Vor Ort beim Regionalliga-Spitzenspiel, das der TV Jahn Kassel mit 3:2 gegen Stadecken-Elsheim gewinnt

Die Leichtigkeit der Volleyhühner

So sehen Siegerinnen aus: (von links) Alexandra Schwindt, Lilly Ruge, Alina Lange, Antje Wottke, Marion Stein, Conny Wilke, Rebecca Hofmann, Silvia Derfin, Anna-Lena Stark, Maya Englisch-Fooken, Maike Wendling und Mona Gennies. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Die Volleyballerinnen vom TV Jahn Kassel machen zurzeit richtig Spaß. Nach dem 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen die TSVgg Stadecken-Elsheim stehen sie nicht nur kurz vor dem Titelgewinn in der Regionalliga, sondern beeindrucken außerdem mit einem überragenden Mannschaftsgefüge. Beim Heimsieg am Samstag waren wir vor Ort:

„Noch sind alle ganz entspannt, das wird sich gleich ändern“, prophezeit Jahn-Trainer Florian Margraf wenige Minuten vor Anpfiff in der Aueparkhalle. Anfangs ist von Nervosität bei den Kasselerinnen allerdings nichts zu spüren. Schnell geht der TV Jahn 6:1 in Führung, der Vorsprung wird bis zum Satzgewinn verteidigt. Die Stimmung ist bestens, denn: Nicht nur sportlich überzeugen die Jahnerinnen, sie versprühen zudem Geschlossenheit und Leichtigkeit, die schnell das zahlreich erschienene Publikum mitreißen.

Den Gegnerinnen aus Stadecken-Elsheim ist der Druck, unter dem sie stehen, anzusehen. Sie müssen heute punkten, um noch Chancen auf die Meisterschaft zu wahren. Viele Aufschlagfehler und konsequente Angriffe der Nordhessinnen führen bald zur 2:0-Satzführung für Kassel, auch wenn Stadecken immer besser ins Spiel kommt.

Was dann passiert, passt nicht so recht ins Bild: Die Mannschaften scheinen wie ausgewechselt, die Rheinhessinnen gewinnen den dritten Satz 25:12.

Auf einmal der Bruch

„Wir haben keinen Ball mehr auf den Boden bekommen und sahen zwischenzeitlich ziemlich alt aus“, analysiert Trainer Margraf später. Auch Libera Lilly Ruge meint: „Als wir wieder aufgewacht sind, war Stadecken schon voll im Spiel. Im dritten Satz waren wir schludrig.“ Nachdem auch der vierte Satz knapp an die Gäste geht, geht es um die Punkteaufteilung. Die selbst ernannten Volleyhühner aus Kassel haben sich mittlerweile berappelt und sichern sich den Heimsieg. Das Publikum klatscht und johlt. Beim letzten Aufschlag von Kapitänin Alexandra Schwindt hält es fast keinen der rund 170 Zuschauer mehr auf den Sitzen. Auch Hallensprecher Uwe Schindler ist hin und weg von „seinen Mädels“, wie er sagt. „Die lassen sich von nichts und niemandem den Spaß nehmen“, schwärmt er weiter.

„Der Knackpunkt war, dass wir uns im vierten Satz zurückkämpfen konnten“, sagt die nun dauergrinsende Kapitänin Schwindt. Während Libera Lilly Ruge noch mit Sohn Henry Seilspringen übt, sagt sie: „So viele Zuschauer, die Tabellenführung: Endlich tragen drei Jahre Aufwand Früchte.“

Es bleibt den Jahnerinnen zu wünschen, dass sie diese tolle Saison krönen. Die Chance auf den Titelgewinn gibt es beim nächsten Spiel: Als Gast in der heimischen Aueparkhalle tritt der TV Jahn zum Derby bei der TG Wehlheiden an.

Von Gregory Dauber

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