Drei Urgesteine des TV Jahn Kassel stehen vor dem letzten Einsatz mit dem Drittligisten

Sie sagen tschüss

Ob sie auch am Samstag jubeln kann? Alexandra Schwindt bestreitet dann ihr letzten Spiel für den TV Jahn. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Die selbst ernannten Volleyhühner stehen vor ihrem letzten Auftritt dieser Volleyball-Saison. Am Samstag ab 19.30 Uhr empfängt der Sechstplatzierte TV Jahn Kassel in der Aueparkhalle den Fünften TV Holz. Zwar ist die Begegnung ein Duell zweier Tabellennachbarn, vor allem aber wird es der letzte Einsatz von drei Urgesteinen des TV Jahn sein: Die Spielerinnen Alexandra Schwindt und Lilly Ruge sowie Trainer Florian Margraf geben ihren Abschied von dieser Bühne. Grund genug für einen Blick zurück.

Alexandra Schwindt

Die 32-Jährige war in den vergangenen Jahren die Kapitänin der Mannschaft. „Eine große Ehre für mich“, sagt Schwindt und erinnert sich an etliche schöne Momente mit dem Team. Unvergessen werden ihr viele außergewöhnliche Übungseinheiten bleiben: „Alle Spielerinnen kamen zu Halloween und Fasching in einer extra Verkleidung.“ Bei den Weihnachtsfeiern der Jahnerinnen wurde auf jede Spielerin ein Gedicht geschrieben. „Und ich bin weitgehend verletzungsfrei geblieben“, ergänzt Schwindt.

Dass sie den Klub jetzt verlassen wird, hängt mit ihrer beruflichen Situation zusammen. Sie hat nach ihrem Referendariat nun eine Lehrerstelle an der Gesamtschule Wolfenbüttel angetreten und verlagert ihren Lebensmittelpunkt nach Braunschweig. Eine Fortsetzung ihrer Volleyballer-Karriere ist aktuell nicht geplant. „Ich möchte in meiner Freizeit vielleicht mal etwas Neues ausprobieren“, sagt die 32-Jährige und denkt an Taekwondo oder Stand-Up-Paddling. Allein geht sie nicht nach Niedersachsen. Womit wir bei Florian Margraf wären.

Florian Margraf

Seit 16 Jahren sind Margraf und Schwindt ein Paar. Sie lernten sich bereits als Jugendliche im thüringischen Gotha kennen. „Ein gut aussehender Typ“, sagt Schwindt über ihren Freund. Zu Florian, dem Trainer, sagt sie Sätze wie: „Er hat das Team in die Regionalliga und zweimal in die 3. Liga geführt.“ Und: „Es ist sein Verdienst, dass von 150 Mitgliedern in der Volleyball-Abteilung mittlerweile 67 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren sind.“

2008 war Margraf in die Verantwortung gerutscht. Zwar hatte das Team die Klasse in der Oberliga gehalten, war aber mit dem damaligen Coach nicht ganz zufrieden. Dann übernahm der heute 34-Jährige die Jahnerinnen – und hatte viel Erfolg. „Das Team hat ein gutes Mannschaftsgefüge.“ Der Höhepunkt? Der Aufstieg 2014 in die 3. Liga. „Weil er so unvorhergesehen kam“, sagt Margraf, „und weil wir ihn vor 300 Zuschauern gegen Nachbar Wehlheiden klargemacht haben.“

In Braunschweig wird er als Personal Trainer arbeiten. Margraf, bis zuletzt für Männer-Oberligist VSG Kassel auf dem Feld unterwegs, wird zwar vielleicht in Braunschweig weiter spielen, ein Team betreuen möchte er aber erst einmal nicht. Dafür hat „zu viel Herzblut“ an den TV Jahn verschwendet. Womit wir bei Lilly Ruge wären.

Lilly Ruge

Beim TV Jahn ist sie nicht nur die Libera, sondern auch das Marketinghuhn. „Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, die Marke Volleyhühner zu etablieren“, lobt Kapitänin Schwindt die erfahrene Teamkollegin, die früher für den Nürnberger Verein TSV Feucht Punkte holte.

Ruge wird Jahn als Mitglied des Vorstands erhalten bleiben und sich um Marketing und Sponsoring kümmern. Spielen würde sie nur noch in Notfällen: „Ich lasse meinen Pass da.“ Wegen Familie – sie ist verheiratet, hat zwei Kinder – und Beruf tritt sie demnächst kürzer. Aber nicht nur deshalb – auch wegen Florian Margraf, mit dem sie vertrauensvoll zusammengearbeitet hat. „Wir haben uns als Team in Kassel super positioniert.“

Gern denkt sie an die Duelle mit Ex-Klub Wehlheiden zurück. 2015 stimmten sich die Jahnerinnen filmreif als Bond-Girls auf ein Derby ein. „Das hat viel Spaß gemacht“, sagt Ruge. An diese und andere witzige Aktionen werden sich die Volleyhühner Samstag erinnern – dann zum vorerst letzten Mal. HINTERGRUND

Von Björn Mahr

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