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Von Wasserfreunden und Wipperfeldern: Deutsche Meister in Sportarten, die sonst weniger im Fokus stehen

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Von: Maximilian Bülau

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Darko Brguljan (links) und Nikola Dedovic.
Ewiges Duell im Wasserball: Darko Brguljan von Waspo Hannover (links) und Nikola Dedovic von den Wasserfreunden Spandau. ©  Imago/Timo Wiedensohler

In vielen Sportarten endet die Saison im Frühsommer. Wir blicken auf die Deutschen Meister, die sonst nicht so im Fokus stehen.

Kennen Sie den Deutschen Meister im Unterwasser-Rugby? Haben Sie schon gehört, wer der FC Bayern München des Hallen-Faustballs ist? Und wissen Sie, wer in diesem Jahr zum ersten Mal den Titel im Badminton gewonnen hat? Nicht? Dann ist diese Seite genau das Richtige für Sie. Wir blicken auf die Deutschen Meister der Sportarten, die sonst weniger Beachtung finden. Klar, Fußball, Handball, Eishockey – über die Titelträger in diesen Branchen wird viel gesprochen. Doch was ist mit Snooker, Polo und Baseball? Damit diese Wissenslücke geschlossen wird, haben wir die Titelträger einmal versammelt.

Sport mit Bällen, Kugeln und Pfeilen

Drama am Snookertisch

Dramatisch wurde es am letzten Spieltag der Snooker-Bundesliga, an dem es zum direkten Duell zwischen der führenden TSG Heilbronn und Verfolger 1. SC Mayen-Koblenz kam. Koblenz benötigte einen Sieg und verstärkte das Team mit einigen Top-Kräften. Das 4:4 am Ende reichte Heilbronn zur zweiten Meisterschaft in Folge.

Erst am vergangenen Wochenende wurde der Deutsche Meister im Polo gesucht. Der Polo Club Mühlen schnappte sich den Titel vor dem Rhein Polo Club Düsseldorf und dem Hamburger Polo Club.

Im Baseball ist noch kein Meister in diesem Jahr gefunden. In der 1. Bundesliga Nord waren die Bonn Capitals bislang das dominierende Team, in der Süd-Staffel gab es kein Vorbeikommen an den Guggenberger Legionären aus Regensburg.

Weiter sind da bereits die Hallen-Faustballer. In Hagen sicherte sich der TSV Pfungstadt aus Südhessen gegen den Gastgeber TSV Hagen den Titel durch einen 3:0-Erfolg im Endspiel. Bei den Frauen gewann der TSV Jahn Schneverdingen die Meisterschaft durch einen 3:1-Sieg im Finale gegen den TSV Calw. Schneverdingen liegt in Niedersachsen zwischen Bremen und Hamburg, Calw in Baden-Württemberg bei Stuttgart.

Im Rugby wird am 25. Juni der Deutsche Meister gekürt. Hauptrundensieger SC Frankfurt 1880 trifft dabei auf den TSV Handschuhsheim aus dem bevölkerungsreichsten Stadtteil Heidelbergs.

Im Feldhockey kommen die Deutschen Meister aus dem Westen. Bei den Männern sicherte sich Rot-Weiss Köln die zehnte Meisterschaft. Bei den Frauen triumphierte der Düsseldorfer HC. 2021 hatten die Düsseldorferinnen den Titel erstmals gewonnen.

Die besten Dartsspieler Deutschlands kommen aus Bremen. Der DC Vegesack sicherte sich den Deutschen Meistertitel – zuletzt gelang das dem Rekordmeister 2015. In den vergangenen beiden Jahren fand coronabedingt kein Wettbewerb auf nationaler Ebene statt.

Wassersport

Da waren Serientäter am Werk

Seit Ende Mai steht bereits fest: Waspo 98 Hannover hat sich das Triple im Wasserball gesichert. In der Finalserie wird im Modus „Best-of-Five“ gespielt. Heißt: Drei Siege benötigt ein Team für den Titel. Die Niedersachsen behielten im Duell mit dem Dauerrivalen Wasserfreunde Spandau 04 die Oberhand, gewannen die Serie 3:1. Für die Hannoveraner war es der 12. Meistertitel. Den ersten gab es bereits 1921, die erste Wasserball-Meisterschaft wurde 1912 ausgetragen. Um an Rekordmeister Spandau heranzukommen, muss Hannover allerdings noch einige Titel holen – Spandau steht bei 37 Erfolgen. Bei den Frauen haben die Wasserfreunde Spandau 04 allerdings die Nase wieder vorn gehabt. Ebenfalls zum dritten Mal in Folge sicherten sie sich die Deutsche Meisterschaft.

Einen Wiederholungstäter gab es auch im Unterwasser-Rugby. Wie bereits 2019 hat sich der TSV Malsch, ein 15 000-Einwohner-Örtchen in Baden-Württemberg in der Nähe von Karlsruhe, die Krone aufgesetzt. Für Malsch war es der dritte Titel, Rekordmeister ist der TC Bamberg (zwölf). Beim Unterwasser-Rugby spielen jeweils sechs Spieler pro Team, die Tore – Körbe – sind in etwa vier Meter Tiefe am Boden des Schwimmbeckens befestigt.

Im Kanupolo steht die Entscheidung um die Meisterschaft aus. Wenn vom 23. bis zum 26. Juni die Finals in Berlin ausgetragen werden, dann wird auch der Deutsche Meister im Kanupolo gefunden. Beim Kanupolo spielen fünf Akteure in Einerkajaks pro Team zusammen.

Sport mit dem Schläger

Der zwölfte Streich

Erst vor rund einer Woche haben die Männer von Borussia Düsseldorf um Tischtennis-Star Timo Boll zum zwölften Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Gegen Pokalsieger 1. FC Saarbrücken gab es einen 3:2-Erfolg im Endspiel. Boll hatte sich im Finale eine Rippe gebrochen, als er sich bei einem Rückhandschlag selbst den Ellenbogen in die Seite rammte.

Bei den Damen siegte der TTC Berlin Eastside – bereits zum vierten Mal in Folge. Im Endspiel gewannen die Hauptstädterinnen gegen den TSV Langstedt in eigener Halle in Lichtenberg.

Ein Debüt gab es dagegen im Badminton. Der 1. BC Wipperfeld hat sich zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte zum Deutschen Meister gekürt. In einer Neuauflage des Vorjahresendspiels siegte das Team aus Nordrhein-Westfalen 4:3 gegen den Titelverteidiger 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim. Die Einzel-, Doppel und Mixed-Meisterschaften im Badminton der Damen und Herren finden erst im Juli statt. (Maximilian Bülau)

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