Vor Ort: Vellmarer Volleyballer bleiben trotz 0:3 gegen Hanau als Nachrücker in der Regionalliga

Verloren und doch gewonnen

Eindringliche Besprechung: Spielertrainer Marcus Krössin (hinten links), Alexander Schön (Mitte) und Ingo Kraekel (Zweiter von rechts) stellen die SSC-Volleyballer auf das Abstiegsduell gegen die TG Hanau ein. Foto: Fischer

Vellmar. Zwischen Baum und Borke fühlten sich die Volleyballer des SSC Vellmar. Vor dem Heimspiel gegen die TG Hanau und auch danach. Würden sie gewinnen müssen oder auch als Verlierer weiterhin der Regionalliga angehören? Erst seit Montagnachmittag ist es klar: Obwohl sie gegen den direkten Konkurrenten 0:3 (24:26, 23:25, 21:25) unterlagen, bleiben sie drin (siehe Hintergrund).

Die Vorbereitung

Nicht anders als gewohnt bereiteten sich die Vellmarer vor. Doch je näher der erste Ballwechsel rückt, desto ernster werden die Mienen. Das Aufwärmen ist abgeschlossen, im Mannschaftskreis stimmt Coach Alex Schön die Spieler ein. Auch Ingo Kraekel spricht zum Team, ehe Spielertrainer Marcus Krössin noch einmal für Motivation sorgt: „Jungs, jetzt ist Rock ’n’ Roll angesagt!“ Peter Stederoth stimmt die letzte Anfeuerung an und skandiert, sportlich nicht ganz korrekt: „Auf geht’s Vellmar, schießt ein Tor.“ Die Fans stimmen ein.

Der Rahmen

Gut 150 Zuschauer sind in der Halle, fast alle Anhänger des SSC. Auch die wenigen Schlachtenbummler aus Hanau feuern ihr Team an. So entwickelt sich auf der Tribüne ein lautstarkes, packendes Duell der Fan-Sprechchöre und sorgt für prächtige Atmosphäre.

Das Spiel

Sie puschen sich und puschen sich, aber es hilft nicht recht. Die Vellmarer bieten in einem hochklassigen Kampf auf Biegen und Brechen eine feine Leistung, aber Hanau hält dagegen und ist in den entscheidenden Momenten voll da. So verliert der SSC zwei Sätze ganz knapp. „Das wird heute nicht in drei Sätzen entschieden“, hatte Alexander Schön vorhergesagt und sah sich eines Schlechteren belehrt. Denn die Gastgeber gaben trotz letzten Einsatzes auch den dritten Satz ab – das war’s mit dem Rock ’n’ Roll.

Der Moment danach

Trotz aller Enttäuschung behalten die Vellmarer den Kopf oben. Die Erfahrenen ohnehin, und die Jungen haben die Karriere noch vor sich. Man tröstet sich gegenseitig, applaudiert den Fans und lässt sich von ihnen feiern. Das Leben geht weiter. „Die Coolness fehlte uns schon in den Zitterspielen zuvor. Aber ein Beinbruch ist das alles nicht“, sagte Alexander Schön.

Die Perspektive

So oder so, Regionalliga oder Oberliga, der SSC sieht sich gut aufgestellt. „Ein Abstieg hätte kaum Bedeutung. Die Mischung von Jung und Alt stimmt, auch wenn die Erfahrenen nicht mehr unbedingt immer die stabilisierenden Faktoren sind“, glaubt Schön. Auch Dominik Sperling, einen jener Jungen, die sich prächtig entwickelten, hätte der Abstieg nicht geschockt: „Mein Gott, dann steigen wir eben wieder auf.“

Von Wolfgang Bauscher

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