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Vom Kicker zum Kochbuchautor

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Felix Reiche mit seinem Kochbuch.
Soulfood Worldwide: Felix Reiche ist unter die Kochbuchautoren gegangen. © privat

Der Name Felix Reiche hat einst Appetit gemacht auf guten technischen Fußball bei der SG Hessen/SpVgg. Jetzt hat der 31-Jährige, der in Hamburg lebt, ein Kochbuch geschrieben. Hier die ganze Geschichte.

Bad Hersfeld/Hamburg – 2016 hing Felix Reiche, technisch sehr begabter Fußballer der SG Hessen/SpVgg, die Fußballschuhe nach 22 Jahren an den berühmten Nagel. Und ging auf Reisen. Anstatt sonntags nach Hosenfeld, Niederaula, Steinbach oder Fulda in der Gruppenliga zu fahren, ging es jetzt nach Kambodscha, Vietnam, Myanmar oder Indonesien. Allerdings nicht für ein paar Tage, sondern auch für mehrere Wochen oder gar Monate. Über 50-mal bereiste er nahe und auch ferne exotische Länder. Es waren Rucksackreisen, im Auto, zu Fuß, oder im Zug. Backpacking statt Luxusurlaub im Vier-Sterne-Hotel. Reiche: „Nur so lernst du Land und Leute richtig kennen.“ Und etwas über die Ernährung. An allen Stationen machte er fast dieselbe Erfahrung. „Über das Essen und die Gerichte kommt man am besten an die Kulturen heran. Beim Essen öffnen sich die Menschen“, sagt er.

Seit jeher interessierte sich Reiche nicht nur für den Fußball, sondern auch für das Kochen. Das einst zweite Hobby ist nun das erste. „Schon als Kind hab´ ich der Mutter in der Küche über die Schulter geschaut, wenn es um Mittagessen oder Kuchenbacken ging.“ Später absolvierte er sogar ein Schulpraktikum in der Küche des Romantikhotels „Zum Stern“. Zudem hatte er von seinen Reisen auch zahllose Bilder mitgebracht, die das Land und die Menschen beschreiben. „Ich habe mir gedacht, dass ich das alles aufschreiben muss.“ Zeit zum Schreiben fand er im ersten Lockdown. Jetzt ist das Kochbuch fertig. „Felix Reiche – Soulfood Worldwide“ lautet der Titel – frei übersetzt: Weltweite Seelenkost.

Das Buch ist als eine Liebeserklärung auf das „echte“ Essen aus aller Welt zu verstehen: Reiche hat die vorgestellten Gerichte sowohl wegen ihres Geschmacks als auch wegen der Erinnerungen an besondere Menschen und Situationen ausgewählt, die er mit diesen verbindet. Ihm ist es wichtig, dass die Rezepte ein möglichst authentisches Bild der jeweiligen landesüblichen Küche abbilden. Sie folgen weder besonders kalorienarmen Vorgaben noch bestimmten Trends. Seine Rezepte und das Essen sollen die Seele nähren – „Soulfood“ eben. Und der Inhalt des Buchs macht tatsächlich Appetit.

Mehrere Gerichte sind in der Herstellung aufwendig. Die kunstvolle Zubereitung bedarf einiger exotischer Zutaten, die jedoch problemlos in jedem Asia-Markt zu finden sein sollten. Falls nicht, hat Reiche Alternativen zu schwierig erhältlichen Lebensmitteln angegeben. Um bösen Überraschungen vorzubeugen, besonders hinsichtlich der Würze, hat er die Rezepte mit einer oder mehreren Chilischoten gekennzeichnet. Die Rezepte sollen neue Geschmäcker vermitteln und sind vor allem für diejenigen gedacht, die Spaß am Kochen haben. Denn manche Gerichte dauern schon länger in der Zubereitung und beinhalten mehrere Arbeitsschritte.

Lesenswert: Zu jedem Land und zu den Gerichten erzählt Reiche kleine Geschichten („Die Geschichte hinter dem Gericht“) mit Hintergrundinformationen und Erlebnissen. So berichtet er beispielsweise woher die Vielfalt der vietnamesischen Küche stammt und stellt vietnamesische Sommerrollen („Nem Cuon“) vor, die im Gegensatz zu den Frühlingsrollen nicht frittiert werden und in Vietnam an jeder Straßenecke zu kaufen sind.

Sein Lieblingsgericht stammt übrigens aus seinem Lieblingsland: Indonesien. Hier verbrachte er fast drei Monate auf verschiedenen Inseln. „Rendang Daging“ ist eine der beliebtesten Festtagsmahlzeiten dort. Fast jeder Indonesier behauptet, dass seine Frau oder Mutter das beste Rendang mache, schreibt Reiche in seinem Zusatzbeitrag. Dabei gibt es viele unterschiedliche Varianten dieses Gerichts. Sein Rezeptvorschlag (für vier Personen) ist ein scharfes Rindfleischgulasch, geschmort in Kokosmilch. „Am besten schmeckt Rendang, wenn es in einem der zahllosen Imbisse Indonesiens bereits über Nacht durchgezogen ist“, sagt er.

Häufig bekomme man in bestimmten Ländern ungefragt eine Vielzahl von Gerichten auf den Tisch gestellt. Bezahlen muss man aber nur das, was man auch isst. Für das ansprechende Layout des Buchs zeigte sich im Übrigen seine beste Freundin Nadine zuständig. Die tollen Bilder im Buch stammen allesamt von Reiche selbst, für den die Fotografie während seiner Reisen zum zweiten Hobby wurde.

Das Kochbuch kann über die Website von Felix Reiche, soulfood-worldwide.de, bestellt werden. Es kostet inklusive Versand 20 Euro. Sein Instagram-Account: Soulfood_worldwide.

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