Fredy und Kirsten Zech sind seit 23 Jahren in Wehlheiden aktiv – und jetzt spielt auch ihre Tochter mit

Sina verstärkt Volleyball-Familie

Volleyballer aus Leidenschaft: Sina, Fredy und Kirsten Zech (von links) gehören gemeinsam zum Team des Oberligisten TG Wehlheiden. Niclas Zech (16) komplettiert die Familie, begeistert sich aber neben dem Skifahren eher für Handball und Fitnesssport. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Er ist Trainer, seine Frau Spielerin. Er steht seit 23 Jahren an der Seitenlinie der TG Wehlheiden, seine Frau genauso lang auf dem Feld für den Kasseler Volleyball-Klub. Und seit dieser Saison gehört neben Fredy und Kirsten Zech nun auch Tochter Sina zum Team des Oberligisten.

„Das war anfangs schon sehr ungewohnt, aber mittlerweile kann ich das ganz gut trennen. In der Halle sind sie Mitspielerin und Trainer, zu Hause dann Mama und Papa“, sagt die 19-Jährige, die 2002 ihr Schlüsselerlebnis in Sachen Volleyball hatte. „Wir haben uns in Münster das WM-Spiel der deutschen Frauen gegen Italien angeschaut, wo Papa als Linienrichter am Feld stand“, erinnert sich Sina. War sie anfangs zudem noch auf dem Tennisplatz und im Schwimmbecken aktiv, entschied sich die Abiturientin am Ende für den Teamsport.

Wenn Kirsten Zech auf die sportliche Entwicklung ihrer Tochter schaut, fällt ihr erst mal eines ein: „Ja, das kommt mir sehr bekannt vor. Auch meine Eltern haben beide Volleyball gespielt, auch sie mussten mich später immer hin- und herfahren. Vielleicht war ich ein Stück ehrgeiziger als Sina“, sagt die 45-Jährige.

Und wie ist das nun auf dem Feld mit der eigenen Tochter? „Ich beobachte sie natürlich mehr, als jede andere Spielern, das ist doch klar. Zudem versuche ich ihr, Tipps mit auf den Weg zu geben, und natürlich wird nach einem Punktspiel auch mal ordentlich diskutiert“, erklärt Kirsten Zech. Genau wie sie ihren Mann beim Training der Hessenauswahl 1988 kennenlernte, sah auch Sina ihren Freund zum ersten Mal beim Volleyball. Geschichte wiederholt sich.

Fast 40 Jahre Trainer

Fredy Zech ist mittlerweile fast 40 Jahre Trainer. Ein komisches Gefühl, bis auf seinen Sohn Niclas (16) die gesamte Familie zu trainieren, hat er nicht. „Das läuft alles sehr professionell ab. Mit Kirsten ist das schon Routine, und auch Sina wusste ja vor ihrem Wechsel aus Bergshausen von der besonderen Konstellation“, erzählt der 56-Jährige, der mit seiner Mannschaft derzeit an der Tabellenspitze steht. „Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Dritten Liga und dem unglücklichen Abstieg aus der Regionalliga hatte ich schon Zweifel, ob ich weitermache – oder, ob vielleicht ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ohne Volleyball“, sagt Fredy nachdenklich.

Es ging weiter. Und wie. In sieben Spielen gab es für die Volleyball-Familie Zech und ihr Team nur eine einzige Niederlage. Sina bekam erste Einsatzzeiten, und im Familiendomizil in Niestetal kann so langsam vom Wiederaufstieg geträumt werden. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist. „Unser Ziel ist, oben mitzuspielen. Das gelingt uns bis jetzt ganz gut“, gibt sich Fredy Zech zurückhaltend. Nach 23 Jahren in Wehlheiden können ihn und seine Frau nicht mehr allzu viel überraschen. Sina dagegen setzt nun die Familientradition fort. Wie lange, wird sich zeigen.

Von Torsten Kohlhaase

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