Aufstieg in die Oberliga 

Volleyballerinnen der TG Wehlheiden holen sich den Landesliga-Titel 

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Haben allen Grund zur Freude: Wehlheidens Gundula Grund (14) und ihre Mitspielerinnen bejubeln den Titelgewinn.

Fuldabrück. Nach sechs Stunden war es geschafft: Die Landesliga-Volleyballerinnen der TG Wehlheiden haben sich im Saisonfinale mit zwei Siegen die Meisterschaft erkämpft. 

Mit stoischer Ruhe steht Horst Distram am Spielfeldrand. Ein emotionaler Trainer ist er wirklich nicht. Am Ende aber schafft es seine Mannschaft tatsächlich, ihm ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Was vor dem letzten Spieltag ein wenig utopisch erschien, ist wirklich eingetreten: Die Volleyballerinnen der TG Wehlheiden sind Meister der Landesliga und steigen damit in die Oberliga auf. 

„Einfach geil“, so fasst Christine Sturm ihre Gefühlslage kurz und knapp zusammen. Sie wirkt fix und fertig, aber überglücklich. Nur wenige Minuten zuvor donnert sie den Ball übers Netz – eine Gelnhäuserin streckt sich noch. Allerdings vergeblich. Es ist der entscheidende Punkt zum 25:22. Jener Punkt, der Wehlheiden zum Meister macht.

Neun nervenaufreibende Sätze 

Zwei kräftezehrende Spiele und neun nervenaufreibende Sätze liegen hinter dem frischgebackenen Titelträger. Dass keine fünf Minuten nach dem letzten Saisonspiel bereits die Sektkorken knallen, ist nicht verwunderlich.

Aber nun der Reihe nach: Es ist purer Zufall, dass sich die drei besten Mannschaften der Liga in der Sporthalle vor der Söhre einfinden. Dramaturgisch ein interessanter Aspekt: Alle drei Teams können noch Meister werden. 

Zum Siegen verdammt 

Die ungünstigste Ausgangslage haben dabei die Wehlheiderinnen, die vor den letzten beiden Duellen Tabellendritter sind. Zudem treten sie mit dem Hünfelder SV und der VGG Gelnhausen gegen Teams an, die in der Tabelle vor ihnen stehen. Eine anspruchsvolle Aufgabe – Wehlheiden ist gewissermaßen zum Siegen verdammt.

Zuerst geht es gegen Hünfeld. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Nach 2:0-Satzführung gleichen die Osthessinnen aus. Verliert die TGW dieses Spiel, war’s das bereits mit der Meisterschaft. Aber im Tie-Break wahrt das Distram-Team die Contenance und gewinnt den entscheidenden Satz 15:6. Nach zweistündigem Kampf bleibt Wehlheiden im Titelrennen. 

Und nun beginnen die Rechenspiele. Einige Zuschauer zücken das Handy, schauen auf die Tabelle und spielen etliche Szenarien durch. Bis feststeht: Die TGW braucht gegen den Tabellenersten aus Gelnhausen zwei gewonnene Sätze, um sich den zweiten und damit den Relegationsplatz zu sichern. Bei einem 3:0 oder 3:1-Sieg ist die TGW Meister. 

Der Meistermacher: Wehlheidens Trainer Horst Distram überlässt nichts dem Zufall und war stolz auf seine Mannschaft. 

Distram sieht den Sieg gegen Hünfeld als psychologischen Vorteil. Auf der anderen Seite hat dieses Duell natürlich Kraft gekostet. Kraft, die gegen Gelnhausen fehlen könnte. Und so sieht es zunächst aus. Den ersten Satz entscheidet der Favorit für sich. Umso erstaunlicher ist es, dass Wehlheiden den zweiten Satz 25:12 gewinnt. Gelnhausens Spielerinnen schauen etwas ungläubig drein.

Sechs Satzbälle abgewehrt

Und was dann folgt, ist einfach unfassbar. Sechs Satzbälle – also sechs Chancen, die Meisterschaft klar zu machen – vergibt der Tabellenführer. Aus einem 18:24 macht die TGW ein 26:24. Irre. Um 19.16 Uhr hat sie den Relegationsplatz sicher. Aber sie will mehr. Sie ist hungrig. Das spürt man. Momentum ist nun das Stichwort. Und das liegt jetzt auf der Seite der Wehlheiderinnen.

Wo auch immer sie die Kraft hergenommen haben, es reicht am Ende tatsächlich für einen 3:1-Sieg. Es ist die pure Freude, die aus den Wehlheiderinnen nur so heraussprudelt. Den Gelnhäuserinnen dagegen ist das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. „Der letzte Satz war purer Kampf“, weiß Distram, der sein Team mit Komplimenten überschüttet. Und zwar völlig zu Recht. Nur die wenigsten hatten Wehlheiden auf dem Zettel. Und nun ist alles angerichtet für eine feuchtfröhliche Nacht.

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