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Handball-Landesliga: Walz dirigiert, Hauschild trifft für den SV Reichensachsen

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Von: Marvin Heinz

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Am Samstag noch auf der Wartburg geheiratet, am Sonntag ein starkes Spiel für den SV Reichensachsen gegen die TG Rotenburg geboten: Fabienne Walz (rechts).
Am Samstag noch auf der Wartburg geheiratet, am Sonntag ein starkes Spiel für den SV Reichensachsen gegen die TG Rotenburg geboten: Fabienne Walz (rechts). © Marvin Heinz

Die Frauen des SV Reichensachsen spielen weiter eine starke Saison in der Handball-Landesliga: Gegen die TG Rotenburg gab es am Sonntagnachmittag einen knappen 25:24-Erfolg.

Reichensachsen – „Ein spannenderes Spiel zum Auftakt hätte ich mir nicht vorstellen können“, sagt Fabian Eberhardt. Der 26-Jährige war am Sonntagnachmittag zum ersten Mal als Hallensprecher bei der Frauen-Mannschaft des SV Reichensachsen in der Handball-Landesliga im Einsatz und sah bis zur Schlusssirene ein Herzschlagfinale.

Die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherrinnen hatten am Ende die Nase vorn und schlugen die TG Rotenburg mit 26:25. Das fiel beim Heimsieg des SV Reichensachsen auf:

Gegner-Verteidigung

„Dieses Team liegt uns wegen ihrer Verteidigungsweise nicht“, prophezeite Trainer Matthias Meinl bereits vor dem Spiel. Er sollte recht behalten. Gegen die lang aufgeschossenen TGR-Spielerinnen fand der SVR in der Anfangsphase offensiv nicht ins Spiel.

Viel zu statisch agierte der sonst so agile und handlungsschnelle Tabellendritte gegen die 6:0-Verteidigung. Zu langsam lief der Ball durch die eigenen Reihen, sodass die Tempovorteile der Gastgeberinnen kaum zum Tragen kamen. „Viel mehr Bewegung. Macht Druck“, sagte Meinl in der ersten Auszeit beim Spielstand von 3:6 (12.) sehr deutlich. Seine Botschaft fruchtete.

Starker SVR-Rückraum

Energischer und konsequenter präsentierte sich der SV Reichensachsen fortan. Das Tempo wurde erhöht, Freiraum wurde kreiert und der gegnerische Trainer Peter Brill forderte sein Abwehrreihe prompt auf: „Ihr müsst besser zuschieben.“

Es gelang aber nicht. Sophie Hohmann traf aus dem Rückraum, Lacey Brand von der Außenposition und Carolin Küch per Tempogegenstoß. Und wenn sich die Rotenburger Abwehr mal formierte hatte, half die Rückraumschützin Maxie Hausschild mit ihren brachialen Würfen aus der zweiten Reihe. Die 28-Jährige drückte mit fünf Toren und zwei Ballgewinnen der ersten Hälfte (13:11) ihren Stempel auf.

Clevere Spielmacherin

Am Samstag heiratete Fabienne Hoffmann noch auf der Wartburg ihren Lebensgefährten Peter Walz. Nach der Trauung mit dem Spielführer des Handball-Zweitligisten ThSV Eisenach wollte es sich die Spielmacherin partout nicht nehmen lassen, beim wichtigen Heimspiel mit von der Partei zu sein.

Die Spielerin mit der Nummer 31 war unter dem neuen Nachnamen Walz Dreh- und Angelpunkt des Meinl-Teams und löste auch in Unterzahl zerfahrene Spielsituationen auf. Neben vielen cleveren Zuspielen und erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Situationen glänzte die 28-Jährige auch mit einem spektakulären ansatzlosen Wurf aus der Hüfte – 19:16 nach 43 Minuten.

Wichtiger Reifeprozess

In der zweiten Hälfte verpassten es die Hausherrinnen, das Spiel früher zu entscheiden. Vor allem von den Außenpositionen produzierte der SVR zu viele Fahrkarten – fahrlässig.

„Wir haben den Gegner durch unsere Fehler stark gemacht“, merkte „Matze“ Meinl an, der sah, wie Laura Heckmann zehn Sekunden vor Spielende einen Siebenmeter gegen die gut aufgelegte Rotenburg-Keeperin Laura Weidemann verwarf.

Den letzten Angriff der Partie konnte der Gast nicht im Gehäuse unterbringen, ein Freiwurf aus 13 Metern wurde von der SVR-Mauer entscheidend abgewehrt. Meinl sprach abschließend von einem Reifeprozess seiner Mannschaft: „In den letzten Jahren hätten wir solch ein Spiel vielleicht verloren.“ (Marvin Heinz)

SV Reichensachsen - TG Rotenburg 25:24 (13:11).

SVR: Hesse, E. Heckmann - Weiner, C. Heckmann 3/2, Hohmann 2, Friman 2, Brand 4, Hauschild 6, Krengel 1, Walz 3, L. Heckmann 1/1, Küch 2, Wagner 1. TGR: Weidemann - Horn 6, Eidam 2/2, Hollstein 4, Mäusgeier, Stiefel 6/1, Pippert 3, Dickhaut, Niebuhr 3.

Schiedsrichter: Widerhold/Griesel (Gensungen/Böddiger).

Zuschauer: 150.

Spielfilm: 3:6 (12.) – 6:9 (15.) – 11:9 (23.) – 16:15 (37.) – 20:17 (45.) – 23:22 (54.).

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