporeiches und spannendes Spiel gibt’s auch hier. Die Bänke am Spielfeldrand füllen sich im Lauf des ersten Satzes, 60 Zuschauer sind es am Ende. Rekord für die Liga. „Das sind wir gar nicht gewohnt“, sagt Diagonalangreifer Torsten Kohlhaase. 25:22 gewinnen die Kaufunger Satz eins. „Spannender geht’s nicht, oder?“, merkt Nagel an. Nicht ahnend, was da noch kommt. 18:25, 21:25, 25:21 enden die Sätze zwei bis vier. Heißt: Jede Mannschaft hat schon mal einen Punkt sicher.

Und: Nach jedem Durchgang gibt’s drei Minuten zum Durchschnaufen - und Zeit für die Karawane. Denn Mannschaften und Zuschauer wechseln nach jedem Durchgang die Seiten. Die Kaufunger Anhänger sitzen stets auf der Seite ihrer Mannschaft. Johanna Nagel, Tochter des Spielertrainers, trommelt die Kaufunger auf ihrem Cajon noch einmal wach.

Der fünfte Satz muss entscheiden. „Jetzt geht uns schon ein wenig die Düse. Das ist Glücksspiel“, sagt Kohlhaase. Und sein Team hat Pech: 11:15 heißt es. „Wir haben zu spät Gas gegeben“, stellt Nagel fest. Die Meisterschaft scheint entschieden: Nieste holt zwei Punkte und bleibt vorn.

Das Nachspiel 

Doch es geht noch weiter. Um 18.50 Uhr schreibt Matthias Woede in die WhatsApp-Gruppe: „Wir sind wieder im Rennen.“ Denn die Niester gewinnen ihr letztes Saisonspiel gegen Herleshausen nur 3:2. Gewinnt Kaufungen seine letzten beiden Spiele, sind sie Meister. Und dann könnte Jan Brückner den letzten Post des Tages wiederholen, dem er Smileys mit Sonnenbrille hinterherschickt: „Man waren wir geil heute.“

Unser Spiel: Volleyballer des SV Kaufungen

HNA-Serie: Bewerbt euch für „Unser Spiel“

Ihr seid eine Sportmannschaft und habt ein wichtiges Spiel am Wochenende? Ihr steht sonst nie in der Zeitung, liefert aber einen Grund, warum sich das ändern sollte? Dann ist die HNA-Serie „Unser Spiel“ genau das Richtige. Und so könnt ihr euch bewerben: Ihr macht ein lustiges Team-Foto und schreibt ein paar Zeilen, warum wir euch besuchen und darüber berichten sollen. Dann schickt ihr das Ganze mit euren Kontaktdaten per E-Mail an sportredaktion@hna.de und vergesst bitte nicht, Spieltermin, Vereinsname und Sportart anzugeben. Solltet ihr ausgewählt werden, kündigen wir euer Spiel zunächst mit Bild an, kommen dann vorbei, schreiben eine Reportage und machen Fotos. Viel Glück!

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