Heimische Kanu-Talente Brüssler und Dietrich gehen im Kajak auf Medaillenjagd

EM-Traum endlich erfüllt

Kurs Europameisterschaft: Sarah Brüssler und Aljoscha Dieterich gehen am Wochenende bei den kontinentalen Titelkämpfen der U 23 in Rumänien aufs Wasser. Foto: Schachtschneider

Kassel. Plötzlich sind alle Selbstzweifel wie weggeblasen. Mehrmals waren sie knapp daran gescheitert, sich für die Kanu-Europameisterschaften der Altersklasse U 23 zu qualifizieren. Nun ging der Traum in Erfüllung: Endlich klappte es mit der Nominierung, und am Wochenende starten die heimischen Kajak-Talente Sarah Brüssler und Aljoscha Dietrich im rumänischen Wascov bei den kontinentalen Titelkämpfen.

„Ich hatte schon überlegt, ganz aufzuhören.“

Sarah Brüssler

„Das ist für uns beide eine richtige Genugtuung. Ich hatte sogar schon überlegt, ganz aufzuhören. Der Trainingsumfang beträgt rund 20 Stunden pro Woche, und es ist schwer, alles unter einen Hut zu bekommen“, berichtet Brüssler, die in Kassel zuletzt für den CSK fuhr. Dietrich, der für die WVC Kassel antritt, sieht’s ähnlich: „Es ist eine große Erleichterung, dass wir endlich da sind, wo wir hinwollten.“

Dabei feierten sie in ihrer Laufbahn bereits zahllose Erfolge und wollen diesen nun in Rumänien weitere folgen lassen. Als Fernziel jedoch träumen beide von Olympia. Selbst wenn die Spiele von Rio im kommenden Jahr womöglich zu früh kommen, weil die Anforderungen in einem Olympia-Jahr besonders hoch sind. Folgerichtig nehmen sie eher die U 23-WM 2016 ins Visier und wollen sich 2017 im A-Nationalteam etablieren.

Schließlich sind Brüssler und Dietrich als 21-Jährige längst nicht am Zenit. „Man sagt, Kanuten seien mit 26 auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit. Bis dahin ist es ja noch ein wenig hin“, weiß die seit 15 Jahren aktive Kasselerin um ihre Perspektiven.

„Ich schöpfe Motivation daraus, dass ich schon ganz oben war.“

Aljoscha Dietrich

„Aber man muss eben auch durchhalten und auf vieles verzichten.“ Dietrich, seit 2005 aktiv, gelingt dies bisweilen mithilfe eines Blicks zurück. „2008 war ich im Einer der AK 14 Deutscher Meister. Nun schöpfe ich viel Motivation daraus, dass ich schon mal ganz oben stand.“ Viel zu verdanken haben beide nach eigenen Worten ihren Trainern Jörn Perlwitz (Brüssler) sowie Harald Brückner und Mike Pfaff (Dietrich).

Brüssler studiert in Mannheim Psychologie, Dietrich absolviert in Wiesbaden ein duales Studium bei der Polizei. Aber auch der sportlichen Weiterentwicklung wegen verließen sie die Region. Nicht ohne Wehmut, wie Dietrich, Angehöriger der Sportfördergruppe der Polizei, schildert: „Es macht wenig Spaß, im Wiesbadener Hafen durch ein Industriegebiet zu fahren.“

Brüssler, die am Bundesstützpunkt trainiert und für die Rheinbrüder Karlsruhe fährt, ergänzt: „Auf einem Fluss wie der Fulda mit vielen Bäumen drumherum zu fahren, das ist schon toll.“ Kleiner Trost: Gelegentlich sind sie zurück in der Heimat. Und dann ist Training auf der Fulda angesagt.

Von Wolfgang Bauscher

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