FUSSBALL

Ohne Heike und Dieter Hoßfeld kommt der TSV Obergeis nicht aus

Die guten Seelen beim TSV Obergeis: Heike und Dieter Hoßfeld.
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Die guten Seelen beim TSV Obergeis: Heike und Dieter Hoßfeld.

Obergeis – Das Obergeiser Sportlerheim ist derzeit geschlossen, der Platz gesperrt. Doch für einen echten Platzwart wie Dieter Hoßfeld ist auch in Zeiten der Pandemie immer etwas zu tun. Diesmal stellt er ein paar Bänke wieder zurück in die Stellkammer. Und zu streichen gibt es immer wieder etwas.

Ursprünglich war geplant, den Vorstellungs-Gottesdienst für die Konfirmanden auf dem Sportplatz auszurichten. Aber der musste wegen der hohen Inzidenzzahlen im Kreis verschoben werden. „Macht nix, ist halt so“, sagt Hoßfeld. Er ist beim TSV so etwas wie das „Mädchen für alles“. Er ist nicht nur Platzwart, sondern auch Zweiter Vorsitzender und Jugendbetreuer. Karsten Schwalm ist stolz, so einen wie Hoßfeld in den Reihen des TSV zu wissen. „Ohne ihn und seine Frau Heike wird bei uns im Ort kein Fußballspiel angepfiffen und findet auch fast kein Training statt“, sagt der Obergeiser Vorsitzende, der in das Lob für den Platzwart auch Hoßfelds Angetraute mit einschließt. „Die beiden sind so etwas wie die guten Seelen im Verein. Sie sind definitiv unverzichtbar bei uns.“ Dieter sei an einem Spieltag von morgens bis abends auf dem Sportplatz zu finden. „Das geht schon am Tag zuvor mit dem Einkaufen von Würstchen und Getränken los, geht über das Abstreuen am Sonntagvormittag bis hin zum Essen für die Spieler“, erzählt der Vorsitzende. Und natürlich gibt es nach jedem Spiel auch viel zu diskutieren. „Dieter ist ein geselliger Typ. Ich glaube, er braucht das“, erzählt Schwalm.

Sportlich ein Spätstarter

Dass sich bei Hoßfelds zu Hause viel um Fußball dreht, weiß jeder, der einmal ihre Türschwelle überquert hat. Man ist gleich mittendrin in einer kleinen Fußballwelt. Vorn die Kellerbar, die Mannschaftsfotos an der Wand. Und mittendrin die Großbildleinwand für die Übertragungen der Bundesliga- und Champions-League-Spiele, ein großer Stammtisch inklusive. Hier lassen sich vortrefflich Siege begießen.

Natürlich hat Hoßfeld im Geistal auch Fußball gespielt. Aber sportlich war der gebürtige Hersfelder eher ein Spätstarter. „Ich habe erst mit 20 Jahren richtig angefangen mit der Kickerei.“

Seine Wiege stand in Bad Hersfeld. Sein Opa war kein anderer als Henner Schaffert, ein Urgestein der SG „Hessen“ Hersfeld, Spieler und später auch Trainer. Und ein glühener Anhänger von Schalke 04. „Wegen ihm wäre ich fast ein Anhänger der Blauen geworden. Das ist mir dann Gott sei Dank erspart geblieben“, erzählt Hoßfeld, seit Jahr und Tag Anhänger von Borussia Dortmund, und lacht. Er begann mit dem Fußball bei den Hessen in der Schüler- und Jugendmannschaft. „Mit dem Dieter war es früher immer lustig“, erzählt Henner Schmidt, einer seiner Weggefährten und Mitspieler. Schmidt war später sogar Trauzeuge bei Hoßfelds, als Dieter „seine“ Heike heiratete, die aus Mühlbach stammt.

Berufsbedingt wegen einer Ausbildung zum Koch musste Hoßfeld seine sportliche Laufbahn allerdings unterbrechen. Er arbeitete in der Kantine eines japanischen Automobilkonzerns in Friedberg. Und der richtete konzerneigene Turniere aus. Hoßfeld kam durch den Fußball so nach England, Japan, in die Schweiz und nach Belgien. Zurück in der Heimat wechselte Hoßfeld zusammen mit Schmidt nach Mühlbach in die Bezirksliga. Unvergeßliche Spiele bestritten die beiden.

Gegen Fulda vor 1000 Zuschauern

Hoßfeld weiß noch ganz genau: „Wir haben gegen Borussia Fulda vor 1000 Zuschauern gespielt – und nur knapp verloren. Das Siegtor für die Fuldaer hat Jakobi per Kopf erzielt.“ Auch an die Derbys gegen Ober-/Untergeis kann er sich erinnern. „Einmal“, so erzählt er und zeigt dabei Daumen und Zeigefinger breit auseinander „haben wir gegen Obergeis gespielt, der Schlamm hat so hoch gestanden.“

Bis zu 800 Spiele hat Hoßfeld bestritten: „In der ganzen Zeit habe ich mich nie mit dem Schiri angelegt, geschweige denn deswegen eine Karte bekommen.“ Heike und Dieter Hoßfeld helfen aber auch der beiden Enkel wegen. Die spielen in den Juniorenmannschaften. Die nächste Generation der Hoßfelds steht in den Startlöchern.

Von Hartmut Wenzel

Den Platz abstreuen: An Spieltagen ist Dieter Hoßfeld von morgens bis abends am Sportplatz zu finden.
So sahen die Helden früher aus: Das Spiel zeigt das Ende eines Geistalderbys zwischen der SG Mühlbach/Raboldshausen und der SG Ober-/Untergeis in Raboldshausen. Zu erkennen sind von links Herbert Horn, Herbert Heß, Henner Schmidt, Dieter Hoßfeld, Siggi Schüler und ganz rechts Lothar Mans.

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