50 Jahre Tor des Monats

Die Ex-Fußballprofis Uwe Bein und Wayne Thomas über ihre schönsten Treffer

Im Liegen über Uli Sude: Wayne Thomas (rechts) erzielt im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach den Anschlusstreffer zum 1:3 für Hannover im Niedersachsenstadion.
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Im Liegen über Uli Sude: Wayne Thomas (rechts) erzielt im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach den Anschlusstreffer zum 1:3 für Hannover im Niedersachsenstadion. Thomas’ Treffer kam in die engere Auswahl beim Tor des Monats, Gladbach gewann aber 3:2.

Das „Tor des Monats“ in der ARD-Sportschau feierte vor kurzem 50-jähriges Jubiläum. Auch Treffer von Uwe Bein und Wayne Thomas, zwei Fußball-Bundesligaspielern aus dem Kreis, kamen in die Auswahl. Bein gewann sogar einmal.

77. Minute im Bundesligaspiel zwischen der Frankfurter Eintracht und dem 1. FC Köln am 12. Mai 1990: Eine Frankfurter Kopfballstafette beginnt bei Uwe Bein, geht über Jörn Andersen und Lothar Sippel. Andersen hebt das Leder erneut per Kopf über die Abwehr – erst dann hämmert Bein aus zehn Metern volley den Ball unter die Latte – der Mann mit dem „tödlichen Pass“ wird zum Vollstrecker. Er erzielt eines seiner 91 Bundesligatore.

Es ist der Ausgleich zum 1:1 in einer packenden Partie, aus der die Eintracht dank der Treffer von Manni Binz (86.) und Andersen (90.) als 3:1-Sieger hervorgeht. Beins Tor, bei dem er Ideengeber und Torschütze zugleich war, kam unter die „Top 5“ beim Tor des Monats und wurde auch zum Siegtor gewählt.

Die Medaille in der Hand: Die Auszeichnung für das Tor des Monats hat bei Uwe Bein zu Hause in Bad Hersfeld einen Sonderplatz erhalten.

Dieser Moment hat sich tief ins Gedächtnis des gebürtigen Lengersers eingebrannt. „Du hast so viele Spiele gemacht. Aber so etwas vergisst du nicht, es gehört zu den Highlights deiner Bundesligakarriere.“ Wie überhaupt das Jahr 1990 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft das erfolgreichste seiner Laufbahn für ihn war. Die Medaille für das „Tor des Monats“, die heute die Vitrine neben der Kopie des WM-Pokals im Wohnzimmer ziert, bekam er bei der WM in Italien von ARD-Moderator Jörg Wontorra überreicht. Wie oft Bein beim „Tor des Monats“ dabei war, kann er heute gar nicht mehr nachvollziehen. Schließlich war er mit seinen „tödlichen Pässen“ auch oft Vorbereiter. So zum Beispiel auch bei Jay Jay Okochas Tor des Jahres am 31. August 1993 gegen den Karlsruher SC zum 3:1-Endstand.

Eigentlich hätte Bein diesen Treffer machen müssen, als er nach einem Zuspiel von links frei vor KSC-Keeper Oliver Kahn auftauchte. Aber weil Okocha Bein zuvor zum 2:1 aufgelegt hatte, legte er kollegial den Ball noch einmal zurück. Bein: „Ich hab’ drauf gewartet, dass ich ihn noch einmal bekomme. Aber dann macht er sowas.“ Okocha vollendete mit einer unnachahmlichen Tanzeinlage, bei der er gleich vier Karlsruher zu Statisten degradierte, macht das Tor zum Kunstwerk. „Wenn er den nicht reingemacht hätte, wäre was losgewesen“, sagt Bein und lacht. Der Treffer schreibt nicht nur Eintracht-, sondern auch Bundesliga-Geschichte Bein kann sich noch genau an die Worte des Reporters Jörg Dahlmann erinnern: „Liebe Zuschauer – die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal. Sollen sie mich rausschmeißen. Ich zeige ihnen die Szene bis zum Umfallen.“

Auch zwei Tore des heutigen Kirchheimers Wayne Thomas wurden in die engere Auswahl genommen. Das erste war ein spektakulärer Treffer im Dress von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach am 21. August 1985. „Nach einer Flanke von Karsten Surmann lag ich quer in der Luft, der Ball flog per Seitfallzieher über Gladbachs Keeper Uli Sude hinweg ins Tor.“

Hannover lag 0:3 hinten, Thomas‘ Treffer in der 68. Minute bedeute den Anschluss, doch mehr als ein 2:3 sprang nicht heraus. Später, als er für Borussia Fulda in den 90er--Jahren auflief, war der aus Korbach stammende Sude sein Trainer. „Ich hab den Uli dann immer wieder mit dem Tor aufziehen können. Ich hab’ gesagt, dass er sich seine Fingernägel zu kurz hat wachsen lassen“, erzählt Thomas – und lacht. Den Titel „Tor des Monats“ verpasste der Schuss nur knapp, er landete auf Platz zwei.

Ein zweiter Treffer von Thomas, erzielt im Zweitligaspiel von Hannover 96 im Spiel gegen Ulm, kam ebenfalls in die Auswahl. Thomas erzählt: „Es war ein wunderschöner Treffer von der Strafraumgrenze, ein Flugkopbfall erzielt mit dem Kopf - ein Wahnsinnsding vor 50 000 Zuschauern.“ Doch auch dieses Tor wurde nicht gewählt. Thomas: „Damals bekamen die Nationalspieler die meisten Postkarten.“

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