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U17-Nationalspielerin im Interview: WM-Titel wäre „unglaublich toller Erfolg“

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Von: Pascal Spindler

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Für den DFB bei der U17-WM im Einsatz: Paulina Platner.
Für den DFB bei der U17-WM im Einsatz: Paulina Platner. © imago images/foto2press

Die deutschen U17-Fußballerinnen treffen heute bei der WM in Indien im Halbfinale auf Spanien (Mi., 16.30 Uhr). Wir haben mit der Junioren-Nationalspielerin aus Nordhessen gesprochen. Darüber, wie sie die WM erlebt - und was sie bei Nationalmannschaftsreisen stets im Gepäck hat.

Sie sind nur noch einen Schritt vom WM-Finale entfernt. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft im Mai könnte es ein überaus erfolgreiches Jahr für Sie werden.

Richtig, bislang läuft das Jahr wirklich sehr gut – nicht nur für mich persönlich, sondern vor allem für uns als Team bei der Nationalmannschaft. Im Halbfinale wollen wir gegen Spanien erstmal den nächsten Schritt gehen und können das Jahr im besten Fall mit dem zweiten großen Titel abschließen. Das wäre ein unglaublich toller Erfolg.

Ihre Mannschaft spielt bisher ein starkes Turnier. Was zeichnet das Team aus?

Neben unseren spielerischen Qualitäten vor allem unsere mentale Stärke sowie unser Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Wir haben alle einen enormen Siegeswillen und geben nie auf, egal welche Rückschläge wir einstecken müssen. Jede Spielerin in unserer Mannschaft spielt für die jeweils andere und auch für alle, die uns von der Bank oder der Tribüne aus unterstützen. Unsere gemeinsamen Erfahrungen haben uns dabei definitiv geprägt und gezeigt, dass wir alles schaffen können, wenn wir an uns und alle anderen im Team glauben. Das leben wir auf und neben dem Platz.

Die Spanierinnen waren bereits der Gegner im EM-Finale. Wie groß sehen Sie die Chance, dass Ihre Mannschaft sie nun ein weiteres Mal schlägt?

Im EM-Finale konnten wir uns knapp im Elfmeterschießen durchsetzen, jetzt haben wir extrem große Lust darauf, sie auch mal in der regulären Spielzeit zu schlagen. Wir haben bislang alle Spiele bei der WM für uns entschieden und gezeigt, dass wir es mit jedem Gegner aufnehmen können. Das gilt auch für Spanien, auch wenn sie natürlich eine starke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielerinnen haben. Wenn wir unser eigenes Spiel durchbringen und von der ersten Minute an voll fokussiert sind, bin ich überzeugt, dass wir auch diese Herausforderung meistern werden. Wir gehen mit dem klaren Ziel, zu gewinnen und ins Finale einzuziehen, in dieses Spiel.

Sie sind Stammkraft im Mittelfeld. Wie lautet Ihr persönliches WM-Zwischenfazit?

Für mich persönlich läuft es bisher sehr gut, ich bin natürlich glücklich, dass ich bei einem so wichtigen Turnier auf viel Einsatzzeit komme und der Mannschaft helfen kann, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Sie sind noch Schülerin. Was machen Sie zwischen Training und Spielen? Ist auch das Mathebuch im Reisegepäck?

Nicht nur das Mathebuch (lacht). Wir haben auch während des Turniers einige Aufgaben für die Schule zu erledigen, haben dafür aber auch jeden Tag ein extra Zeitfenster und werden vor Ort bei der Nationalmannschaft super unterstützt. Die ein oder andere Klausur können wir auch von Indien aus schreiben, ich beispielsweise habe während des Turniers vier Klausuren geschrieben. Das ist neben dem Sport schon sehr zeitintensiv, gehört für uns aber dazu und ein Stück weit sind wir das auch gewohnt, Schule und Sport in Einklang zu bringen. Pünktlich zum Halbfinale sind für mich aber erstmal Schulferien, weshalb es in dieser Hinsicht nun etwas entspannter wird.

Haben Sie denn auch schon etwas vom Gastgeberland Indien sehen können?

Ja, besonders auf den Busfahrten zum Training oder zum Stadion bekommen wir auch einiges vom Land, der Kultur und den Menschen in Indien mit. Es ist sehr beeindruckend, wie anders das Leben in Indien ist, und für uns eine tolle Möglichkeit, auch neben dem Fußball einige Eindrücke mitzunehmen. Gerade in einer so großen Stadt wie Mumbai, wo wir das Viertelfinale gespielt haben, war extrem viel los, weshalb es an gefühlt jeder Straßenecke etwas Neues zu entdecken gab. Auch das war in Summe sehr beeindruckend und für uns alle eine neue Erfahrung.

Was glauben Sie, wird in Ihrer Heimat Witzenhausen los sein, wenn Sie es nun ins WM-Finale schaffen und womöglich gar den Titel holen?

Ich bekomme auch jetzt während des Turniers zahlreiche Nachrichten aus der Heimat, dass mir viele Leute die Daumen drücken, unsere Spiele vor dem Fernseher verfolgen und sich einfach mit mir freuen, dass ich die Chance habe, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Das macht mich sehr glücklich, dass ich so viel Unterstützung aus der Heimat bekomme, weshalb ich natürlich hoffe, dass wir den Titel dann am Ende auch holen.

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