Zweite Mannschaft ist nun die Erste

TG Wehlheiden hat sich in der Landesliga etabliert

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Aufstrebendes Team: Für die TG Wehlheiden spielen (von links) Sarah Kniel, Lotta Weinrich, Kerstin Eßkuchen-Pritsch, Kathrin Flecke, Ina Kepper, Carola Dietrich, Laura Rybicki, Christel Schreiner, Linda Döring, Gundula Grund, Christine Sturm und Kim Gerlach.

Was machen eigentlich aktuell die Frauen der TG Wehlheiden? Wir haben beim Verein, der jahrelang neben dem TV Jahn das nordhessische Volleyball-Aushängeschild war, vorbeigeschaut.

Die frühere erste Damen-Mannschaft der Volleyballerinnen der TG Wehlheiden existiert nur noch in den sozialen Netzwerken: Der letzte Facebook-Eintrag datiert vom 25. März 2018 – einen Tag nach dem letzten Spiel in der Oberliga-Saison 2017/18. „Wie und ob die erste Damen-Mannschaft der TGW in der nächsten Saison noch existiert, steht noch nicht fest. Für Trainer Fredy Zech war es das letzte Spiel in seiner Trainerkarriere“, heißt es da. Die knappe Personaldecke hatte die TGW während der Spielzeit an ihre Grenzen gebracht.

Jetzt ist die zweite Mannschaft die neue „Erste“. Zwischendurch hatte es Überlegungen gegeben, mit zwei Teams in der Landesliga Nord anzutreten. Aufgrund unterschiedlicher Erwartungshaltungen der Beteiligten wurde diese Option aber verworfen. Trainer Horst Dristram, der die Mannschaft vor zwei Jahren auf einem Abstiegsplatz übernommen hatte, setzt jetzt auf Kontinuität. Ihm ist es gelungen, das Team in der Landesliga zu etablieren. Die vergangene Saison schloss die Mannschaft auf Platz vier ab, in diesem Jahr schielt das Team – das sich mit Libera Laura Rybicki vom TV Jahn verstärkt hat – auf die Aufstiegsplätze.

„Ich möchte keine erste Mannschaft als Insel“, erklärt Dristram seine Philosophie. „Mir geht es darum, vom Nachwuchs bis zu den Senioren eine Organisationsstruktur mit einem einheitlichen Spiel- und Techniksystem aufzubauen. Wenn es dann gelingt, Spitzenspielerinnen auszubilden, die eine Vorbildfunktion ausüben, macht das den Verein automatisch attraktiv.“ Diszipliniertes Training ist dafür notwendig und der Wille, etwas zu erreichen. „Ich fordere viel von meinen Spielerinnen, aber ich zwinge niemanden zu etwas, sondern biete etwas an“, sagt Dristram.

Erste Erfolge stellen sich ein. Die 15-jährige Lotta Weinrich etwa hat sich als Stammspielerin in der Landesliga etabliert. Als sie in den Verein kam, konnte sie noch keinen Aufschlag von oben. „Genau diese Entwicklungen sind es, die mich als Trainer reizen“, sagt Dristram. „Entwicklung und Nachhaltigkeit sind meine Schlagworte.“

Die aktuelle Spielzeit begann durchwachsen für die TGW: Drei Siegen standen zwei Niederlagen gegenüber. „An diesem Wochenende müssen wir unbedingt sechs Punkte holen, um den Anschluss zur Spitze zu halten“, gab Dristram vor dem Doppelspieltag in der Aueparkhalle deswegen vor. Gesagt, getan. Die TGW setzte sich mit 3:0 (25:15, 25:20, 25:18) gegen den VfL Marburg und mit 3:0 (25:16, 25:22, 25:20) gegen den SV Gießen durch und steht nun wieder auf Rang zwei der Tabelle. „Das Team hat in beiden Spielen eine konstant gute Leistung gezeigt. Bemerkenswert waren dabei die vielen Block- und Aufschlagpunkte und die sicheren Aktionen im Angriff“, lobte Dristram.

Auf den Trikots der TGW steht: (un)günstig. Zwei Worte in einem, die auf die Philosophie Dristrams zurückgehen. „Zu oft sprechen die Mädchen im Training von Fehlern, dabei sind die meisten Aktionen nur in günstig oder ungünstig für die sportliche Entwicklung einzustufen.“ Das vergangene Wochenende fällt eindeutig in die Kategorie günstig. Und die ehemalige „Zweite“ der TGW sollte überlegen, auch in den sozialen Netzwerken den Platz der früheren „Ersten“ einzunehmen.

Von Carina Wagener

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