Vor Ort

Deutsche Meisterschaft im Kanumarathon: Spektakel auf Fulda in Kassel

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Vollgas: Aljoscha-Maurice Dietrich (Nummer 90) vom WVC Kassel paddelt bei der Deutschen Meisterschaft im Kanumarathon auf der Fulda im größten Teilnehmerfeld. 

Kassel. Die Fulda fest in der Hand der Kanuten: Die Deutschen Meisterschaften im Kanumarathon – sie lockten am Wochenende etwa 160 Athleten nach Kassel. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Strahlender Sonnenschein, wenig Wind und damit beste Bedingungen. Zum nunmehr sechsten Mal richtete die Wassersportvereinigung Cassel (WVC) die Wettkämpfe aus.

Kurzurlaub am Auedamm? Könnte man meinen. Es ist noch früh, Kaffeearoma liegt in der Luft. Der herrliche Duft bahnt sich seinen Weg aus etlichen Wohnwägen, die auf dem Vereinsgelände der WVC stehen. Aus den Zelten kriechen verschlafene Menschen heraus. Überall liegen Paddel herum. Und natürlich Boote. Kajaks und Kanadier. Ein wirklich idyllisches Plätzchen - wie im Urlaub. Fehlt nur noch der Animateur. Ach was. Ihn vertreten heute die Athleten.

Mit einem Lächeln: Enja Rößeling (rechts) und Rieke Rienäcker tragen ihr Kajak über die Wiese.

Darunter auch die beiden Lokalmatadorinnen Enja Rößeling und Rieke Rienäcker. Sie gehen für die WVC an den Start. Und noch paddeln sie ganz entspannt auf der Fulda. Noch. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn gleich sind die Schülerinnen gefordert – es geht im Zweierkajak über eine Distanz von 16,2 Kilometer gegen ihre Kontrahentinnen aus Leipzig. „Die Aufregung steigt ein bisschen“, sagt Enja kurz vor dem Start, während zwei Enten seelenruhig an dem Gespann vorbeischwimmen. Dann ist es soweit. Wie von der Tarantel gestochen paddeln die beiden los. Hier sind Muckis und Ausdauer gefragt. Und natürlich muss auch die Abstimmung passen. Synchron tauchen ihre Paddel ins Wasser, der Blick ist stets nach vorn gerichtet.

Schnell haben sich Enja und Rieke einen Vorsprung erarbeitet – ein eingespieltes Team. Dabei sitzen die 15 Jahre alten Mädchen erst seit diesem Jahr zusammen im Kajak. Wie anstrengend so ein Marathon ist, wird dann auf der Portage deutlich. Hier müssen die Athleten eine etwa 150 Meter lange Stelle zu Fuß überqueren und dabei ihr Boot tragen. Viele Zuschauer tummeln sich an der Portage und feuern die Paddler an. Enja und Rieke sind außer Puste. Ihr 18 Kilogramm schweres Kajak macht ihnen zu schaffen. Sie verlieren ein wenig Zeit. Was aber nicht schlimm ist, da sie ihre Gegnerinnen längst abgehängt haben. Mit fast sieben Minuten Vorsprung kommen die beiden ins Ziel – wirken glücklich und erleichtert. Aber auch ziemlich erschöpft. Die Zeit kann sich durchaus sehen lassen: 1:14:46 Stunden. „Jetzt wird regeneriert und entspannt“, freut sich Realschülerin Rieke. Das haben sich die beiden auch redlich verdient.

„Es kommt schon mal vor, dass wir sechs Tage die Woche trainieren. Auch vor der Schule“, erklärt Enja, die ihre Fachhochschulreife im Bereich Sozialwesen anstrebt. Dem Zufall ist es geschuldet, dass diese Sportart das Duo irgendwann in den Bann zog. Über Freunde kamen sie aufs Wasser. Und dort wollen sie auch erst mal bleiben. Rößeling und Rienäcker – gut, dass die beiden in einem Boot sitzen.

Überprüfung des Materials: Aljoscha-Maurice Dietrich.

Mit Aljoscha-Maurice Dietrich ging noch ein weiterer Kanute des WVC an den Start. Er war in der Herren-Leistungsklasse dabei. Mit 17 Teilnehmern waren hier die meisten Kanuten in einem Rennen auf dem Wasser Für die 32,1 Kilometer lange Strecke benötigte er 2:19:42 Stunden und belegte damit den 14. Rang.

Von Raphael Wieloch

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