Kanu-Rennsport: Zweimal Bronze bei Großer Brandenburger Regatta

Erwartungen sogar übertroffen

Mischten die Kanuszene ordentlich auf: Lisa Münster (im Boot hinten) und Svea Spiegler (vorn) mit Claudia Bödefeld. Foto: nh

Hann. Münden. Mit zwei Sportlerinnen startete der Mündener Kanu Club bei der 25. Großen Brandenburger Regatta auf dem Beetzsee. Dieser Wettkampf stellt neben der internationalen Frühjahrsregatta in Essen den größten bundesdeutschen Kanurennsportwettkampf dar und bietet damit eine deutliche Standortbestimmung auf nationaler Ebene.

MKC-Trainerin Claudia Bödefeld hatte sich bewusst für nur zwei Sportler entschieden, denn die ostdeutsche Konkurrenz ist eine Klasse für sich. Nach wie vor werden in den neuen Bundesländern Hunderte von jungen Nachwuchstalenten systematisch gesichtet und nur die besten treten in Brandenburg an. Dementsprechend groß sind die Starterfelder.

Nach ihrem hervorragendem Auftritt im Kajakzweier bei der Essener Regatta mit Rang vier im Finale der Schülerinnen (Jahrgang 2002/2003) sollten sich die MKC-Schülerinnen Lisa Münster und Svea Spiegler nun auch der ostdeutschen Elite stellen. „Wer in Brandenburg ins Finale fährt oder sogar eine Medaille holt, hat auch bei den deutschen Meisterschaften im August ein Wörtchen mitzureden“, so Bödefeld.

Die Messlatte lag also hoch, dennoch wurden die Erwartungen des Mündener Trios sogar noch übertroffen. Ausnahmefahrerin Lisa Münster trat in einem der fünf voll besetzten Vorläufe des Jahrgangs 2003 gegen 44 Konkurrentinnen an, stürmte förmlich mit einem Vorlaufsieg in einen der drei Zwischenläufe, aus denen wiederum nur die drei besten ins Finale einzogen. Die 13-Jährige ließ nichts anbrennen und sicherte sich den Finaleinzug sogar mit angezogener Handbremse. Im Finale der besten Neun zeigte sie erneut ihre Wettkampfstärke und holte unter den Zurufen der kleinen aber lautstarken Niedersachsenmannschaft sensationell Bronze. Die Medaille durfte Lisa dann bei der offiziellen Siegerehrung vor der Zuschauertribüne entgegennehmen.

Doch es sollte für den MKC nochmals Edelmetall geben. Nachdem der Kajakzweier mit Lisa Münster und Svea Spiegler über die 500m unglücklich im Zwischenlauf ausgeschieden war, wollte es das Mündener Duo auf der 2000m Langstrecke noch einmal wissen. Im Massenstart mit 14 Booten fuhr Schlagfrau Spiegler taktisch klug, hielt sich auf einer Außenbahn aus dem kritischen Startgewühl heraus und setzte ihr Boot in der Führungsgruppe fest. Diese Position hielten Münster/Spiegler auch nach der kritischen Wendemarke und fuhren knapp hinter der Landesauswahl von Brandenburg und der favorisierten Auswahl von Sachsen sicher auf den Bronzerang. „Wie sind als Außenseiter angetreten und haben die Rangliste der ostdeutschen Schülerinnen ordentlich durcheinander gebracht“, kommentiert Bödefeld das für sie nicht ganz unerwartete Ergebnis. „Ich weiß um die Stärken der Mädchen, konnte aber in Brandenburg auch gute Erkenntnisse gewinnen, woran wir bis zur DM noch arbeiten müssen.“ (nh)

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