Warum die Saison bei den Volleyball-Regionalligisten TV Jahn und Wehlheiden so unterschiedlich verläuft

Tabellenkampf: Überflieger und Kellerkinder

Sie kommen aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus: Die Volleyballerinnen des TV Jahn Kassel mit (von links) Alexandra Schwindt, Alina Lange, Anna-Lena Starck, Maya Englisch-Fooken, Lilly Ruge, Silke Lippik, Marion Stein, Silvia Derfin, Maike Wendling und Antje Wottke. Foto:  Zgoll/nh

Kassel. Selten war die Diskrepanz zwischen den heimischen Teams in der Volleyball-Regionalliga der Frauen so groß wie in dieser Saison: Während Absteiger TV Jahn Kassel punktgleich mit Spitzenreiter Stadecken-Elsheim auf Platz zwei rangiert, ist Aufsteiger TG Wehlheiden das Schlusslicht der Tabelle.

Nach der Hälfte der Saison begeben wir uns einmal auf Spurensuche nach den Ursachen für Erfolg und Misserfolg der beiden Mannschaften.

TV Jahn Kassel

• Die Zwischenbilanz: Nur ein paar Sätze schlechter als der Tabellenführer – mehr geht kaum. Nach den drei Marathonspielen zu Saisonbeginn, die jeweils im fünften Satz entschieden wurden, stehen nur noch Siege. Unter den sechs Erfolgen in Serie war auch der 3:1-Triumph im Derby gegen Wehlheiden.

• Die Gründe für den Erfolg: Liegen vor allem im personellen Bereich. „In der vergangenen Saison waren beide Zuspielerinnen verletzt, so dass fast jeder mal auf der Position zum Einsatz kam. Zudem hatten wir mit 16 statt nun 13 Spielerinnen einen größeren Kader zu koordinieren“, sagt Jahns Außenangreiferin Alexandra Schwindt. Viele neue Spielerinnen mussten zu Saisonbeginn ebenfalls nicht integriert werden. Neben Neuzugang Alina Lange kehrte einzig Maya Englisch-Fooken nach ihrer Babypause zurück.

• Ausblick: Wenn man nach der Hinrunde auf Platz zwei steht, ist die Dritte Liga nicht weit. Aber wird der direkte Wiederaufstieg schon ein thematisiert? „Wenn wir am Ende der Saison ganz oben stehen, werden wir uns Gedanken machen. Ich persönlich würde gern wieder aufsteigen. Da wir in unserer ersten Drittliga-Saison so unglaublich viele Verletzte hatten, wäre es spannend zu sehen, wie wir in Bestbesetzung abschneiden würden“, erklärt Schwindt.

TG Wehlheiden

Ratlose Mienen: Wehlheidens Trainer Fredy Zech und seine Spielerinnen sind weiter auf der Suche nach dem Erfolgsrezept. Foto:  Fischer/nh

Die Zwischenbilanz: Dass das Schlusslicht keinen einzigen Sieg mit drei Zählern eingefahren hat, spricht eine deutliche Sprache. Stattdessen schlugen sich einzig ein 3:2-Erfolg gegen Mainz-Gonsenheim und zuletzt eine 2:3-Niederlage gegen Frankfurt auf dem Punktekonto nieder. Die Pleitenserie hält jetzt schon sechs Spiele an.

Die Gründe für den Misserfolg: Liegen vor allem in der unbefriedigenden Saisonvorbereitung. „Wir mussten als Aufsteiger einen großen Schwerpunkt auf Athletiktraining legen – darunter litt die Ballarbeit. Private und berufliche Termine führten zudem dazu, dass wir nur eines statt drei üblicher Turniere spielen konnten“, erklärt Trainer Fredy Zech. Und weiter: „Vielleicht haben wir im Unterbewusstsein auch ein Kopfproblem, sind nach einem Satzgewinn zu schnell satt und zufrieden.“

Ausblick: Wie geht es mit Wehlheiden weiter? „Ich hatte prohpezeit, dass wir gegen Ende der Hinrunde richtig in Tritt kommen, das ist noch nicht passiert. So langsam muss sich die Spielpraxis mal auszahlen“, sagt Zech. Klingt nach Durchhalten. Schwer wird es allemal. Nicht nur, weil die TGW nach der nun anstehenden vierwöchigen Pause nicht immer gut aus den Startlöchern gekommen ist, sondern auch, weil am Ende der Saison wohl drei Teams absteigen werden.

 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.