1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Vor Ort bei einer stimmungsvollen Handball-Weltmeisterschaft in Polen

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Deutsche Handball-Fans aus dem Landkreis Salzwedel: Steffen (von links), Tobias, Oliver, Robert, Michael und Diemo.
Deutsche Handball-Fans aus dem Landkreis Salzwedel: Steffen (von links), Tobias, Oliver, Robert, Michael und Diemo. © Björn MAhr

Wir sind bei der Handball-WM in Polen vor Ort – und beobachten ein (bislang) fast normales Turnier.

Kattowitz – Vor der Spodek, der WM-Arena in Kattowitz, ist ein großer Platz: Plac Slawika I Antalla. Wer eines der Handball-Spiele bei diesem Turnier besuchen möchte, der kommt darüber zum Haupteingang. Die Fans, die schon deutlich vor der Öffnung der Kasse dort sind, können mit etwas Glück ein paar Nationalspielern begegnen.

Für diverse Medientermine kommen die Stars vom nahe gelegenen Teamhotel zu Fuß – und auch ihr Weg führt dann über den Platz vor der Arena.

„Wir können uns doch deutlich mehr auf den Sport konzentrieren“

Die WM ist (bislang) ein fast normales Handball-Turnier. Vor einem Jahr wäre es undankbar gewesen, dass sich Spieler und Zuschauer so nahekommen. Bei der Europameisterschaft in der Slowakei und in Ungarn beherrschte das Coronavirus noch die Schlagzeilen. Insbesondere die deutsche Nationalmannschaft erwischte es mit 18 Infizierten schwer. „Wir haben uns mit Masken gegenüber gesessen.

Die Mannschaftssitzungen fanden per Videokonferenz statt“, erinnert sich Co-Trainer Erik Wudtke, der im Verlauf der EM ebenfalls positiv getestet wurde. „Wir müssen uns auch jetzt an bestimmte Regeln halten. Aber wir können uns doch deutlich mehr auf den Sport konzentrieren“, sagt der 50 Jahre alte frühere Melsunger Zweitliga-Profi auf Nachfrage dieser Zeitung.

Seine schwangere Frau und seine Tochter drückten Kapitän Johannes Golla in der Halle die Daumen

Vor Beginn der Veranstaltung mussten alle Mitglieder der 32 Teilnehmer einen negativen PCR-Test vorweisen. Während des Turniers sind zudem ein paar Schnelltests geplant. „Wir achten schon auf gewisse Dinge“, betont auch Rückraumakteur Philipp Weber vom SC Magdeburg. Auf die Frage der Journalisten in der Mixed-Zone, ob es eine ganz normale WM sei, antwortet er allerdings trocken: „Nur wenn ihr jetzt nicht mit Maske vor mir stehen würdet.“ Sämtliche Medienvertreter sind angehalten, einen FFP2-Mundschutz zu tragen, sobald sie zum Spieler keinen Abstand von mindestens zwei Metern halten können.

Deutsche Handball-Fans aus dem Landkreis Salzwedel: Steffen (von links), Tobias, Oliver, Robert, Michael und Diemo.
Deutsche Handball-Fans aus dem Landkreis Salzwedel: Steffen (von links), Tobias, Oliver, Robert, Michael und Diemo. © Björn MAhr

Anders als in den ersten Corona-Jahren hat der Deutsche Handballbund (DHB) auch Zimmer in einem Hotel in Kattowitz für die Familien der Spieler reserviert. „Wir machen das natürlich, auch damit sich die Spieler wohlfühlen“, erklärte Mark Schober, Vorstandschef des DHB, gegenüber der Bild-Zeitung. So freut sich etwa Kapitän Johannes Golla darüber, dass ihm in der Arena seine schwangere Frau Elena und Tochter Juna Liv auf der Tribüne die Daumen drücken.

„Die Atmosphäre auf den Tribünen war bei jedem Spiel großartig“

Schätzungsweise mehr als 1000 deutsche Fans feuern das DHB-Team bislang schon an. Für die Vorrunde angereist ist eine elfköpfige Gruppe aus Immekath im Altmarkkreis Salzwedel. Unschwer an ihren schwarz-rot-goldenen Sakkos zu erkennen. Heute geht es nach Hause.

„Wir haben die Mannschaft in die Hauptrunde gebracht“, sagt Michael, einer von ihnen, vor dem Anwurf der Begegnung gegen Algerien schmunzelnd. Die Tage haben die Sachsen-Anhalter genossen. Michael erklärt: „Es war endlich einmal wieder Stimmung. Und die Halle hat gut mitgemacht.“

Vor allem wenn das Team von Co-Gastgeber Polen seine Auftritte hat, blieben bislang kaum Plätze frei. „Die Atmosphäre auf den Tribünen war bei jedem Spiel großartig. Es ist eine tolle Erfahrung, vor einem polnischen Publikum zu spielen“, sagt die polnische Nummer eins Adam Morawski vom Bundesligisten MT Melsungen. (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare