Ein Krimi und ein Drama

Vor Olympia-Handballspiel zwischen Deutschland und Frankreich: Erinnerungen an große Duelle

Hatte ein glückliches Händchen: Heiner Brand bei der WM 2007. ARCHIV
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Hatte ein glückliches Händchen: Heiner Brand bei der WM 2007.

Sie gehören zu den Höhepunkten bei Handball-Großereignissen: die Duelle zwischen den Männerteams aus Deutschland und Frankreich. Heute ab 14.30 Uhr (ZDF/Eurosport) stehen sich die beiden Nationen am dritten Spieltag des olympischen Turniers gegenüber. Zwei Redakteure dieser Zeitung erinnern sich an zwei besondere Duelle:

Kassel - Sie gehören zu den Höhepunkten bei Handball-Großereignissen: die Duelle zwischen den Männerteams aus Deutschland und Frankreich. Heute ab 14.30 Uhr (ZDF/Eurosport) stehen sich die beiden Nationen am dritten Spieltag des olympischen Turniers gegenüber. Zwei Redakteure dieser Zeitung erinnern sich an zwei besondere Duelle:

HNA-Sportredakteur: Ralf Ohm.

WM in Köln: 1. Februar 2007, Deutschland - Frankreich 32:31 nach zweimaliger Verlängerung. 2007 wurde Deutschland nach 1938 und 1978 zum dritten (und bisher letzten Mal) Weltmeister. Und das im eigenen Land. Als Meilenstein geht dabei nicht das relativ einseitige Endspiel gegen Polen (29:24), sondern das dramatische Halbfinale – ein mit „Wahnsinn“ noch unterkühlt beschriebener Krimi – durch. 75 Minuten haben sich die Kontrahenten einen Patt auf allerhöchstem Niveau geliefert, ehe ausgerechnet ein WM-Debütant, von Trainer Heiner Brand ins Getümmel geworfen, dieses Gleichgewicht stört: Pascal-Hens-Ersatz Lars Kaufmann trifft zum 31:30 und holt den Siebenmeter zum 32:31-Endstand heraus. Torwart Henning Fritz hält den Sieg mit zwei prächtigen Paraden fest. Und nach dem Schlusspfiff jagt er mit dem Ball unterm Arm wie ein Irrwisch übers Parkett der Köln-Arena. Bejubelt von 19 000 Fans, die völlig aus dem Häuschen sind. (Ralf Ohm)

HNA-Sportredakteur: Björn Mahr.

WM in Herning/Dänemark: 27. Januar 2019, Deutschland - Frankreich 25:26. Das Bild geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Als Torwart Silvio Heinevetter nach dem Spiel an den wartenden Journalisten vorbei läuft, huscht ihm nur ein Wort über die Lippen: „Scheiße“. Was ganz gut zum dramatischen Spielausgang gepasst hat. 20 Sekunden vor Ende pariert der damalige Berliner beim Stand von 25:25 einen Ball von Linksaußen Michael Guigou und leitet den Tempogegenstoß mit einem Pass auf Matthias Musche ein. Anstatt die Verlängerung abzusichern, versucht der Magdeburger einen Pass auf Kreisläufer Hendrik Pekeler. Fatal. Der Ball kommt nicht an. So bekommen die Franzosen noch eine Kontergelegenheit, die Superstar Nikola Karabatic eine Wurfchance in der letzten Sekunde einbringt. Die Unparteiischen überprüfen zwar noch, ob das Tor vor Ablauf der Spielzeit gefallen ist. Es gibt keine Beanstandungen. Die deutschen Spieler schauen sich wie entgeistert an. (Björn Mahr)

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