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Top 5 des Wochenendes: Von Eisvögeln und anderen Tieren

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Von: Maximilian Bülau

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Katie Taylor.
Ziemlich stark: Katie Taylor siegte in einem geschichtsträchtigen Box-Duell. © Angela Weiss/afp

Der Sport hat weit mehr zu bieten als die nackten Ergebnisse. Er liefert packende Duelle, emotionale Momente, besondere Geschichten. Wir haben diese zusammengefasst – in einer Top 5 des Wochenendes.

1. Gar nicht wie ein Lamm: Mit Wortwitzen soll man vorsichtig sein. Und Mark Lamsfuß wird ja auch gar nicht wie das Lamm geschrieben. Doch bei der Badminton-EM in Madrid präsentierte sich der 28 Jahre alte Deutsche eher wie ein Raubtier. Gleich zweimal sammelte Lamsfuß Gold ein – im Mixed und im Doppel. Im Mixed siegte er mit Isabel Lohau in drei Sätzen gegen ein französisches Duo, das sie zuvor noch nie geschlagen hatten. Im Doppel gewann er an der Seite von Marvin Seidel.

Und das ist eine besondere Geschichte. Vor einem Jahr stand dieses Duo bereits im EM-Endspiel. Am Finaltag wurde ihnen die Chance auf den Titel geraubt – sie waren an Corona erkrankt. Nun haben sich Lamsfuß und Seidel die Krone aufgesetzt und die ersten Goldmedaillen für den Deutschen Badminton-Verband seit zehn Jahren eingeheimst. Dass einem Deutschen ein Doppel-Erfolg bei einer EM gelungen war, liegt gar 20  Jahre zurück. Insgesamt war es das beste Ergebnis aus deutscher Sicht seit 50 Jahren. Und Lamsfuß hat weitere Ziele. WM- und olympisches Gold sollen folgen. Bei den Olympischen Spielen hat noch kein Deutscher jemals Edelmetall gewonnen.

2. Wie die Löwen: So haben die Berlin Volleys gekämpft. Im Finalduell um die Deutsche Meisterschaft im Volleyball sah es so aus, als wäre der Traum vom Titel für den Serienmeister im Duell mit dem Dauerrivalen VfB Friedrichshafen dieses Mal schnell vorbei. Nach zwei Spielen lagen die Hauptstädter in einer auf drei Erfolge angesetzten Serie 0:2 zurück. Doch sie kämpften eben wie die Löwen – mit Erfolg. Am Samstag setzten sich die Berliner schließlich im entscheidenden Match gegen Friedrichshafen 3:1 durch und feierten die zwölfte Meisterschaft, die sechste in Serie. Die Volleys sind nun das erste deutsche Volleyball-Team, dem es gelungen ist, nach 0:2-Rückstand in einer Finalserie zurückzukommen. Rekordmeister ist aber weiterhin Friedrichshafen.

3. Ganz anders als die Eisvögel: Eisvögel sind eigentlich Einzelgänger. Nicht so die aus Freiburg. Die Basketball-Frauen mit dem Namen Eisvögel Freiburg haben erstmals die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Bereits am Freitagabend siegte das Team aus dem Breisgau gegen die Rheinland Lions aus Bergisch Gladbach 95:65 und entschied die Finalserie mit 3:1 für sich. Die Freiburgerinnen, die 2013 Pokalsieger geworden waren, hatten die reguläre Saison noch hinter den Rheinland Lions auf Platz zwei beendet. Man sieht: Eisvögel können sogar stärker sein als Löwinnen.

4. Gar nicht wie ein Underdog: Er wurde im Vorfeld als größter Kampf in der Geschichte des Frauenboxens bezeichnet. Und das Duell der Irin Katie Taylor gegen die aus Puerto Rico stammende Amanda Serrano hielt, was sich viele versprochen hatten. Die 35 Jahre alte Taylor galt trotz ihrer WM-Gürtel der großen Verbände WBC, WBA, IBF und WBO als Underdog gegen die 33 Jahre alte Serrano, die in ihrer Karriere neun WM-Titel in sieben unterschiedlichen Gewichtsklassen gewonnen hat, was einen Weltrekord bedeutet. Am Ende setzte sich Taylor nach zehn harten Runden und einem Niederschlag mit 2:1 nach Punktrichterstimmen durch. Beide Frauen einigten sich noch im Ring vor 19 187 Zuschauern im Madison Square Garden von New York auf einen Rückkampf. Es war der erste Frauen-Hauptkampf in der 140-jährigen Geschichte der berühmten Arena.

5. Wie die Stehaufmännchen: Gut, das sind keine Tiere. Aber Kevin Krawietz und Andreas Mies sind wieder aufgestanden. Und wie. Das Tennis-Doppel gewann das Sandplatzturnier von München. Nach Verletzungen und Corona-Erkrankungen sind die beiden Deutschen drei Wochen vor Beginn der French Open in Top-Form. In Paris gewann das deutsche Doppel bereits zweimal. In München machten sie zudem das blamable frühe Ausscheiden von Alexander Zverev wett. Oscar Otte, der sensationell ins Halbfinale eingezogen war, verlor dieses gegen den späteren Einzel-Sieger Holger Rune. Der Norweger profitierte von der Aufgabe des Niederländers Botic van de Zandschulp. (Maximilian Bülau)

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