Interview mit Sportwissenschaftlerin Janina Reimuth

Das sagt die Expertin über Mythen und Fehler bei der Ernährung im Sport

Fitness- und Ernährungsexpertin: Janina Reimuth.
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Fitness- und Ernährungsexpertin: Janina Reimuth.

Eschwege – Mit diesem Halbwissen, das ist immer so eine Sache. Es wird im alltäglichen Sprachgebrauch zumeist mit der Verbindung „gefährlich“ genannt. Und warum das so ist, das zeigt dieser Artikel.

Im Sport herrschen unzählige Mythen und Irrtümer vor. Sportwissenschaftlerin Janina Reimuth aus Reichensachsen räumt in zwei Teilen mit einigen gängigen auf. Teil 2 als Interview mit Janina Reimuth, die mit einigen Irrtümern aufräumt.

Janina, Obst ist immer gut – egal, welches und wie viel?

Obst liefert einen großen Anteil an wichtigen Vitaminen, gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Trotzdem beinhaltet Obst auch einen Anteil an Fruchtzucker, der genauso wie normaler Zucker in größeren Mengen schädlich für den Organismus sein kann. Wichtig ist es, auf die richtige Obstsorte zu achten. Beerenobst enthält beispielsweise wesentlich weniger Fruchtzucker als Weintrauben oder Bananen. Eine tägliche Zufuhr von Obst ist wichtig, trotzdem sollten insbesondere Obstsorten mit einem hohen Fruchtzuckeranteil nicht in zu großen Mengen verzehrt werden.

Brot ist gesund. Das gilt ausnahmslos?

Wie gesund ein Brot ist, hängt in den meisten Fällen von dem Vollkornanteil ab und damit verbunden der Höhe an Ballaststoffen, Vitaminen und Nährstoffen. Ein großer Irrglaube ist dabei, dass oft ein dunkles Brot auch mit einem gesunden Vollkornbrot verbunden wird. Leider ist dies nicht immer der Fall. Einige Lebensmittelhersteller färben ein Brot aus hellem Weizenmehl mit beispielsweise Malzextrakt dunkel, um so den Anschein zu bewirken, es handele sich um ein gesundes Vollkornprodukt.

Welches Wasser ist das Beste?

So umfangreich wie mittlerweile das Angebot an Mineralwasser im Geschäft ist, so differenziert sind auch die Meinungen, welches Wasser das Beste ist. Eins ist jedoch ganz klar deutlich, das einfache Leitungswasser steht dem Mineralwasser qualitativ in nichts nach. In Deutschland wird das Leitungswasser so stark kontrolliert, dass, sofern es in den eigenen Leitungen im Hause zu keiner Verunreinigung kommt, das Wasser gut für den täglichen Wasserbedarf genutzt werden kann und man so einiges an Geld sparen kann. Das Wichtigste für jeden Einzelnen ist der persönliche Geschmack. Nur so schafft man es, den täglichen Tagesbedarf an Wasser zu decken. Für ein bisschen Geschmack empfehle ich, einfach ein Stück Zitrone oder Ingwer ins Wasser zu legen. Egal, ob Leitungswasser oder Mineralwasser, um den täglichen Bedarf an Mineralstoffen zu füllen, ist eine ausgewogene Ernährung absolut unabdingbar.

Wasser während des Sports – reicht das aus bei Höchstleistungen?

Nein, die Überlegung des Getränks während des Sports ist eine ganz andere. Während der Belastung verliert man viel Flüssigkeit durch den Schweiß, dabei verliert der Körper wichtige Elektrolyte. Insbesondere bei lang anhaltenden Ausdauersportarten ist ein Elektrolytausgleich zwingend erforderlich. Für die Praxis empfehle ich ein Wasser mit einem bisschen Fruchtsaft verdünnt. Auf Kohlensäure sollte man im besten Falle verzichten, da es während der Belastung den Magen zusätzlich stresst.

Proteinriegel und Shakes müssen sein, um die Muskulatur aufzubauen?

Unbestritten ist, dass eine genügende Eiweißzufuhr im Sport insbesondere zum Muskelaufbau sehr wichtig ist. Braucht man dazu jedoch Shakes oder Riegel? Der Tagesbedarf der meisten Erwachsenen liegt etwa bei 0,8 g /kg Körpergewicht pro Tag: auch für Freizeitsportler reicht diese Zufuhr aus. Bei Ausnahmen wie Bodybuildern oder Leistungssportlern ist diese Eiweißzufuhr deutlich erhöht. Proteinriegel oder Shakes bieten dabei oft eine bequeme, schnelle Eiweißzufuhr nach dem Training, dabei sollte es sich jedoch nur um qualitativ hochwertige Produkte handeln. Generell ist es jedoch so, dass in den meisten Fällen keiner auf diese Eiweißprodukte angewiesen ist. Generell kann mit einer ausgewogenen Ernährung fast jeder seinen täglichen Proteinbedarf decken. Nach dem Training bieten somit Riegel und Shakes eine bequeme und schnelle Eiweißzufuhr, die jedoch auch durch eine normale Mahlzeit auf gesünderem Wege ersetzt werden kann. Foto: privat

Von Nico Beck

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